Winterborn Wintergeboren
von Mike Barclay aus der Kategorie Geschichten zu Anlässen
Leise flüsterten die Bäume in den Zweigen. Die Welt schien zu schlafen. Wolken zogen vorüber am Himmelszelt. Sie brachten Schnee und Träume in die Herzen. Unruhig schlief ein kleines Mädchen in ihrem Bett. Der Mond leuchtete silbern durch das Fenstern. Seit einigen Tagen waren Julia und Pia wieder zuhause. Das Einhornland hatte ihnen viele Abenteuer geschenkt. Auch wenn sie viele Freunde im Einhornland zurückgelassen haben wussten beide dass sie wieder eines Tages dort hin zurückkehren würden. Sanft legte sich der Schnee wie ein Kleid aus Kristallen nieder. Der dichte Flockentanz umarmte zärtlich Mutternatur. Frau Holle hatte vor die Kinderherzen lauter schlagen zu lassen. Denn Kinderaugen erstrahlen bei dieser süßen Flockenpracht. Da wurden Schneemänner gebaut. Die Schlitten rausgeholt und so vieles mehr. Selbst Erwachsene fanden an Schneeballschlachten ihre große Freude. Auch wenn das Schneeschaufeln nicht zu ihrer beliebtesten Sportart gehörte. Andrea hatte sich schon längst zur Bettruhe gelegt. Doch aus Pia ihren Zimmer hörte man noch das Klicken der PC Tastatur. Alles war ruhig und friedlich im Hause der Familie Nolan. Doch schien diese Nacht wieder magische Sehnsüchte zu den Sternen tragen. Der Wind streifte durch die Gassen. Er verwehte zum Teil den Schnee. Die Welt verwandelte sich in eine Märchenbraut. Und sie rief nach Julias Herzen.
Erschrocken stand Julia plötzlich in einem Wald. Sie sah Rehe in der Ferne. Es schneite. Julia fragte sich ob sie zurück im Einhornland war. Doch dieser Teil des Landes war ihr fremd. Kikki ihr Plüschtier war zuhause geblieben. Kikki lag friedlich im Bett. Julia war ganz allein dieses mal. Hatte Flups der Drache sie gerufen? Der blöde Plüschbär war ebenfalls nicht bei ihr. Dieser machte sowieso mehr schererein als Julia lieb war. Aber die Abenteuerlust war wieder in Julia erwacht. Sie lächelte. Die Schneekristalle schienen zu tanzen wie Prinzessinnen. Sie funkelten im Mondlicht. Julia hatte keine Angst. Auch war ihr nicht sonderlich kalt. Obwohl sie keine Handschuhe, Mütze oder Schal trug. Erst jetzt bemerkte Julia einen Stein. Der an einer Kette hing. Wer hatte ihr die Kette um den Hals gehängt? Aber Julia wollte es irgendwie nicht wissen. Aber von den seltsamen Kleinod ging eine pulsierende und wohltuende wärme aus. Er war wohl der Grund dafür dass Julia nicht frierte. Julia stand auf einer kleinen Lichtung. Julia trug Jeans und einen blauen Pullover. Die Halskette hatte sie unter ihren Pullover gesteckt. Ihre Füße steckten in Schneeboots, aus rötlicher Farbe. Eine rosa Daunenjacke trug sie ebenfalls. Langsam schritt Julia in die Richtung wo sie vorhin die Rehe gesehen hatte. Ihre braunen Augen waren misstrauisch doch ohne jegliche Furcht. Der Wind spielte mit ihren langen Haaren. Der Schnee fiel nun etwas dichter. Sie kam an einen zugefrorenen Teich vorbei. Von irgendwoher kam eine seltsame Melodie her. Julia glaubte eine kleine Hütte in der Ferne zu erkennen. So beschloss sie dorthin zugehen. Auch schien diese Musik von diesem Ort herzukommen. Aus einem nahegelegenen Busch trat ein Einhorn heraus. Das Einhorn hatte leuchtendblaue Augen. Das Einhorn sprach Julia an; Hallo Julia schön dich zusehen. Ich bin auf den Weg zu klein Wirbelwind. Seine Familie hat mich zum Weihnachtsfest eingeladen. Julia schmunzelte. Ja sie war wieder im Einhornland. Eine Weile unterhielten sie sich noch. Bevor Ricky das Einhorn sich von ihr sich verabschiedete. Julia war glücklich. Kein blöder Bär der sie ärgerte. Auch war ihre Schwester nicht hier. Nur vermisste sie Kikki. Doch wenn sie wieder zuhause ist, würde sie Kikki ihr kleines Abenteuer erzählen. Nach etwa weiteren zehn Minuten kam Julia an das kleine Haus an. Das Dach war ganz bedeckt von Schnee. Durch die Fenster konnte sie nicht sehen, da diese vereist waren. Eisblüten hingen überall herum. Das Licht brach sich in den Eisblüten. Ja wie kleine glitzernde Diamanten voller Wünsche und Hoffnungen. Julia schritt auf die Eingangstür zu. Sie klopfte- nichts hörte sie. Niemand sagte herein. Sie wollte die Tür aufmachen. Doch diese war abgeschlossen. Die Blumen in den kleinen Garten waren on Schnee bedeckt. Hinter dem Haus gab es einen kleinen Tümpel. Auch war dieser zugefroren. Auf einem Baumstumpf saß ein Frosch. Dieser schaute sie aus großen Glubschaugen an. Quark, Quark, Quark was glotzt du so Dumm aus der Wäsche fragte der ungehobelte Kerl. Julia blickte den blöden Frosch Finster an. Quark, Quark eine Hexe hat mir meinen Tümpel verhext. Quark, Quark und mein Haustürschlüssel liegt in einer Truhe am Grund des Tümpels. Julia sah den grünen Frosch an. Dem sollte die Hütte hier gehören. Quark, Quark oh weh. Eine blasslila Zunge schnellte aus dem Maul des Frosches heraus. Er fing eine Eisfliege. Mampf, Mampf. Ein lautes Rülpsen kam aus der Kehle des Frosches. Doch dieser entschuldigte sich nicht. Quark, Quark was soll ich nur machen. Quark, Quark könntest du mir helfen in mein Haus zurück zukommen? Der kleine Geselle schien ja doch ganz nett zu sein. Sie erinnerte ihr an einen Glücksfrosch. Den sie mal gefangen hat im Pilzwald. Nur war dieser größer und konnte sprechen. Julia fragte den kleinen; Wie soll ich dir helfen können, dein Tümpel ist doch zugefroren. Nun ja antwortete der Kerl vor ihr. Die Hexe hat gesagt; der Frosch machte eine künstliche Atempause bevor er weiter sprach. Äm, na ja; hüstelte er. Nun sag schon was du willst sagte Julia. Deren Augen schon bedrohlich wieder den Frosch anschauten. Was hat die Hexe dir gesagt raus mit der Sprache oder ich geh wieder. Bitte sagte der Frosch vor ihr und sah sie an wie jemand auf dessen Namen sie grade nicht kam. Diesen Dackelblick kenne ich von jemandem, das zieht bei mir gar nicht. Wie Bitte sagte der Grüne vor ihr. Seine Zunge schnappte schon wieder nach einer Eisfliege. Los raus mit der Sprache wenn ich dir helfen soll. Der Frosch veränderte seine Gesichtsfarbe. Ja der Kerl wurde Rot vor Scham. Nur fragte Julia sich warum der blöde Frosch rot wurde. Was ging in seinem Hirn nur vor? Endlich antwortete der Frosch; Quark, Quark schöne Maid. Könntest du mich küssen? Was ? Julia war verdutzt. Ich soll was? Ihre Stimme klang empört. Ich Knutsche keine Frösche ich kenn schließlich das Märchen vom Froschkönig. Der Froschkönig wer ist das denn fragte der Frosch. Julia fragte; also angenommen Fröschlein ich würde dich Küssen. Was würde den passieren? Würdest du dich verwandeln oder was? Nein sagte der Frosch. Der Teich wieder Eisfrei sein und ich könnte zum Grund tauchen und meinen Hausschlüssel endlich aus der Truhe holen. Also gut; sagte Julia nach einer weile. Ich werde dich küssen aber nur mit geschlossenen Augen. Leicht angeekelt von der Vorstellung diesen Glubscher zu küssen. Beugte sich Julia zum Frosch und küsste ihn. Es gab ein seltsames schmatzendes Geräusch dabei. Julia öffnete die Augen. Der Tümpel war tatsächlich wieder befreit von der Eisschicht. Und vor ihr saß immer noch ein Frosch. Danke Me Lady Julia. Hey wie konnte dieser Frosch sie bei Namen nennen? Sie hatte ihn doch gar nicht gesagt wie sie hieß. Bevor Julia ihn fragen konnte sprang der Frosch auch schon in das Wasser hinein. Es plumpste als der Frosch hineinsprang. Kreise bildeten sich an der Stelle wo er eingetaucht war. Julia drehte sich kurz um. Es schneite immer noch wie in einer Märchenwelt. Plötzlich traf sie ein Schneeball in den Nacken. Hey was soll das; Julia war nun verärgert und drehte sich um. Nein, nein das konnte doch nicht sein. Vor ihr stand der Bärenkobold und grinste frech wie Oskar. Wie kam der denn hierher? Der lag doch bei Kikki im Bett. Nichts als Ärger schien man mit diesen Plüschcasanova zu haben. Ja der Dackelblick hätte sie warnen sollen. Darum kam ihr der Blick so vertraut vor. Ja und das Rülpsen war auch ein böses Zeichen. Plötzlich schnellte die Zunge aus dem Mund des Bären heraus. Und schnappte nach einer weiteren Eisfliege. Oh mist kleine Nebenwirkungen. Hätte ich dir gesagt wer ich bin Julia hättest du mich hier dumm stehen lassen und nicht geholfen. Hätte ich gewusst du Pelzeumel; das du es bist hätte ich ein Feuerchen gemacht und mir Froschschenkel gegrillt. Fauchte Julia. Der Bär trug sein berühmtes blödes Dauerlächeln. An seinem Ohr leuchtete das rote kleine Herz. Seine Knopfaugen blickten Schelmisch. Der blöde Bär war eine Narretei. Ja Von dem konnten alle Jecken noch lernen. Und der Bärenkobold wusste und liebte es Julia zu ärgern. Aber umgekehrt war es genauso. Sie konnten einfach nicht mit und ohne einander mehr leben. Schließlich sagte der Bär komm rein in die Hütte und lass uns Kuchen Essen und Tee trinken. Im Kamin brannte ein Feuer. Es knisterte. Ein Bett stand in der hinteren Ecke. Ein Tisch und zwei Stühle standen in der Mitte des Raumes. Der Bärenkobold servierte Julia Tee und Kuchen. Im Endeffekt sah es so aus. Julia aß nur ein mickriges Stückchen. Ja Julia aß bekanntlich nur wie ein Spatz. Dafür verdrückte der Bärenkobold mit nur einem Bissen den Rest des Kuchens. Er Rülpste erneut, und Furzte. Na toll dachte Madam Julia wie ihre Mutter sie öfters mal nannte. Da bin ich mal wieder im Einhornland und dann muss ich auch noch das mir wieder antun. Aber Julia vermied es laut zu sprechen. Sie behielt lieber die Gedanken für sich. In einem Kochtopf am Herdfeuer köchelte irgendein Eintopf. Als der Bär Julias Blicke bemerkte sagte er nur Bohneneintopf. Julia wusste was das bedeutete und sagte laut; Oh nein. Oh doch grinste das Fellknäul vor ihr. Du weißt doch jedes Böhnchen ergibt ein Tönnchen. Das Grinsen im Gesicht des Bärenkobolds wurde immer breiter. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Julia schloss die Augen. Als sie wieder ihre Augen öffnete erblickte sie einen geschmückten kleinen Weihnachtsbaum. Der Bärenkobold trug eine rote Weihnachtsmütze. Zum Glück verzichtete der Bär auf ein lautstarkes Ho-Ho-Ho. Stattessen übereichte er Julia ein kleines präsent. Ja ein Geschenk. Frohe Weihnachen liebe Julia sagte er. Ja Frohe Weihnacht Bärenkobold antwortete Julia. Sie öffnete das eingepackte Packet. In dem Päckchen lag eine Rolle. Julia rollte sie ab. Für einen Moment verschlug ihr die Sprache. Nicht doch. Der Bärenkobold grinste so breit wie sie ihn hat noch nie grinsen sehen hatte zuvor. Ja damit du mich in Lebensgröße hast Julia. Ein Riesenposter als Geschenk des Bärenkobolds. Das kannst du dir in deinem Zimmer aufhängen Julia. Giftig sah Julia den Bären an. Ich werde mich hüten mein Zimmer mit so etwas zu verschandeln. Doch der Bärenkoboldige antwortete nicht darauf. Er dachte am Geist der Weihnacht. Der Bär nahm einen kleinen Beutel zur Hand. Etwas Glitzerndes holte er aus dem Sack. Sternenglitzerstaub antwortete er. Denn er hatte den fragenden Blick gesehen in den Augen des kleinen Mädchens. Es wurde für einen kurzen Moment dunkel. Und aufmal fand Julia sich wieder in ihren eigenen kleinen bett in ihren Zimmer. Kikki und der Bär lagen friedlich im Bett. Julia rieb sich leicht Müde ihre Augen. Plötzlich sah sie etwas an der Wand. Nein, nein, nein. Das durfte es nicht geben. Das Riesenposter in Lebensgröße des Bären klebte an ihrer Wand. Sie wusste genau dass sie es nicht dort hingehängt hatte. Dieser miese Halunke von Hungerleiderbären. In ihren Gedanken hörte sie den Bären sprechen. Frohe Weinacht Julia. Was sollte sie ihrer Mutter nur sagen wenn diese das riesige Bild des Flohzüchters an ihrer Wand sah. Aber Andrea wunderte sich über nichts mehr. Seit einiger Zeit. Andrea blickte ins Zimmer von Julia und sagte nur frohe Weihnachten Julia. Julia lächelte. Denn es war heute Heiligabend. Julia stand auf. Sie ging zu ihrer Mama. Drückte sie. Ich hab dich lieb, fröhliche Weinachten wünsche ich auch dir…
© Mike Barclay
~ 14.11.2007