Nach Hause
von LightningThunder aus der Kategorie ICH DU WIR
Da ist die große weite Stadt, ungeahnte Möglichkeiten, alles neu, alles im Rausch.
Dazwischen die Flüchtende, allein, staunend ob der tausend sich ihr bietenden Möglichkeiten.
Die Flüchtende, ein Mensch mit nur einem Ziel:
Beweise es allen!
Die Flüchtende, nach außen hin stark, nach innen ein zerbrechliches, geklebtes Stück herrliches Porzellan. Jeder will es und die Flüchtende will alles was sie kriegen kann. Ungeahnte Möglichkeiten in dieser Stadt, steht sie allein. Allein und doch so entschlossen. Das macht sie stark und doch anfällig für alles was da hinter tausenden Häuserecken hervorspringen, sie mit sich reißen kann.
So sitzt die Einsame, wartend auf das was da kommt. Eine Zigarette in der Hand, die Schultern zusammengesunken, wartet auf den nächsten Kick für ihre Seele. In dieser Stadt, die niemals dunkel ist. Was will sie beweisen, kann sie es überhaupt? Die Einsame, in einer Stadt voller Menschen, niemand der sie versteht, niemand der sie auffängt. Da ist nichts, außer dem Lärm, den Lichtern, die sich hundertfach in den Fassaden der Häuser spiegeln. Es ist kalt und wo will sie hin, diese einsame, gebeutelte Seele. Die Flucht nach vorn oder doch wieder zurück? Lieber das als in der Kälte schlafend, jede Nacht wach gelegen unter den Sternen, die sie nur erahnen kann zwischen den ewigen Lichtern der Stadt.
Die Hoffnungsvolle, dort steht sie. Geprügelt vom Leben, den Leuten um sich herum. Niemals schwindende Liebe zu denen die auf sie warten mögen, sie doch nie ganz verstehen. Sie nie ganz als das was sie ist, das was sie lebt und das, was sie in ihrem Kopf mit sich trägt verstehen werden. Die Hoffnung zu sterben, es zu beenden niemals mehr zu hoffen. Niemand, der ihre Hoffnung teilt in der Stadt die niemals dunkel wird, legt sie sich zur Ruhe hofft auf den letzten Atemzug.
Doch da ist noch mehr, dass es gilt auszuhalten, denn ihr Ziel hat die Liebende noch nicht erreicht. Eine Liebe zu finden, die sie nicht abstößt, die sie auffängt, mit sich trägt. Und das in dieser Stadt. Alles anders, alles neu. Ein zweiter Traum in weiß, der sich nicht erfüllt, wie sie feststellen muss.
Und irgendwann wird für die Liebende das Gefühl zur Sehnsucht die ihr niemand erfüllen kann. Träume in der Stadt die anhält, die nie still ist und ihr Zeit gibt zu suchen, was sie so verzweifelt versucht zu finden.
Endlich die Suchende, suchend nach allem was sich ihr nicht erfüllte. All diese Jahre verbracht mit Flucht, Einsamkeit, Hoffen und Bangen, Lieben und ein bisschen Leben. Alles hat sie gesehen von dieser Stadt, dieser Zuflucht, und doch hat sie nicht gefunden was sie sucht.
Noch ein Suchender auf dem Weg alles zu ändern kreuzt ihren Weg. Ein Mensch der alles kann, wenn er will. Ein Mensch, der aufgeben, flüchten, hoffen und lieben wollte und nunmehr in der Einsamkeit versunken ist.
Dinge die beide nicht kannten; Dinge die beide vor Jahren begruben ihn den tiefen ihrer Seele. Sie lassen sie aufleben, aufblühen wie die schönste Blume zwischen dem Kopfsteinpflaster der Stadt.
Der erste Blick aufeinander, der erste Schritt in die gleiche Richtung, in die Mitte und noch viel weiter lässt beide aneinander festkrallen, wie zwei Ertrinkende. Die Stadt ist weit weg, hier zählt nur der Augenblick. Blicke in ein anderes Leben, Blicke nach vorn, Blicke zurück. Aber niemals allein, beide vereint in ihren Träumen in den Augen des anderen. Diese Sehnsucht, dieses Wissen nicht allein zu sein mit alle dem, was sich nie erfüllte.
Sie stehen zu zweit, blicken in den Himmel. Weit entfernt von der Stadt, an einem Ort, an dem die Sterne niemals aufhören zu glühen, an dem der Mond das Licht der Nacht ist, das sich in den Augen der anderen Spiegelt. Halten sich, gestatten sich fallen zu lassen, reißen sich höher in die Lüfte als zuvor.
Die Suchenden, die sich fanden.
Und so findet die Flüchtende den Weg zurück. Aus der Stadt, die niemals dunkel ist hinein in die Arme der Nacht. In die Fänge der Stille, die sie so sehr vermisste. Nicht allein, zu zweit wird aus Leid Hoffnung, auf Verzweiflung entstehen neue Lichter, heller als es jemals zuvor, funkeln ihre Augen. Neuanfang.
Komm endlich nach Hause
2010/LightningThunder