Raben der Sande

von Der Sandrabe aus der Kategorie Roman

Aller Anfang ist…

„Ein schwarzer Tag“ dachte Sirar, als er durch die U-Bahn lief, lässig wie immer.
Etwa 16 Jahre alt, schwarz anliegende Hose tragend, weites T-Shirt und eine Jacke um die Hüfte gebunden, ließen ihn wie jeden anderen erscheinen. Seltsam waren allerdings seine Augen. Sie waren grün, smaragdgrün und so tiefgründig, als würden sie viel mehr Wissen fassen, als diese Welt kannte. Seine Nase stach minimal hervor, aber nicht sehr gravierend, Seine Wangenknochen ebenfalls, diese allerdings schon etwas stärker. Sein Mund war dafür total gewöhnlich, aber seine Ohren wiederum leicht auffällig. Sie liefen spitz zu, nicht wie man es von Elfen oder Feen erwatete, aber bei genauer Betrachtung fiel doch auf, dass sie ein wenig ungewöhnlich waren. Sein schwarzes Haar, fiel ihm in kurzen Strähnen ins Gesicht.
„So wie viele Tage im Grunde“
„Als hätte ich ewig Zeit.“ Dachte er weiter und blies sich dabei eine Strähne aus dem Gesicht, die natürlich wenige Sekunden später, wieder an der alten Stelle saß. Er sah auf die Anzeige. 7 Minuten prangten darauf in gelber Schrift. Ein breit gebauter Mann mit seiner schlanken Freundin, liefen an ihm vorbei.
„Und schon hab ich ne Beschäftigung.“ Dachte Sirar und zwinkerte etwas auffällig der Frau zu, sodass ihr Freund es auch mitbekam. Dieser fuhr sofort zu Sirar herum und fragt leicht aufgebracht:
“Suchst du Stress?!“
Sirar lief einfach weiter, hob die Hand als wolle er abwinken und meinte im leicht spöttelnden Ton: “Ich weiß nicht so recht. Ich hätte nicht gegen ne kleine Beschäftigung, aber ich würde dir trotzdem nicht raten, Stress zu machen.“
Noch bevor er sich umdrehte und das leise Klacken hörte, wusste er was jetzt kommen würde.
Er drehte sich um, zog die Hände aus den Taschen und fing den Arm mit dem Klappmesser ab, welches der Mann führte. Dann trat der zur Seite und verstärkte den Druck auf seine Hand stark genug, damit er mit einem unterdrückten Schmerzensschrei, das Messer losließ. Sirar fing es mit der anderen Hand auf und führte es mit einer flüssigen Bewegung, an den Hals des Mannes.
„Was habe ich gesagt?“ fragte Sirar und versuchte nicht einmal seine Schadenfreude zu verbergen. Nach einem kurzen Moment, ließ er den Mann los, der ihn etwas Fassungslos anstarrte, klappte das Messer wieder zusammen und steckte es in seine Tasche und ging weiter den Bahnsteig hinunter.
Er hörte hastige Schritte, ignorierte sie aber solange bis sie kurz hinter ihm waren. Nun drehte er sich um, fing zur starken Verwunderung des Mannes seine Faust ab und schleuderte den Mann über seine Schulter auf den Bahnsteig, jedoch nicht stark genug, dass er mehr als Prellungen davon tragen würde. Dann ging er gelassen um ihn herum und lief den Bahnsteig weiter runter und dachte nur zwei Sachen: Erstens, das er gerade mal 3 Minuten totgeschlagen hatte und zweitens, das die Freundin des Mannes entweder eine Reaktion wie eine Rolle Schlaftabletten hatte oder eine gute Fassung, das sie das ohne Schreien hinnahm.

…naiv?

Der Tunnel des U-Bahntunnels war tiefschwarz, bis auf die kleine Lichtquelle, die sich langsam durch den halbfertigen Tunnel bewegte. „Dennoch wird es sich lohnen“ dachte er „hoffe ich zumindest.“ Er, ein typischer Sprayer und auch so gekleidet, zog sich eine Gasschutzmaske über sein Gesicht.
Er begann sein Tag mit Farben auszuschmücken, das er schon vor wenigen Tagen, fast fertig gestellt hatte. Plötzlich hörte er ein Krachen und drehte sich um nur, um in ein Paar Augen zu sehen. Sie waren gelb, was schon für sich schrecklich genug war, aber nicht nur das, sie hatten keine Pupille und waren vom Wahnsinn, verzogen. Sein erster Gedanke war „Was hat ein Wolf in einem U-Bahnschacht verloren.“ Aber er war nicht so dumm, zu warten bis er es herausfand, drehte sich um und rannte los. Neben ihm schlug etwas tief in den Stein. Er wollte gar nicht wissen was das war.

… langweilig?

Er saß in Gedanken versunken. Neben ihm irgendein Proll, den er aufgrund seiner lauten Musik, am liebsten verprügelt hätte, in der U-Bahn. Gegenüber vom, ihm eine Alte Dame mit einem kleinen weißen Hund auf dem Arm. Ansonsten war die Bahn relativ leer und die Leute die darin saßen, absolut nichts sagend wenn es um ihre Kleidung ging. Es gab schon verschiedene Gruppe, aber alles in allem, war es niemand, der seinen eigenen Weg ging. Er wusste selbst, dass er nicht besonders auffällig war, aber das passte ihm im Moment auch sehr gut in den Kram, auch wenn man sich etwas mehr beweisen musste um aufzufallen. Aber diese Gruppen, kannte man schon seit einer Zeit und sie veränderten sich nicht wirklich. Maximal passierte es, dass etwas was in der Versenkung verschwand und wieder auftauchte. Er lachte in sich hinein „… und die Leute sagen dann es sein NEU.“ „Aber so ist die Menschheit: Einer macht vor, alle machen nach. Ich bin zwar auch nicht besser, aber das aus gutem Grund.“ Dacht er weiter. Als er dort angekommen war, wo er hinwollte stand er auf, nicht ohne den Proll böse zuzugrinsen als sei er besser als er und stieg aus. Die U-Bahnstation, war eine halbe Baustelle der eine Tunnel war frei und der andere noch blockiert, aber er wusste, dass er bald wieder beidseitig befahrbar sein würde. Als er die Treppen hinaufstieg, vernahm er ein tiefes Knurren, ein sehr tiefes Knurren. Dem Geräusch folgend, sprang er, alle Sehnen zum reißen gespannt, in den noch baufälligen Tunnel.

…Schwer! Wie das Sprichwort schon sagt!!!

Im Tunnel angekommen, schaute er genau hin. Auf ihn zu gerannt kam, ein junger Mann. „Der typische Sprayer“ dachte Sirar als er ihn betrachtete. Er suchte in seinen Taschen. „Zum Teufel kein Stück Ausrüstung dabei!“ war sein zweiter Gedanke „Also Plan B“
Er preschte los. „Was auch immer ihn jagt muss zumindest nicht grad nett aussehen.“ Dachte er nüchtern, als er fast bei ihm war. Aber selbst in so einer Situation, lachte Sirar in sich hinein, als er am Sprayer vorbeikam „Das Gesicht ist echt unbezahlbar“ murmelte er. Er griff erneut in seine Tasche und fand das Klappmesser, das er dem Typen auf dem Bahnsteig abgenommen hatte. Er zog es heraus und blieb stehen. Nun erkannte er auch die Person, die auf ihn zu gerannt kam.
Sie blieb vor ihm stehen.

Alte … Feind/Freundschaft?

„Sirar!“ klang die Stimme aus dem Tunnel heraus. Die Gestalt war hoch gewachsen, noch größer als Sirar, der schon groß war. Sie trug schwarze, rote Sachen und einen Umhang. Dieser war innen rot und außen schwarz. Seine Arme waren zu sehen, sie waren sehr schlank und drahtig und dennoch wusste Sirar das hinter ihnen, viel Kraft steckte. „Fyber“ entgegnete Sirar düster.
„Ach, Sirar ich hätte etwas mehr Freude darüber erwartet, das wir uns wiedersehen.“ Spottete dieser zurück. Nun konnte man auch sein Gesicht sehen, es war genauso blass, wie seine Arme und sehr feingliedrig, sodass er sehr nobel wirkte. Im Gegensatz dazu, stand das weiße Fell, das an den Rändern seines Gesichtes und an seinem Hals zu sehen war und nahtlos mit seinem Schopfhaar überging, auch wenn bei genauer Betrachtung, dieses etwas mehr ins blonde ging. Seine Augen hatten sich schon wieder normalisiert und waren immer noch gelb, aber nun war es nur noch seine Iris. Sie waren nicht mehr verzerrt und wirkten nun sehr intelligent. „Was willst du von dem Typen?“ fragte Sirar völlig gelassen vom Aussehen Fybers.
Er kannte ihn.
Mehr als er eigentlich wollte.
„Ach Sirar das weißt du nur zu gut.“ Meinte Fyber darauf und lächelte eine Reihe spitzer Zähne entblößend, an dem noch etwas Blut klebte. „Schon, aber deine Zähne zeigen ja, dass du eigentlich schon fündig geworden sein musst“
„Schon, doch selbst du musst wissen, das man von ein paar Tauben, nicht satt wird und so ein überflüssiger Mensch ist auch besser, sowohl Geschmacklich, wie auch für meinen Körper.“ Er bebte ein wenig als wolle er lachen.
„Aber wenn du schon mal hier bist, will ich dir etwas zeigen.“
Fyber hob die Hand.
„Ich hab kein Interesse an deinen Zähnen“ meinte Sirar spöttig zurück.
Jetzt bebte Fyber wirklich vor Lachen.
„Ah Sirar. Immer noch der Alte. Nein, du solltest mich besser kennen. Es ist etwas anderes.“
Etwas schwarzes undefinierbares, von dem Sirar aber wusste, das es eine Art Kraft war, wenn auch nicht die Art von Energie, die er sich selbst zu nutzen machte. Sie formten einen langen Gegenstand in Fybers Händen, etwas länger als dessen Ober- und Unterarm zusammen. Dann barst die Energie vom Gegenstand und es war sichtbar, das es ein Schwert war.
Die Klinge aus glänzendem Silber und oben leicht gebogen so, dass die Schwertspitze an einer Seite saß und die Klinge sonst oben abgerundet, aber doch scharf war. Der Griff war aus goldenem Material und sah aus, wie ein umgedrehtes christliches Kreuz. Dort wo das Kreuz zusammenlief, war ein Blutroter Edelstein eingelassen, in dem eine schwarze Flüssigkeit herumzuschwappen schien. An beiden Seiten der Klinge, ragte, etwa zur halben Länge der Hauptklinge, eine Art zusätzliche Klinge heraus, welche jeweils zwei Ausläufer an jeder Seite hatten. Die oberen beiden, waren wie eine kleine Ausgabe des richtigen, mit der Klinge nach oben gedreht, Schwertes. Die unteren beiden, zwei riesigen Fangzähne. An der langen stupfen Seite des Schwertes, die gegenüber der scharfen lag, stand eine goldene Eingravierung.
„Rahum humanum est“ las Fyber vor.
„Irren ist menschlich.“ übersetzte Sirar nebenbei „Willst du mir damit etwas sagen?“
„Nein!“ antwortete Fyber knapp. „Aber wie gefällt es dir?“
„Wer auch immer es geschmiedet hat, hat ziemlich Talent.“ Gab Sirar zu.
Fyber ging in Kampfstellung „Und ich würde sie gern testen.“
„Ich habe meine Flügelklingen nicht dabei, wie du vielleicht gemerkt hast.“ Meinte Sirar gelassen, auch wenn er sich nun auf jede Bewegung von Fyber konzentrierte.
„Asso ich dachte das Messer da“ meinte er und zeigte mit seinem Schwert darauf „sei irgendwas besonderes.“
„Du kennst mich, es ist nun etwas Besonderes. Es sind schon ein zwei Runen drinnen, aber nichts was viel besser wäre, als ein normales Schwert“ meinte Sirar
Fyber hob erneut das Schwert „Naja, soll mir egal sein. Dann halt kein fairer Kampf.“
Sirar reagierte sofort, als sich Fyber bewegte. Er warf das Messer auf ihn, wohl wissend, dass dies nicht viel bringen würde. Fyber parierte und schleudert das Messer, in seine Richtung zurück, so, dass es hinter Sirar liegen blieb. Sirar drehte sich um und rannte, die Faust geballt und konzentriert, los.
„Bleib hier, du Feigling“ schrie Fyber, sein Stimme nahm wieder unmenschlichen Klang an.
Als Sirar das Messer passiert hatte, öffnete er seine Hand und schrie: „Ich bin doch nicht lebensmüde.“
Es gab einen Knall, Hitze.
Als sich Sirar umdrehte war der Tunnel hinter ihm eingestürzt.
Dumpf hörte er hinter sich einen Ton, der irgendwo zwischen fluchen und einem wölfischen Knurren lag.

Is das erste Kapitel. Hab es im Grunde fertig, aber immer her mit der Kritik. Ich möchte mich sehr gern verbessern.
Gruß Sandrabe


Kommentare

Es gibt 2 Kommentare zu dieser Geschichte

Larklaska schrieb am 30.08.2010 um 13:23 Uhr folgenden Kommentar:
find es auch nicht schlecht1 hab nur eine frage: wo spielt die geschichte?


QUiTCHii schrieb am 04.04.2010 um 23:05 Uhr folgenden Kommentar:
Hey hey! Find's bis jetzt super! Bin schon total gespannt wie's weiter geht! Denke aber, dass mann aus deiner Geschichte ruhig noch mehr Mystery rausholen könnte, um das ganze noch spannender und geheimnisvoller zu machen... Freu mich schon auf die Fortsetzung! =D

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