Vampires Will (Never) Hurt You
von Mary Killjoy aus der Kategorie Vampir Romane
Ich wünschte ich könnte diesen Tag einfach vergessen. Es änderte sich alles mit nur einem Satz, ein Satz, der mein gesamtes Leben veränderte. Nur wusste ich das an diesem Tag noch nicht…
An dem besagten Tag saß ich im Tourbus und trank wieder mal meinen frisch gemachten Kaffee. Ich liebe Kaffee, ich könnte mir einfach kein Leben ohne ihn vorstellen. Doch plötzlich wurde dieser schöne Moment von jenem gestört, den ich meinen Bruder nennen darf. Er kam in den Bus gestürmt und brach keuchend vor mir zusammen.
Ich wusste nicht, was mit ihm los war, aber er hockte nur vor mir, schwer atmend und ich wollte ihn so gerne fragen, was los ist, doch in solchen Situationen konnte ich einfach nicht. Dieser verdammte Kloß in meinem Hals will sich dann einfach nicht auflösen und macht mir das Leben noch schwerer. Auf einmal nahm er mir die Last und stotterte vor sich hin, ohne vorher zu atmen wohlbemerkt: „…er…ich…also…er…ich weiß auch nicht…er ist…irgendwie… verrückt geworden…er…“
„Mikey! Atme erst einmal und sag mir dann ganz genau was los ist, OK?“, endlich, Kloß überwunden!
„Frank…er…er ist plötzlich verschwunden…und als ich mich ein paar Sekunden später umdrehte…da…da lag Ray plötzlich blutend auf dem Boden und…“ „Ray lag was??“ „Es ist nicht schlimm aber irgendetwas ist verdammt schnell and seinem Arm vorbeigerannt denn er hat eine kleine Wunde am Arm und…“ „Er hat was??“ „Man jetzt beruhig dich doch mal Gee! Ich dachte ich wäre hier der, der sich beruhigen soll! …also…wie schon gesagt, dann kam Frank plötzlich von hinten und fasste mir auf die Schulter und… fragte mich ob er was verpasst hätte und… ich meine…das kann doch kein Zufall sein oder? Ich meine… Frank verschwindet und 5 Sekunden später wird Ray verletzt…und… wenige Augenblicke später steht Frank mit neuem Kaffee in seiner Hand vor mir und…“ „Was hast du dann gemacht?“ „Ich weiß nicht…ich…ich bin direkt zu dir gerannt!“
Ich hielt kurz inne und nach langer Erklärung konnte auch Mikey endlich wieder einatmen.
Wir saßen eine Weile so da, Arm in Arm, als Mikey, immer noch schluchzend neben mir, meinte, er ginge kurz zu Ray um zu schauen ob es ihm auch wieder gut geht. Als er den Bus verließ war ich also ganz allein… allein mit meinen Gedanken… allein mit meinen aufkommenden Gefühlen wenn man nur seinen Namen nannte…
Am Abend war wieder alles wie immer. Wir saßen gemeinsam in der Runde irgendwo hinter der Bühne und tranken Bier. Ich und Frank, auch wie immer, noch ein zweites neben uns stehen. Ich bin schon lange nicht mehr abhängig, was ich unter anderem auch ihm zu verdanken habe, aber ab und zu mal ein Bier schadet mir nicht weiter. Aber eines war doch nicht ’wie immer’.
Nein, heute trug Frank einen Hoodie, und zwar HINTER der Bühne! Zugegebener maßen tat er dies fast nie! Er zog ihn entweder kurz vor der Show an oder er ließ ihn einfach links liegen. Aber nicht heute. Heute hat er ihn an. Einen schwarzen Hoodie und darunter, soweit ich das erkennen kann, sein rotes Homophobia is Gay Shirt. Ich kannte ihn schon so lange, und schon so lange kam ich nicht drum herum ihm ihn die Augen zu schauen. Braun-grüne, große Augen die mich einfach jedes Mal aufs neue fesselten. Ich wusste nicht warum, oder weshalb ich ihn so sehr mochte. Ich wusste nur, dass ich es definitiv tat. Ich habe ihn auch schon oft geküsst, aber nur auf der Bühne und wenn ich ehrlich bin…ich glaube nicht das ihm das etwas bedeutet…allerdings erhoffe ich mir dies doch manchmal…wenn ich ihn jetzt wieder vor mir sitzen sehe, und mich zusammenreissen will. Doch am Ende bringe ich wieder nur einen kurzen Bühnenkuss zu stande der, wie schon gesagt, ihm wahrscheinlich eh nichts bedeutet…rein gar nichts…
Was sollte ich auch erwarten? Er hatte schließlich eine Freundin…und ich wollte ihn auch nicht verletzen oder ihn verlieren…als Gitaristen…als Kumpel…als Freund…
Plötzlich musste ich wieder darüber nachdenken, was Mikey zum mir sagte…’Kann das ein Zufall sein?’…ich denke im Leben gibt es genug Zufälle um sie eindeutig nicht identifizieren zu können aber…diesmal schien alles irgendwie einen Zusammenhang zu haben. Ich wusste nicht warum ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht schon darauf gekommen bin. Wahrscheinlich weil ich dachte das so etwas überhaupt nicht möglich ist…ja…wahrscheinlich…
Meine Gedankengänge wurden jäh unterbrochen als mir etwas Feuchtes über meine Schulter lief. Oder sollte ich eher sagen, wie ein reißender Fluss sich langsam den Weg zu meinen Beinen bahnte. „Man! Verdammt kannst du nicht auf…“, doch weiter kam ich nicht als es mir im Hals stecken blieb. Er war es…er hatte mir gerade sein Bier übergekippt…und ich weiß nicht warum aber…ich konnte mich nicht bewegen und ihm einfach nur in die Augen sehen…in diese wunderschönen Augen…von denen ich hoffte sie niemals zu verlieren…
„Haha, du solltest dein Gesicht sehen!“, war das einzige was ich von Frank zu hören bekam…das einzige…kein oh sorry…nur ein schallendes Lachen, was Ray und Mikey gleich unterstützten.
Ich spürte förmlich wie mir der Scham ins Gesicht stieß als Mikey ausgerechnet jetzt lauthals hinzufügen musste: „Man Gee jetzt hör doch mal auf so zu glotzen! Du zerfließt ja wie Butter wenn du ihn so anstarrst!“… das gab mir den Rest. Ich stand auf, schmiss mein Bier um und rannte in richtung...ich weiß selbst nicht wohin...einfach weg von hier...weg von dem Gelächter...weg von ihm...
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Ich lief raus und setzte mich auf eine Bank, die hinter unserem Tourbus beinahe versteckt stand
und zog die Beine so nah wie möglich an meinen Oberkörper und legte den Kopf auf die Knie, was nicht wirklich einfach war, weil ich so groß bin.
Ich weiß nicht wie lange ich so da saß, es kam mir auf jeden Fall ziemlich lang vor. Ohne ihn fast schon wie eine halbe Ewigkeit…
Nach gefühlten drei Stunden, spürte ich eine Hand auf meiner Schulter. Kurz zuckte ich zusammen und drehte mich ruckartig um.
Ich starrte geradewegs in diese wunderschönen Augen…
\\\\\\\"Hey Gee…\\\\\\\" sagte er leise. Ich machte nichts, zeigte einfach keine Reaktion. Warum war er hier?
\\\\\\\"Hör zu, es tut mir leid. Darf…darf ich mich vielleicht zu dir setzen?\\\\\\\" fragte er.
Ich zuckte mit den Schultern. Er hatte sich also doch noch entschuldigt…
Ich wusste das Frank niemand war der einem ernsthaft etwas zu leide tat und sich danach nicht entschuldigt…
\\\\\\\"Jetzt zieh doch nicht so ein Gesicht, Gee, was hast du denn?\\\\\\\" Fragte er beinahe flüsternd und setzte sich dabei unauffällig neben mich. \\\\\\\"Ich…ich weiß es auch nicht Frank, ich, weiß es wirklich nicht.\\\\\\\" seufzte ich.
Ich tat mir leid. Ja, ich tat mir selbst leid. Geht so etwas überhaupt? Ich weiß es nicht…und es interessierte mich im Moment auch nicht. Ich fokussierte mich ganz auf diesen Moment. Er so nah bei mir, ich fast schluchzend neben ihm…
\\\\\\\"Hm…\\\\\\\" gab Frank nur von sich. Er legte einen Arm um mich und ich konnte seinen warmen Atem ganz nah an mir spüren...Oh Gott was tue ich hier? Ich wollte doch nicht mehr daran denk-
\\\\\\\"Du riechst nach Kokosnuss...\\\\\\\" nuschelte er ganz nah an meinem Ohr. Ich wollte antworten doch ich konnte es nicht, da der inzwischen bekannte Kloß sich mir abermals widersprach. Ohne auch nur mein Gehirn versuchen einzuschalten lehnte ich meinen Kopf auf seinen. „Ähm nichts…nichts...vergiss es einfach ich-\\\\\\\" „Du hast gesagt…ich würde riechen…“…
Ein Kichern entfuhr ihm als der Satz fiel.
„Ja aber…gut…sogar sehr gut…“, ich dachte mir nicht viel dabei aber- halt, hat er das gerade wirklich gesagt? Will er mich jetzt anmachen oder so? Also…nicht das ich das nicht will aber…nach der Aktion eben brauche ich erst einmal meine Auszeit. Ich wollte ihn so sehr fühlen, ihn berühren…doch ich tat es nicht. Ich konnte es einfach nicht…nicht hier…nicht jetzt…
Wir saßen lange hier. Schweigend Arm in Arm. Ich wollte diesen Moment nicht zerstören aber ich musste es…
Denn etwas Unnachgiebiges drückte sich allmählich in Richtung unterer Ausgang.
Ich wollte nicht aufstehen…doch schweren Herzens tat ich es und erntete dafür einen verwirrten Blick von Frank.
„Ich…ich muss kurz-“ „Ist schon okay Gee…wenn du nicht willst dann-“, er stand auf. „Ich geh mal wieder rein ich…ich hab Hunger…“ und schon dreht er sich um und ging…einfach so…
Und wieder stand ich dort…alleine…er hatte sich aus dem staub gemacht…wie immer eigentlich nur…diesmal war ich daran auch noch Schuld.
Verzweifelt rannte ich zum Tourbus um mich zu erleichtern.
Warum musste man eigentlich so oft auf die Toilette? Vor allem in solchen Momenten ärgerte mich das besonders.
Er war so nah bei mir und ich fühlte mich geborgen…es ist komisch, er ist immerhin mein bester Freund aber…irgendetwas ist da das ich nicht leugnen kann.
Also saß ich jetzt hier…erneut auf dem Sofa im Bus.
Nur diesmal ohne Mikey, alleine…wie auch schon zuvor…alleine mit meinen Gedanken und Gefühlen…
Immerhin hatte er sich entschuldigt und nebenbei bemerkt, ich glaube ihm sogar, dass es ihm leid tut. Ich erkenne Frank manchmal einfach nicht wieder und doch hoffe ich mir so sehr, das er eines Tages wieder der alte sein würde.
Ich habe schon damals gewusst, dass ich mehr für ihn empfinde, als nur beste Freundschaft.
Ich habe ihn geliebt…meinen besten Freund…und ich tue es noch immer…
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Als ich aufwachte hing Ray halb über mir und versuchte mich wohl zu wecken was damit endete, das mein Kopf wie wild brummte als hätte mir einer mit einem Stein auf den Kopf geschlagen.
„Hey Gerard! Oh Gott sei Dank! Wir dachten schon du seihst Tod!“ lachte Ray. Ich sah auf und da stand auch schon Mikey neben mir und brachte mir frischen Kaffee um richtig wach zu werden, den heute war ja schließlich ein wichtiger Tag für mich…es war die Nacht auf Halloween…
Morgen hatte Frank Geburtstag und ich hatte immer noch kein Geschenk das ihn umhauen würde…
Ich wollte, dass sein Geschenk ihm zeigt wie sehr ich ihn mag, doch mir fiel einfach nichts dermaßen ein…
„Geht’s dir auch wirklich gut?“ kam es von Mikey nach seinem ach so tollen Lachkrampf.
„Ja! Vielen Dank Dr. Way!“ kam es motzig von mir hinterher.
„Hey sorry Bruder! Ich hab ja nur gefragt!“ patzte Mikes zurück.
„Darf ich mich jetzt umziehen?“ fragte ich. Ich hatte gerade schwer das Bedürfnis danach mich mal wieder zu rasieren und mir etwas Frisches anzuziehen.
„Gerne, aber zieh dir was Schickes an! Wir müssen dem Geburtstagkind schließlich noch gratulieren und ihm seine Geschenke geben!“
Meine Augen weiteten sich als der Satz fiel.
„Du hast nicht daran gedacht oder?“
„Ehm…doch ich…ich muss das Geschenk nur noch abholen…in der Stadt…gleich…“
„Na dann mach mal hinne!“ schmiss Ray noch hinterher als er den Bus verließ.
\\\\\\\"Mikey was hast du eigentlich für Frank?\\\\\\\" fragte ich \\\\\\\"Na ja, nichts Besonderes… ich hab ihm seine Lieblingsschockolade gekauft und ein Foto von uns allen, dass was auf der After Show Party letztens entstanden ist.\\\\\\\"
\\\\\\\"Das? Oh Mikey bitte… hast du mal gesehen wie ich da aussehe?\\\\\\\"
Mikey grinste. \\\\\\\"Quatsch, wir sehen alle verpeilt aus, aber deswegen find ich das Bild auch so genial!\\\\\\\" Sagte Mikey begeistert.
Ich seufzte. \\\\\\\"Wenn du meinst…\\\\\\\"
Mikey klopfte mir auf die Schulter. \\\\\\\"Was hast du für ihn?\\\\\\\" fragte er.
Ich überlegte. Dann kam mir die Idee. \\\\\\\"Ich…ich weiß nicht...\\\\\\\"
\\\\\\\"Gee? Du hast nichts oder?\\\\\\\" grinste Mikey. Ich musste auch grinsen.
„Nein…ich werde mich darum kümmern…“gab ich besorgt bekannt.
\\\\\\\"Okay Brüderchen, ich geh duschen.\\\\\\\" sagte ich, stand auf und boxte ihm leicht in die Seite.
\\\\\\\"Heeey wofür war das denn jetzt?\\\\\\\" rief er mir hinter her. \\\\\\\"War mir grad nach!\\\\\\\" antwortete ich und öffnete die Tür zur engen Tourbus Dusche. Wie ich sie hasse...
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Ich schlüpfte unter die Dusche, ließ das warme Wasser an mir herunterlaufen und entspannte mich ein wenig.
Es mag vielleicht komisch klingen, aber beim duschen kommen mir die meisten Ideen.
Also, was konnte ich ihm denn nun schenken? Es musste schnell zu besorgen sein, denn die Party fing, laut Mikey, in zwei Stunden an und ich hatte immernoch nichts, was ihn umhauen könnte und ihm meine Zuneigung offenbarte…
Gedankenblitz!
Natürlich! Warum bin ich da nicht früher drauf gekommen? Manchmal fallen einem die einfachsten Sachen nicht ein.
Ich wusste was ich ihm kaufen würde und ja, es würde etwas besonderes sein…denn er ist auch etwas Besonderes für mich…
Frisch geduscht schlüpfte ich in meine Sachen, nur eins fehlte…
Ich durchsuchte den ganzen Bus doch ich konnte sie einfach nicht finden!
Wo hatte ich sie eben eigentlich hingelegt? Auf das Sofa? Nein. Im Bad? Auch nicht.
Aber wo dann?
Plötzlich hörte ich von draußen ein kichern das sich sehr verdächtig nach seinem anhörte…
Ich rannte unüberlegt aus dem Bus und schon war es passiert. Ich lief gegen ihn und prallte mit samt meiner gestohlenen Hose, die er immernoch fest hielt, auf das Gras und somit auch auf ihm.
Ich realisierte kaum was gerade geschehen war als er mich schon wieder versuchte zur Seite zu drücken, wahrscheinlich, damit er unter mir nicht erstickte, schließlich war ich um einiges größer als er.
Aber das wollte ich auch nicht ändern, er sollte immer mein kleiner Frankie bleiben…
Wie in Trance von diesen wunderschönen Augen lag ich auf ihm, meine Arme neben seinem Kopf abgestützt, und wusste nicht was ich zuerst tu sollte. Mich entschuldigen? Aufstehen? Liegen bleiben?
„Geht’s dir gut?“ platzte es aus mir heraus. Ich hätte mich am liebsten selbst dafür geschlagen aber das käme jetzt wirklich nicht gut. Also schlug ich mir einfach vor meinem inneren Auge eine rein.
„Na klar geht’s mir gut! Du zerquetschst gerade nur die wichtigsten meiner Organe!“ gab der immernoch unter mir liegende ziemlich motzig zurück.
„Ich…sorry…ich wollte dich nicht umrennen ich…ich wollte nur meine Hose haben…“ schielte ich rüber zu seiner linken Hand mit dem besagten Objekt.
„Dann sei so gütig und geh von mir runter dann kannst du deine Hose auch wieder haben!“
Gesagt, getan. Ich stand auf, schüttelte den Dreck von mir ab und entschuldigte mich noch einmal:
„Sorry, ich…ich wollte wirklich nicht-„“Jaja, hab schon kapiert! Hier!“. Er drückte mir die Hose in die Hand, drehte sich um und verschwand…schon wieder…
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Es verging einige Zeit als ich bemerkte, dass ich immernoch hier stand, den Blick auf die Stelle gerichtet in der Frank verschwunden war und ja, ich hatte Boxershorts an!
Als ich immer mehr Blicke einfing entschied ich mich kurzerhand dazu, wieder ganz unauffällig zurück in den Bus zu gehen und auch endlich meine Hose anzuziehen.
Ich saß also mal wieder hier und dachte nach. Über mein Leben und über meine Freunde…über meine Liebe…
Ich hatte momentan keine Freundin aber ich hatte auch nicht wirklich Zeit dafür. Eine Tour beansprucht wirklich verdammt viel Zeit…
Wo wir schon einmal bei dem Thema Zeit angekommen sind…wir hätten da ja immernoch das kleine Problem mit dem Geschenk. Ach was rede(denke) ich, es ist verdammt noch mal ein riesiges Problem!
Meine Beine machten sich bei diesem Gedanken wie automatisch auf den Weg zu meinem kleinen Bett, welches links vom Gang liegt, um mir meine Jacke über zu ziehen.
Als ich mich umdrehen wollte fiel mein Blick auf Frankies Bett, welches meinem direkt gegenüber liegt.
Über ihm schläft Ray und über mir Mikey, also an sich eine gerechte Aufteilung. Wenn man an die Größenverhältnisse dachte, war es eh klar, dass Frank am Besten unten schläft.
Warum ich jedoch neben ihm lag, wusste ich nicht, wahrscheinlich weil ich nicht oben schlafen wollte. Ich hasse es in Hochbetten oben zu schlafen. Alleine schon die Tatsache, dass man jeden Moment aus seinem wohlverdienten Schlaf gerissen wird, weil man, wie sollte es auch anders sein, auf den Boden knallt und währenddessen noch seinen Kopf an den anderen Betten stößt, denn besonders breit war der Durchgang nicht.
Manchmal vergaß Frank den Vorhang zu zumachen oder er wollte es einfach nicht, denn, ich spreche aus Erfahrung, man könnte schnell mal Atemprobleme bekommen!
Ich könnte ihn Stundenlang so beobachten. Wie er einfach nur da liegt, meistens mit dem Rücken zu mir, und ruhig atmet. In diesen Momenten sieht er so friedlich aus und man möchte ihn einfach nur in den Arm nehmen und ihm einen dicken Schmatzer aufdrücken als wäre er der eigene Sohn…zumindest möchte ich das…
Die Gedanken immernoch auf ihn gerichtet, bemerkte ich, dass sich außer meiner Jacke noch etwas auf meinem Bett befand, was sicherlich nicht mir gehörte.
Ich wandte meinen Blick und nahm den Gegenstand in die Hand.
Ein Brief.
Langsam öffnete ich den schwarzen Umschlag. Da wusste wohl jemand, was meine Lieblingsfarbe ist, auch wenn schwarz eigentlich nicht einmal eine richtige, staatlich anerkannte Farbe ist. Doch für mich war sie schon immer die schönste ’Farbe’ der Welt.
Sie strahlte so viel aus. Hass, trauer und doch war etwas Liebevolles darin.
Aber wer würde schon auf die Idee kommen, mir hier eine Karte zu hinterlassen?
Ich zog, zu meiner Verwunderung, keine Karte, sondern ein Stück rotes, seidenes Band hinaus.
Ich nehme an, der heimliche Hinterleger dieses ’Briefes’ hatte einen sehr guten Geschmack und kannte mich noch dazu wie seine linke Westentasche.
Ich mochte diese Kombination. Ich vergötterte sie nahezu.
Schwarz, rot und dazu noch Seide…wunderbar…
Lange stand ich da und betrachtete das Stück Stoff. Instinktiv führte ich es zu meiner Nase und sog den Geruch in mir auf als würde ich es aussaugen.
Ein zittern durchfuhr meinen ganzen Körper. Ich kannte diesen Geruch nur zu gut…er stammte von jemandem, der mir sehr nahe stand. Daher wusste er also was ich so gerne mag…
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Ich beschloss schließlich mir meine Hose zu schnappen und in die Stadt zu gehen.
Ich hatte nur noch 3 Stunden und immernoch nicht die leiseste Ahnung, was ich ihm kaufen sollte. Sollte ich überhaupt etwas kaufen?
Vielleicht freut er sich ja mehr darüber, wenn ich ihm etwas selbst mache, so wie er mir…
Wir standen in der großen, noch leeren Konzerthalle gegenüber und schauten uns einfach nur an.
Ich wusste was er dachte und er kannte meine Gedanken ebenfalls.
Wir waren so vertraut wie schon lange nicht mehr und er kannte mich in und auswendig, ich ihn ebenso.
Er nahm meine Hand und streifte mit der anderen sachte über meinen empfindlichen Arm.
Er wusste ganz genau dass ich dort kitzelig bin, doch er wusste auch, dass ich ihm in solchen Momenten keinen Wunsch ausschlagen würde.
Langsam arbeitete er sich meinen Oberarm hoch, bis hin zu meinem Hals.
Er zögerte kurz, doch schließlich zog er mich zu sich und auch ich weigerte mich nicht und gehorchte dem Drang in mir.
Ich kam ihm bereitwillig entgegen, doch kurz bevor wir uns berührten, stoppte er und musterte die Umgebung.
„Nicht hier…“ flüsterte er an mein Ohr.
„Komm!“
Ich folgte ihm aus der Halle hinaus in den Backstage bereich.
Noch war alles ruhig, nur ein paar Bühnenarbeiter die es sich gemütlich machten.
Anscheinend war ihre Arbeit für heute schon getan.
Frank zog mich weiter am Arm hinter sich her. Vermutlich wie ich sonst in meine übliche Suchtphase des Kaffeerausches gekommen wäre, beim Anblick all dieser schlürfenden Arbeiter.
Angekommen in unserem kleinen Aufenthaltszimmer, zog er die Tür hinter mir rasch zu und schloss sie ab.
Ich konnte so nicht mehr weiter machen, dachte ich mir. Ich muss auch mal etwas tun.
Und so drückte ich ihn schnell gegen die Tür, als er sich umdrehte.
Ich küsste ihn so zärtlich ich nur konnte. Er erwiderte schnell und ich kam nicht drum herum, mit meiner Zunge leicht über seine Unterlippe zu gleiten.
Natürlich öffnete er seinen Mund ohne zu zögern, was hätte ich anderes erwarten sollen?
Da ich ihn an die Tür drückte, kam ich oft mit meinen Beinen an seine. Plötzlich spürte ich allerdings etwas Hartes. Er schob mich schnell ein Stück weit von sich weg und holte etwas aus seiner Hosentasche. Nicht das was ich erwartet hatte (für alle zweideutigen Denker: Nein…das harte ist nicht Frankies Ständer!! xD).
Frank drückte mir ein kleines Paket in meine Hand. Ich starrte ihn nur dämlich an, da wir gerade etwas sehr schönes unterbrochen hatten.
„Mach es auf! Hab ich für dich gemacht…“, sagte er zögerlich.
Ich gehorchte ihm und öffnete die Schlaufe an der Seite. Zum Vorschein kam eine kleine, schwarze Kiste mit der roten Inschrift
\\\\\\\"If I revealed my secret identity, the world would go to shit.\\\\\\\"
Ich wusste nicht warum, doch diese Worte trafen mich mitten ins Herz.
Was wollte er mir damit sagen?
Was für eine geheime Identität würde Frank Iero schon haben?
Anscheinend bemerkte er schnell was in mir vorging, als er das Schweigen brach.
„Tut mir leid Gee, mehr kann ich dir nicht geben…“, sagte er voller Schuld.
Vollkommen ignorierend seinen Worten gegenüber, machte ich wieder einen Schritt auf ihn zu und schloss ihn behutsam und fest in meine Arme.
Da Frankie aber gar nicht mal so groß war, reichte sein Kopf gerade mal über meine Schulter hinüber.
„Ich liebe dich…“, flüsterte ich unkontrolliert, aber dennoch dessen bewusst was ich gerade gesagt hatte in sein Ohr.
Ich erwartete nicht, dass er antwortete, den ich wusste was er sagen würde…
Unbewusst hatte ich an einem Geschäft angehalten, als ich wieder einmal in meinen Gedanken gefangen war…
Ich drehte mich zum Schaufenster um und dort sah ich es…das perfekte Geschenk…
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Auf dem Rückweg zum Lager dachte ich nicht viel nach, jedenfalls kam es mir so vor.
Ich hatte nun endlich das, was ich gesucht hatte, doch war mir immernoch nicht bewusst, ob es ihm auch so gut gefallen würde.
Frank weiß, das zwischen uns mehr ist als nur Freundschaft, aber er will es nicht zeigen und ich weiß warum…
Was damals, es war gar nicht mal so lang her, zwischen uns passiert ist, war für uns beide nicht gerade leicht…
Langsam öffnete ich die Tür zum Bad. Ich war schon spät dran und wollte die Jungs nicht noch länger warten lassen. Soundchecks sind eben wichtig, ob man nun will oder nicht.
Wie erwartet, fand ich keinen in dem Raum vor, also trat ich hinein und schloss die Tür.
Ein starkes drücken durchfuhr meinen Körper bis es auch an meiner Magengrube ankam.
Also doch… ich hätte es wissen müssen.
Dort standen wir nun… dem andren gegenüber… in einem kleinen Bad hinter der Bühne…
Die Entscheidung, was nun geschehen sollte, war schnell getroffen. Ich musste es schon so lange zurückhalten, ich konnte nicht mehr.
Ich drückte ihn erst sachte, dann fest und bestimmt gegen die Wand und ging selbst mit.
Noch einen kurzen Moment standen wir nur so da und schauten uns an.
Diese Momente…wer würde sie schon zerstören?
Leicht aber bestimmend kam er mir ein Stück näher und drückte seine Lippen gegen meine. Immer wenn ich ihn küsste durchfuhr mich ein Schauer, nicht nur wegen ihm, auch wegen seinem kleinen Piercing, der seine Lippe schmückte, kalt und hart.
Noch einmal drückte ich ihn kurz von mir weg.
„Danke…“, flüsterte ich nah an seinem Ohr.
Zurück kam eine Art von Antwort, die ich so nicht erwartet hatte.
„Nein…Ich Danke dir Gee…“
Es hinterließ überall ein kleines Kribbeln, wo seine Lippen meine Haut berührten.
Als er schließlich wieder an meinen Lippen angekommen war, schaute er mir kurz in die Augen.
Ich wollte es und er auch. Es gab kein zurück.
…
„Gee?“, hörte ich es hinter mir hallen. So, als ob jemand aus 50 Meter Entfernung nach mir rief.
Ich fühlte wie mir jemand auf die Schulter packte.
„Kommst du? Wir müssen anfangen!“
Ich drehte mich um. Er war es. Ich war schon wieder in meinen Träumen versunken.
„Ja…ja ich komme…“, gab ich leise zurück.
Und schon wieder war es passiert. Ich hatte mich in seinen Augen verirrt…
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Ich fühlte mich als würde die Zeit überhaupt nicht vorüber gehen. Ich stand in mitten der großen Bühne neben Mikes, der grade seinen Baß stimmte. Ihm taten es Ray und Frankie mit ihren Gitarren gleich.
Ich stand einfach nur da und starrte sie an. Als der Tontechniker uns dann endlich aufrief einen Song zum einstimmen zu spielen, sah ich automatisch zu Frank hinüber.
Als sich unsere Blicke trafen nickte er nur mit seinem Kopf in richtung Arm und zeigte auf sein Tattoo das, wie ich es vermutete, eine Art Stacheldraht an seinem Linken Handgelenk darstellte.
Erst überlegte ich was er mir damit sagen wollte, doch dann kam der ersehnte Gedankenblitz.
Natürlich! Er wollte etwas von Revenge spielen!
Schnell war meine Entscheidung getroffen und ich flüsterte zu Mikes:
„Venom“ und zeigte den beiden Gitarissten und unserem neuen Drummer Pedicone mit meiner Hand ein V dessen Bedeutung sie mittlerweile kannten.
An Franks zum Boden gerichtetem Grinsen merkte ich es sofort. Er wusste, dass ich diesen Song wählen würde, ebenso wie er es getan hätte.
Kaum legten wir los, war der Song auch schon an seinem Höhepunkt. Früher schrie Frank meistens in den Songs aus Revenge, aber weil er das schon immer häufiger bei Black Parade nicht getan hat, haben wir uns auch nicht weiter darum gekümmert.
Wir dachten uns, wenn er eben nicht unbedingt wollte, musste er es ja auch nicht. Es war ja immerhin keine Pflicht.
Schließlich brach der Tontechniker ab und gab uns mit dem Daumen eine positive Beurteilung,
was bei uns so viel bedeutete wie:
Pause und ab in die Stadt!
Gesagt getan. Die andren stellten ihre Instrumente ab oder krochen hinter ihnen hervor wie beim Keyboard oder Schlagzeug auf dieser Bühne der Fall war.
Kurz kamen sie alle in einem Kreis um ein paar Bierkästen versammelt, damit wir noch bereden konnten, wohin es diesmal geht. In dieser Stadt spielten wir heute schon zum zweiten Mal, allerdings in einem andren Club, der mir, ehrlichgesagt, besser gefiel als der vorherige
Ich beobachtete Mike schon eine ganze Zeit lang, immerhin war er neu und ich wollte mir erst ein Bild von ihm machen. Wobei mir besonders auffiel, dass er sich immer mehr mit Frank verständigte, sei es durch kurze Andeutungen oder Zeichen.
Er verstand sich, selbst wenn ich das nicht gerne zugebe, gerade besser als ich mich mit Frank…
Wir einigten uns darauf, erstmal eine Bar aufzusuchen, um noch gemütlich einen Kaffe zu trinken.
Also machten wir uns auf den Weg in die Stadt, deren Namen ich bis heute noch nicht kannte, was mir aber auch relativ am Arsch vorbei ging, denn ich werde diese Stadt nie wieder in meinem Leben auch nur ansatzweise erwähnen wollen.
Denn in genau dieser Stadt, änderte sich mein Leben…
Kaum hatten wir ein passendes Café gefunden, ging das Chaos auch schon los…
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Es sah in dem kleinen Kaffe wirklich nicht schlecht aus. Eine Theke an der fett und groß SELF-SERVICE stand. Davor noch ein paar Regale mit diversen Zeitschriften von denen ich noch nie etwas gehört hatte und eine Abgrenzung vom Essbereich.
Mikey konnte sich mal wieder nicht entscheiden was er nehmen wollte, obwohl er es irgendwie doch schon genau wusste. Ray nörgelte ununterbrochen rum da keine Bedienung kam(man siehe das Schild über der Theke!).
Pedicone fand die Stühle zu unbequem, rutschte auf und ab bis er schließlich eine geeignete position gefunden hatte. Frank sah so aus als würde er gleich auf dem Tisch einpennen mit dem Kopf voraus, was weiß ich was der die ganze Nacht wieder getrieben hat. Aber anscheinend hatte es nichts mit schlaf zu tun.
Und ich… ich saß nur da und machte mich über jene lustig die ich meine Freunde nannte…
Letztendlich hatte ich dann doch keine Lust mehr.
Ich stand auf und machte mich auf den Weg zur eben noch gesichteten Toilette.
Auf dem Weg zum besagten Stillen Örtchen schielten mich die paar Gäste die noch immer im Eingangsbereich standen schief von der Seite an. Ich vermute mal das lag an meinen nicht ganz unauffälligen roten Haaren denen ich noch vor kurzem eine neue Färbung verpasst hatte.
Ich mochte meine derzeitige Haarfarbe. Sie erinnerte mich nicht so sehr an meine schwarze Vergangenheit… die Vergangenheit die ich für immer vergessen wollte…
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Soo das wars erstmal von mir :)
Hoffe die Geschichte gefällt euch
Mary