The Black Hell
von Heegen aus der Kategorie Geschichten
Kapitel 1:
Chikago / USA
19.3.1918
Patrick saß mit zwei Männern in einem dunklem, schwach beleuchteten Raum. Der eine Mann schob eine Zigarrenpackung über den langen Edelholztisch. „Wollen Sie eine?“ „Nein, danke. Ich rauche nicht!“ Patrick erkannte keines der beiden Gesichter. Es war zu dunkel. Die Gesichter waren von Schatten bedeckt. Der auffälligen schwarzen Hüte passten perfekt zu den schwarzen Smokinganzügen. Der zweite Mann griff gierig nach der Schachtel, nahm eine Zigarre heraus und steckte sie sich in den Mund. Beide Männer rauchten, sodass der Raum in Rauch gehüllt war. „Kommen wir nun zur Sache!“, fing Patrick an. „Wann können sie mir den Whisky besorgen?“, fragte der längere der Beiden mit einer verschnupften Nase. Der andere, ein kleiner, untersetzter Mann, fügte hinzu: „Und wie viel?“ Patrick überlegte kurz. Er schaute auf den Holztisch und runzelte die Stirn. Dann blickte er dem langen Mann ins Gesicht, bzw. versuchte er es, denn schließlich konnte er nur vermuten, wo sich die Augen befanden. „ Morgen um 15:00Uhr im Hafen am Steg 5.“ Dann schweifte sein Blick rüber zu dem kleinerem, etwas breiterem Mann. „20 Fässer, aber ich will auch Geld sehen. Ohne Geld kein Whisky! Ich fahre doch nicht extra nach Kuba und riskiere Kopf und kragen, nur um dann festzustellen, dass die Kohle nicht reicht. Und um sonst kriegt ihr hier gar nichts! Also, wie viel?“ Der lange Kerl schaute zu dem Zweiten. Dann nickte er und sagte: „ 10 000. Aber sein sie pünktlich. Und noch etwas: 20 Fässer. Sollte irgendetwas schief gehen – wir haben sie nie gesehen.“ „Das gleiche gilt auch für Sie.“ „Einverstanden.“ Die beiden standen auf und verließen den Raum. Als der dicke Mann an der Tür war, drehte er sich noch einmal um: „Viel Erfolg!“ Dann ging auch er. Patrick wartete bis die beiden außer Reichweite waren, dann griff er nach dem Telefon. „Hallo Jo, ich bin es. Ich brauche ein Schiff und die Telefonnummer von den Hammes.“ „Was-was-was-was? Moment mal....Was ist los?“ „Ich habe wieder einen Job.“ „Man, Ey! Ich sag, du kommst noch in den Knast. Aber gut. Du bekommst dein Schiff. Wie viele Fässer denn?“ „20!“ „Okay. Ich rufe dort an. Du fliegst hin, wie immer. Gleicher Ort, gleiches Schiff!“ „Danke Jo!“ „Ey, kein Problem!“ Patrick legte den Hörer auf die Telefongabel. Er nahm seinen Regenmantel und seinen Hut und rannte nach draußen. Draußen stand ein Auto, ein alter Mini-Van, den er schon häufig benutzt hatte. Er machte die Beifahrer Tür auf und schmiss seinen Hut hinein. Dann ging er zum Fahrersitz und stieg ein. Die Sitze waren schon ein wenig abgenutzt, aber das Holzlenkrad war noch so gut wie neu. Er legte den ersten Gang ein und fuhr los. Er musste erst mal zu Jacky, denn ohne Geld ging nichts. Jacky, so nannten ihn alle, war ein alter Mann, der sein Geld durch Kredite bekam.Er war ein Kredit-Hai. Zum Glück war er mit Patrick „befreundet“. Er würde ihn nie aufs Ohr hauen. „Hallo Jacky!“, sagte Patrick, während er in das Büro hineinplatzte. Jacky war gerade dabei sich die Schuhe putzen zu lassen. Erschrocken viel er fast vom Stuhl. „Patrick...du wirst aber auch immer älter....aber dein Benehmen bleibt gleich! Was gibt' s?“ „Ich wollte mir Geld leihen.“ „Sicher! Nur zum Plaudern kommt ja keiner zu mir. Also wie viel?“ „ Ich brauche 8 Tausend Dollar!“ „Schön, aber ich will noch ein bisschen Geld dafür wieder kriegen. Normaler weise so 2000 Dollar, aber weil du es bist...sagen wir mal...500 Dollar!“ „ Danke Jacky. Bist ein guter Freund!“ „Sag das nicht. Der letzte der das sagte ist mit meinem Geld in die Karibik abgehauen. Ich habe den Kerl nie wieder gesehen!“ „Jedenfalls danke!“, fügte Patrick noch ein mal schnell hinzu, bevor er den Laden verließ. >>Der gute, alte Jacky.<<, dachte er sich und stieg in sein Auto. Jo wartete bereits am Flughafen mit einem Flugzeug auf ihn. Als er dort ankam, empfing Jo ihn schon mit ausgestreckten Armen: „Da biste ja endlich...“, murmelte er, während er Patrick freundschaftlich umarmte. „Sry, musste aber noch das Geld leihen.“ „Ach, wo du es gerade ansprichst...Du weißt das Benzin kostet? Ich möchte Benzingeld haben. Von diesem Fluge und von den letzten vier, sonst werde ich noch pleite!“ Patrick runzelte die Stirn. Es passte ihm gar nicht. „Wie viel?“ „Hochgerechnet...“ Er überlegte kurz. „500“ „Dann bleiben ja nur noch 1000 für mich übrig!“, stöhnte Patrick.