Moderne Schöpfungserzählung

von Sel aus der Kategorie ...

Vorwort:

In Religion haben wir gerade das Thema "Schöpfung" durchgenommen.
Nun, in der Bibel wird die Erde als Scheibe beschrieben, die sich in Wasser befindet.
Das wissen wir heute ja genauer.
Deshalb habe ich mir gedacht, ich könnte eine Schöpfungserzählung schreiben, die auf unsere Erde genauer zutrifft.
Das heißt, ich habe es versucht.
Ich weiß, die Reihenfolge in der Land, Luft, Licht, Wasser erschaffen wurden, ist nicht ganz richtig.
Aber nach diesen Millionen von Jahren kann das ohnehin keiner mehr nachweisen.
Und auch ob Gott es Stück für Stück erfand oder es von Anfang an geplant war, ist nicht mehr nachweisbar.
Aber; würde Gott die Welt so erschaffen wollen, wie sie jetzt ist?

iAlso:

Am Anfang war nichts.
Keine Luft, kein Licht, kein Wasser, kein Land.
Nur Gott war in diesem – Nichts.
In dieser Dunkelheit.
Und Gott nannte diese Dunkelheit „Universum“ oder auch „Weltall“.
Gott fand Gefallen daran, Dingen Namen zu geben.
Und er dachte sich: „Es soll nicht ,Nichts‘ sein.“
Und deshalb nahm er alles was er finden konnte, Atome, Erde, Gesteine und Metalle und formte eine Kugel.
Diese schwebte von allein in diesem Nichts.
Gott nannte diese Kugel „Erde“.
Und Gott kam auf die Erde und sah sich um.
„Von hier unten sieht alles gleich aus. Genau genommen sieht man so gut wie gar nichts“, bemerkte er.
Denn alles war flach, eben, wohin er auch sah.
Und Gott faltete die Erde ein bisschen.
Er nannte diese Falten „Gebirge“.
Doch es war alles steinig, grau und öd.
Deshalb Gott dachte sich, er könne doch etwas Lebendiges erschaffen.
Er nahm ein Saatkorn und legte es zur Erde.
Ein dürres Etwas hob sich daraus, doch der Boden war trocken und kalt, keine Nährstoffe waren vorhanden.
Das Lebewesen verwelkte.
Gott betrachtete sich sein misslungenes Werk.
Er musste etwas ändern, es konnte ja nicht allzu schwer sein.
Er ließ einen Feuerball entstehen, setzte ihn auf einen feuerfesten Sockel und pflanzte erneut.
Das Feuer war heiß, wärmte den Erdboden sofort auf.
Doch es war Gottes Werk und Teufels Zutun.
Kaum hatte sich das kleine Geschöpf aus dem Boden erhoben, fing es Feuer und verbrannte zu Asche.
„Das Feuer ist zu viel. Doch wie soll es die ganze Erde erwärmen, wenn nicht direkt darauf?“, fragte Gott sich.
Da hatte er eine Idee.
Er nahm den Feuerball, vergrößerte ihn und warf ihn ins Nichts.
Der Feuerball blieb an einer bestimmten Stelle stehen.
Das Licht fiel auf die Erde.
Jedoch nur auf eine Hälfte.
Und Gott sagte: „Die Erde soll sich drehen!“
Und so geschah es.
So drehte sich die Erde.
Ständig, langsam, und doch ausreichend.
Dort wo Schatten war, war „Nacht“.
Wo die Sonne schien, war „Tag“.
Und Tag und Nacht wechselten sich ab.
Der Boden wärmte sich auf.
„Aber jetzt ist das alles zu trocken“, bemerkte Gott.
Und er formte Nebelschwaden und schickte sie über die Erde.
Und er nannte das, woran diese Schwaden wanderten, „Himmel“.
Und er nannte die Schwaden „Wolken“.
Und den Feuerball nannte er „Sonne“.
Plötzlich ergossen die Wolken ihren gesamten Inhalt.
Gott nannte es ab diesem Augenblick „Regen“.
Der Boden wurde feucht.
Denn nicht die ganze Erde bestand aus Gestein.
Sondern auch aus, wie ihr Name ausdrückt, Erde.
Doch der Regen war zu viel.
Das Wasser tränkte die Erde und blieb darüber stehen.
Das Land war geflutet.
„So geht das nicht“, meinte Gott.
Und er hob die Meere, die Seen, die Flüsse, die Ströme, ja sogar die Bäche der Erde aus.
Das Wasser floss in diese Kuhlen und das Land trocknete wieder.
Doch nicht so, wie es am Anfang gewesen war.
Zuerst überlegte Gott, aus dem Erdboden, den er ausgehoben hatte, weitere Berge und Hügel zu formen.
Doch dann hatte er eine bessere Idee.
Er formte weitere Kugeln und schickte sie in das Weltall.
Eine dieser Kugeln blieb ganz dicht bei der Erde.
Gott nannte ihn „Mond“.
Und er sah, wenn die Sonne auf die eine Seite der Erde schien, reflektierte der Mond das Licht der Sonne und warf minimale Strahlen auf die Nachtseite.
„So wird es zur Nacht wenigstens ein bisschen hell“, meinte Gott.
Es waren auch noch andere „Planeten“ entstanden.
Dann wandte sich Gott wieder dem noch nicht vorhandenem Leben zu, welches das Großartigste seiner Schöpfung werden sollte.
Er nahm wieder ein Saatkorn und pflanzte es ein.
Scheu und doch kräftig reckte die „Pflanze“, wie Gott dieses zierliche Geschöpf nennen wollte, ihre Blüte gen Himmel.
Gott sah, dass es gut war.
Gott pflanzte weitere Samen, verschiedenster Art.
Und er sah, es gab verschiedene Pflanzen.
Pflanzen, dünn und klein nannte er von nun an „Gras“.
Pflanzen, bunt und zierlich nannte er von nun an „Blumen“.
Pflanzen, groß und kräftig nannte er von nun an „Bäume“.
Und er merkte, die Pflanzen nahmen das vorhandene Gas, „Kohlenstoffdioxid“ auf und lebten davon.
Dafür stießen sie ein anderes Gas aus, „Sauerstoff“.
Mit den Wolken hatte Gott ganz unbewusst die „Atmosphäre“ erschaffen. Das Gas konnte nicht ins Universum verschwinden.
Gott sah, das Kohlendioxid würde zu Ende gehen, Sauerstoff die Atmophäre komplett ausfüllen, die Pflanzen würden sterben.
Und er dachte sich einen Kreislauf aus.
Er erschuf andere Lebewesen, „Tiere“.
Und diese Tiere atmeten das Gas Sauerstoff.
Und sie stießen das Gas Kohlendioxid aus.
So lebten die Tiere von den Pflanzen und die Pflanzen von den Tieren.
Tiere, die er „Vögel“ nannte, flogen hoch am Himmel.
Tiere, die er „Fische“ nannte, schwammen froh im Wasser.
Tiere, die er „Säugetiere“ nannte, lebten zumeist auf dem Land.
Und dann gab es noch andere Tiere, etwa die „Amphibien“ oder die „Reptilien“, weitere Lebewesen, die sowohl auf dem Land, als auch im Wasser lebten.
Und es waren so viele unterschiedlich Tiere, dass Gott sie gar nicht alle auf einmal benennen konnte.
Diese Tiere fraßen die Pflanzen, nur so viele, dass genug Sauerstoff produziert wurde.
Vögel, Spatzen und Meisen, fraßen einige Samen der Pflanzen und trugen so zu ihrer Verbreitung bei.
Säugetiere, Rehe und Hasen, fraßen das Gras oder das junge Grün der Bäume.
Einige Fische, Salmler und Karpfen, fraßen die Algen im Wasser.
Doch Gott schuf auch Tiere, die das Tierreich im Gleichgewicht hielten, und dafür sorgten, dass es nicht zu viele wurden.
Sie fraßen andere Tiere um zu überleben.
Der Adler fing kleinere Vögel.
Der Wolf jagte die Rehe.
Der Hai hielt die Fische im Gleichgewicht.
„Leben. Leben, dass ohne wirkliche Schranken verläuft“, dachte Gott.
„Sie brauchen einen König, einen Herrscher“, meinte er zu sich selbst.
„Der Hirsch, mit seinem stattlichen Geweih?“, fragte er sich.
„Oder der Löwe, mit seiner majestätischen Mähne?“, fragte er.
„Oder doch lieber der Adler, der hoch am Himmel fliegt?“, überlegte Gott.
„Nein, ich will etwas anderes erschaffen. Etwas, das mir gleicht“, beschloss er.
Und er schuf den Menschen.
Die eigentliche Krönung seiner Schöpfung.
Mann und Frau.
Frau und Mann.
Sie gaben allen Tieren Namen, jedem seinen Eigenen.
Gott schuf die Menschen, damit sie auf die Erde aufpassten, wenn Gott nicht da war.
Und vergiss nie, was Gott uns gab:
Er gab uns das Leben.
Er gab uns die Erde.
Er gab uns einen Verstand.
Er gab uns Fähigkeiten, die kein Lebewesen sonst besitzt.
Wir können Hütten und Zelte bauen, anstatt uns unter einem Baum unterzustellen.
Wir können das Feuer nutzen, anstatt ein Fell zu tragen.
Wir können unser Essen braten und kochen, damit wir es nicht roh essen müssen.
Uns wurde die Macht übertragen, über die Tiere der Luft, die Tiere des Wassers, die Tiere des Feldes, die Tiere des Waldes zu herrschen.

Und bedenke, herrschen bedeutet Verantwortung übernehmen.


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