Verlorene Seelen der Vergangenheit
von Sarahw aus der Kategorie Vampire
Verlorene Seelen der Vergangenheit
Kapitel Eins
Lauf durch den kalten dunklen Wald. Keine Schuhe an den Füßen. Nur mein Nachthemd am Leib. Hinter mir das Monster, es scheint als werde es immer schneller. Es jagt mich durch den Wald und es will mich töten, ich weiß es und es wird mich genauso töten, wie meine Familie. Auch meinen kleinen Bruder hat es zerrissen, als wäre er nur ein Stück Stoff. Überall war Blut im ganzen Haus. Das Monster hinter mir heult und flüstert meinen Namen.
„ Oh Kathi! Komm schon! Komm zu mir kleine Kathi!“
Versuch so schnell zu laufen, wie es mir meine kleinen Füße erlauben. Wusste nicht, dass das Monster so schnell ist. Ich laufe immer tiefer in den Wald. Kümmere mich nicht um die Äste, die mir in mein Gesicht peitschen. Laufe einfach nur und laufe so schnell ich kann. Fühle wie mein Herz immer schneller und härter gegen meine Brust hämmert. Es fühlt sich an, als würde es gleich aus meiner Brust springen wollen. Kann fast nicht mehr atmen. Die Luft schmerzt in meinen Lungen. Meine Füße schmerzen auch als ich über eine Wurzel stolpre. Aber das fühle ich fast nicht mehr, nur noch das Monster hinter mir jagend und ich fühle fast schon seinen hässlichen Atem. Ich fürchte nun den dunklen Wald nicht mehr, nur noch das Monster das immer näher kommt. Die Tränen laufen mir über die schmutzigen Wangen aber ich bemerke sie kaum. Wische mir nur schnell mir den Handrücken rüber, dass ich wieder sehen kann und alles was ich denken kann ist nur: 'Oh Gott! Bitte lass mich nicht sterben.'
Ich kann es immer noch hinter mir hören; es flüstert wieder meinen Namen. Es klingt schrecklich aus dem Maul des Monsters. Versuche schneller zu entkommen, so schnell ich nur kann, aber das Monster wird immer schneller, es scheint als fliegt es durch den Wald. Ich kann es schon fast fühlen. Der Mond hoch am Himmel leuchtet mir und es scheint so, als wäre ich nicht mehr ganz alleine mit dem Monster hier draußen im Wald. Aber das einzige was ich immer noch höre ist das Schlagen meines Herzens und das Jaulen des Monsters hinter mir. Just in dem Moment, als ich denke ich kann nicht mehr, steht jemand vor mir. Er trägt einen langen schwarzen Mantel, der bis hinunter zu seinen Stiefel reicht. In seiner rechten Hand hält er ein ziemlich langes und doppelt-schneidiges Schwert.
'Oh mein Gott! Noch einer, der mich töten will!' ist alles was ich noch denken kann und lasse mich auf meine Knie fallen. Tränen laufen mir über meine Wangen und ich konnte nur noch zu diesem Mann hoch starren. Das Jaulen war jetzt ganz nah, als wäre das Monster schon hier. Der andre Kerl steht einfach nur da und hält sein Schwert fest in der Hand. Den Blick fest in Richtung Monster geheftet. Ohne irgendein Wort fast er mich plötzlich an meinen Schultern und stoßt mich weg von ihm. Der Boden ist hart und nass auf den ich aufkomme. Ich spüre, dass ich ziemlich hart auf meiner rechten Schulter gelandet bin. Jetzt höre das schreckliche Jaulen des Monsters ganz nah. Spüre seinen scharfen Atem und so plötzlich wie ich diesen spürte, wurde das Monster von mir weg gerissen.
Ich krieche rückwärts und bemerke kaum meine blutigen Hände, die in einen Dornbusch griffen. Nun sehe ich wie der Mann mit dem Monster kämpft und seine Schwert durch die Luft schwingt. Das Monster brüllt wütend auf und versucht auf seinen Widersacher ein zuschlagen. Er versucht sogar ihn zu beißen. Nun sehe ich auch sein Maul, schrecklich spitze Zähne waren zusehen, wie bei einem Raubtier. Sein Gesicht hatte zwar irgendwie was menschliches aber je mehr es versuchte den anderen zu töten, wich immer mehr das menschliche. Es war nur noch eine hässliche Fratze zusehen. Kaum zu glauben, dass dieses Ding so was wie ein Mensch sein soll. Ich konnte den Blick nicht abwenden. Die Zwei kämpfen hart und brutal. Ich glaube auch zu hören, wie Knochen brechen. So was schreckliches habe ich bisher noch nie gehört. Das Monster schreit und faucht, aber nicht vor Schmerzen, sondern vor Wut. Der Mann schlägt hart auf ihn ein und schwingt nun sein Schwert hoch über seinen Kopf. Mit einem Hieb schlägt er dem Monster dem Kopf ab. Es bleibt noch einige Sekunden stehen als dessen Kopf vor meine Füße rollt. Der Kopf blickt mich mit gefletschten Zähnen an und ich springe auf und fange an zu schreien. Der Mann steht immer noch da und von seinem Schwert tropft das Blut des Monsters. Nun bewegt er sich auf mich zu und ich versuche von ihm wegzulaufen. Ich komme nicht weit, da packt mich seine Hand an meinem Arm und hält mich zurück.
„Schsch..ist alles gut. Ich will Dir helfen.“ Ich lasse mich nicht beruhigen und fange an um mich zu schlagen, während er weiterhin versucht mich zu beruhigen. Letztendlich falle ich dann doch schluchzend in seine Arme als ich merke, dass er mir wirklich nichts tun will.
Dies geschah vor ungefähr zehn Jahren. Heute ist mein neunzehnter Geburtstag, denn ich mit meinem Onkel Chris verbringe. Eigentlich ist sein Name Christoph und er war derjenige, der mich in jener schrecklichen Nacht gerettet hat. Bis dahin wusste ich nicht, dass meine Mutter noch einen älteren Bruder hatte, denn sie hat nie von ihm erzählt. Auch Chris erzählt nicht viel von seiner Vergangenheit. Er ist nur daran interessiert, dass ich lebe. Von ihm habe ich auch einige Kampftechniken gelernt, auch wie man mit einem Schwert umgeht. Angewendet habe ich dies alles bisher noch nicht. Chris ließ das nie zu, er betont immer wieder, dass es wichtig ist, dass ich weiterlebe. Wenn es an der Zeit wäre, würde er mir alles lehren, und wie man diese Monster bekämpft. Was diese Monster angeht, erzählte mir Chris was und wer sie sind. Zuerst konnte ich es nicht glauben, dass es sie, die Vampire, wirklich gibt. Ja Vampire, sie leben unter uns und das schon seit hundert von Jahren. Man hörte hin und wieder von seltsamen Zwischenfällen oder ungelösten, brutalen Morden, aber dass Vampire dahinter steckten, war schier undenkbar. Das waren doch nur Mythen und Legenden aus denen Filme gemacht worden sind. Filme in denen immer wieder von dem Grafen Dracula die Rede ist. Er sei der Erste seiner Art und so weiter, aber dies ist das einzig, dass nicht der Wahrheit entspricht. Woher sie eigentlich wirklich kommen, kann keiner mehr sagen, nur dass es sie schon immer gegeben hat und dass es sie weiterhin geben wird.
Der Beweis für mich liegt zehn Jahre zurück, als der Vampir in das Haus meiner Eltern einbrach und alle tötete, die ich liebte. Was für mich damals undenkbar erschient, entspricht nun der bitteren Wahrheit. An die ich Jahr für Jahr erinnert werde. Werde immer noch von Alpträumen geplagt, in denen mich der Vampir jagt. Wenn ich dann schweißgebadet aufwache dann ist, wie in jener Nacht, Chris bei mir und versucht mich zu beruhigen. Ich lebe nun seit fast zehn Jahren bei ihm und weiß immer noch nicht viel über ihn. Immer wenn ich ihn nach seiner Vergangenheit oder meiner Mutter frage, weicht er immer aus oder wird wütend und verschwindet dann die ganze Nacht. Ich weiß, dass er weiterhin auf die Jagd nach Vampiren ist. Aber warum er das so zielstrebig verfolgt und immer bedacht ist, dass mir nichts passiert, dass verrät Chris immer noch nicht. Er sieht auch keinen Tag älter aus, wenn er das Haus verlässt. Immer mit seinem schwarzen langen Mantel und das lange doppelt-schneidige Schwert.
Wer war Christoph wirklich? Verheimlicht er mir was? Wenn ja was ist es dann, hat es mit meiner Mutter zu tun, dass er immer wieder dem Thema ausweicht. Warum war er ausgerechnet in jener Nacht in der Nähe? Ich weiß, dass Christoph irgendein dunkles Geheimnis hat und er es mir nicht anvertrauen kann oder will. Aber so kann es doch nicht mehr weitergehen. Zu viele offene Fragen auf die ich keine Antworten habe. So beschloss ich, dass es heute Zeit wird dem ganzen ein Ende zu machen. Es muss sein, ich will endlich alles wissen. Dies wird heute der Tag der Wahrheiten werden. Mein Entschluss stand fest.
Während ich noch vor mir hin grübelte, wie ich das am besten anstellen könnte, fing mein Handy an zu brummen.
„Ola chicka! Happy Birthday!!“ flötete es mir fröhlich ins Ohr. Am anderen Ende der Leitung war mein Freund Ramirez Consales. Also er war nur ein guter Freund, wir hatten mal was miteinander aber die große Liebe ist das nicht gewesen. Eigentlich stammt er aus Costa Rica und im Moment ist es er an der Uni um Medizin zu studieren. Wir trafen uns mal zufällig im Café LeDor in dem ich bediene und die meiste Zeit des Tages verbringen wir auch dort.
„Hey was los Chicka? Lust auf einen Geburtstags Latte?“ Er schafft es immer wieder mich aus meinen Gedanken zu reißen.
„Okay. Bin unterwegs.“ stimmte ich zu und schwinge mich dann doch noch aus meinen Bett. Es ist schon Spätnachmittag und mein Onkel war noch in der Arbeit. So lege ich ihm nur einen Zettel hin, wo er mich finden kann, wenn was sein sollte.
Schnappe mir noch meine Jacke, Tasche und Schlüssel und schon bin ich aus der Tür. Schneeflocken fallen sachte vom Himmel herab und bedecken den Weg vor mir. Ich bin gerne zu Fuß unterwegs. Seit jener Nacht habe ich nicht so schnell mehr laufen müssen. Es wird aber wieder der Tag kommen an dem ich wieder so weglaufen muss. Ich weiß nicht wann dieser Tag kommen wird aber ich habe das Gefühl, dass es bald soweit sein könnte.
Ich bin noch keine zehn Meter weit weg gekommen als es plötzlich „Plopp“ machte. Ja „Plopp“ genau so ein Geräusch als wenn man einen Korken aus einer Weinflasche zieht. Nur „Plopp“ und mit diesem Geräusch, stand plötzlich eine schwarze Frau mit seltsamer Kleidung vor mir. Sie sah aus als wenn sie gerade direkt aus Afrika kommt mit ihren Rastakopf.
„Du musst Deine Familie retten.“ flüstert sie mir zu. Zu meiner Überraschung spricht sie auch noch meine Sprache.
„Hey Lady. Meine Familie ist tot!“ Widerspreche ich ihr.“T.O.T“
„Es ist nicht alles so wie es erscheint.“ gibt sie mir nur als Antwort.
„Was soll das? Sag mir was Du willst von mir und wer bist Du überhaupt?“ Also diese schwarze Frau ist mir sehr suspekt.
„Also mein Name ist Akeelah.“Beginnt die Frau mir zu berichten.“ Und Du Kathi musst deine Familie rettet, bevor es zu spät ist.“ Also nun versteh ich gar nichts mehr. Woher zum Henker, weiß die meinen Namen und warum schnallt die es nicht, dass meine Familie tot ist.
„Was ist den das für eine Name? Ahila??“
„Akeelah.“ berichtigt sie mich ganz freundlich und bestimmend.“Und so nennt man mich schon seit Anbeginn.“
„Was soll das nun wieder?“ will ich von ihr wissen.“Du bist ja irre1 Völlig gacka. Von Anbeginn. So ein Schwachsinn!“ Weißt Du was? Für so was hab ich echt keinen Nerv. Ich muss weiter.“ Schimpfe ich los und Akeelah schaut mich nur verständnislos an und flüstert nur.
„Du musst sehen um zu verstehen.“
Jetzt spinnt die Alte ganz, denke ich nur noch und schüttle langsam den Kopf. Nun legt sie mir auch noch beide Hände auf meine Schultern, schaut mir tief in die Augen und murmelt irgendwas vor sich hin.
Plötzlich fängt sich alles an zudrehen und zu verschwimmen. Es ist als wenn sich ein Schleier über meine Augen legt. So schnell wie es begann war es auch schon vorüber und ich stehe in mitten eines Wohnzimmers. Ein kleines Mädchen öffnet gerade ihre Geschenke während ihre Eltern um sie herum stehen. Die Mutter knipst ein paar Bilder und mir wird plötzlich klar, das kleine Mädchen dort bin ja ich. Es muss meine fünfter Geburtstag gewesen sein. Kaum begriff ich, wo ich war, war ich auch schon wieder wo anders. Gelandet bin ich in der Küche des selben Abends und es war schon Mitternacht. Meine Mutter saß am Küchentisch, vor ihr brannte eine Kerze und sie murmelte irgendwas in einer fremden Sprache, die ich noch nie zuvor gehört habe. Als ich meine Mutter näher betrachte fällt mir auf, dass ihre Augen ganz schwarz sind und sie hat auch noch so einen seltsamen Ausdruck in ihrem Gesicht. So etwas habe ich bei ihr noch nie gesehen. Irgendwie unheimlich das Ganze. Meine Mutter war ganz in Trance als plötzlich eine schwarze Gestalt erschien. Sein Gesicht ist mit einer Kapuze bedeckt und er trägt eine Art schwarze Kutte. Er spricht zu ihr auch in dieses fremdartigen Sprache.Ihre Augen blitzen noch kurz rot auf bevor ich wieder weggezogen werde.
Nun stehe ich wieder in unserem alten Wohnzimmer. Oh mein Gott! Das ist jenne Nacht, in der ich alles verlor. Überall ist Blut und in einer Blutlache liegt mein Vater und hebt verzweifelt seinen Arm. Er flüstert schwach „Kathi. Du musst von hier weg. Schnell mein Kind.“
Als ich mich umdrehe sehe ich ich mich dastehen in der Tür nur mein blutverschmiertes Nachthemd an. Da habe ich meinen Vater zum Letzten mal gesehen bevor er starb.
Aber was ist das? Frag ich mich als ich nun ansah. Oh mein Gott, dass kann doch nicht wahr sein, sage ich zu mir. Den Blick immer noch an diese Person gerichtet, höre ich wie die Haustüre geöffnet wird und mein anderes Ich ergreift die Flucht. Diese Person, die sich über meinen Vater beugt und die blutigen Zähne fletscht, ist nicht das selbe Monster, dass mich vor Jahren durch den Wald gejagt hat. Nein es ist meine eigene Mutter.
Verärgert faucht sie nun.“Angelus! Los hinter ihr her! Bring sie mir! Aber lebend!“
Meine Mutter? Meine eigene Mutter! Sie hat meinen Vater umgebracht! Ich kann es nicht fassen. Verzweifelt schaue ich mich um, ob ich Akeelah sehe. Sie soll mich augenblicklich von hier weg bringen. Ich habe genug gesehen.
Wie konnte meine Mutter nur so was schreckliches tun? Frage ich mich verzweifelt. Das kann doch alles nicht wahr sein.
Mit einem mal bin ich wieder auf der Straße und der Schnee fällt mir in mein schweißgebadetes Gesicht. Akeelah steht vor mir und guckt mich immer noch an.
-------Ende des Kapital eins-----Forstezung folgt-------------