Mai Geplänkel

von Twity-Autor aus der Kategorie Lustige Geschichten

Mai-Geplänkel

Als mit dem ersten Sonnenstrahl die Maiglöckchen zum Morgengruß läuteten, da war der Mai bereits schon einige Tage alt. Das macht aber nichts, weil man immer vom jungen Mai spricht.
Er wird nicht älter als vier Wochen. Kein Wunder, dass Frauen besonders auf ihn abfahren. Er ist jung, verführerisch und betört mit seinen Düften und wundervollen Blüten. Er ist ein Augen- und Düfte-Charmör. Kein Mensch schreibt großartig über den Februar, oder auch den Oktober. Sie werden übrigens auch nur vier Wochen alt.

„Kommen wir wieder zu den Maiglöckchen und dem Morgengruß!„ (Ich darf das – dieses hin und her schwenken mit den Gedanken, ich bin 50+ und muss einem Klischee gerecht werde )

Schon am Morgen, mit dem ersten Sonnenstrahl, läuteten sie. (Als ob sie das könnten... :-))
Das macht aber nichts, ich wollte ohnehin aufstehen und nach dem Maibaum sehen. Ich öffnete das Fenster und sah auf den Maibaum.
Ich habe viele Maibäume in meinem Garten. Ihr dürft euch einen aussuchen! Früher wurden sie von Maikäfern besucht. Ich finde sie hässlich und verfressen sind sie auch noch. Eigentlich sollten sie nur im Wald und auf Feldern vorkommen, aber - wie überall:
„Gibt man ihnen ein kleines Blatt, fressen sie gleich den ganzen Baum.“

Die Natur hat sich sicher dabei etwas gedacht, als sie diese Schädlinge von meinem Garten entfernt hat. Seit die „Eule“ von Gegenüber in meinen schönen Garten starrt, waren sie mit einem Male verschwunden. Eulen gehören übrigens zu ihren Feinden, dass habe ich neulich bei Onkel Google gelesen.

Und wie dass so im Wonnemonat Mai ist, packte mich das Mai-Fieber und trieb mich zu den vielen Mai-Glöckchen in den Garten. Sie duften herrlich, wenn ich keine Pollenallergie hätte, könnte ich sie bestimmt gut riechen. "Dann begnüge ich mich eben mit dem Mai-Tanz."

Und ich tänzelte von Beet zu Beet, bis mir der Rücken weh tat und ich kleine Blasen auf den Handflächen von der Gartenarbeit hatte. Soviel zum „Tanz in den Mai!“

Mein Kopf hatte sich inzwischen beim Tanz verfärbt und die Farbe der Marienkäfer angenommen.
„Das kommt von dem Mai-Fieber! Marienkäfer finde ich süß, auch wenn sie nicht jeder mag."
„Ich mag auch nicht jeden!“ Und so entstand innerlich das Mai-Feuer. Ich und die Blumen, wir waren „Feuer und Flamme“ über den schönen Mai. Und durch das Mai-Fieber, wusste ich nicht genau was ich tat. Ich lief voller Wonne mit einem Strauß Mai-Nelken und dem Mai ins Haus zurück und wir genehmigten uns einige Schlückchen von der Mai-Bowle. Ich hatte wohl einige Gläschen zuviel davon, er meinte immer – er hieße Kai. Das macht aber nichts, denn der Ärmste wird
nur vier Wochen alt...


Twity, 02.05.2011
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