Leseprobe von meinen neuen Buch Jaalahn

von Rene aus der Kategorie Geschichten

Ein kranker Mann, ´´ tönt es hinter mir, und zugleich zupft jemand an meinem Hemdsärmel herum. Hinter mir steht eine alte Indianerfrau und weißt mit dem Zeigefinger der rechten Hand auf eine der dreißig Hütten, in deren Mitte ich soeben das Wort Gottes unter den Indianern verbreitet hatte. Ein kranker Mann, ´´ sagte sie noch einmal, dort, dort! ´´ Sie packt mich an meinen Gürtel und macht einen Versuch, mich in Ihre Hütte zu ziehen. Die alte Indianerfrau ist offenbar die Gattin oder Mutter des Kranken, und es freut Mich das Sie meinen Beistand haben möchten. Ich gehe mit zu Ihrer Hütte, und mir fällt sofort die Sauberkeit auf die hier herrscht, den in Europa hatte man dieses Volk als Wilde bezeichnet. Die Hütte der Indianer machte keinen üblen Eindruck. Auch nicht in Ihrer Bauart unterscheidet sie sich von den anderen: Auch sie hat die typische Halbkugelform. Bei einem Durchmesser von ca. zehn Fuß sind etwa zwölf Fuß lange Strauchschösslinge in den Boden gesteckt; Sie sind alle nach der Mitte hin heruntergebogen und dort zusammengebunden. Aber die Leinwand, die darüber gespannt ist, war sauber und stark; ihre einzelnen Stücke sind geschickt und sorgfältig verarbeitet; glatt und prall ist die Leinwand über das Gerüst gezogen. Mein Dolmetscher Nauogo, der mir gefolgt war, flüsterte mir zu: der Mann leidet unter der Schwindsucht, die er sich bei der Arbeit geholt hat. Wir erreichten die Hütte und traten ein. Es war ein warmer Tag, aber es loderte doch ein Feuern im Inneren. Der Kranke war in Decken gehüllt und bewachte das Feuer. Wir setzten uns ohne ein Wort an das Feuer, da das so Sitte war in diesen Stamm. Der kranke hatte und noch keines Blickes gewürdigt. Er hat den Kopf weit nach vorne gebeugt, und ein großer Hut verdeckte sein Gesicht. Jetzt setzte sich die Frau an das Feuer. Seine Mutter flüsterte Nauogo, sie hat nur noch ihn. Alle anderen sind alle schon tot. Sie hat schon all ihren Besitz verkauft, um die Ärzte und Medizinmänner zu bezahlen, doch keiner fand eine Lösung. Sie verstehen kein English, ´´ sagt er, als ich ihm ein Zeichen machte, er soll nicht so zu ihm sprechen. Da ich als geladener Gast die Hütte betreten hatte, konnte ich den Hausherrn sofort anreden. Ich habe gehört, dass Du krank bist, mein Freund, darum bin ich zu Dir gekommen.´´ Er hatte nichts darauf zu erwidern. Ich bin kein Arzt, und auch keine Medizin kann ich Dir bringen. Soll ich noch einmal mit den Ärzten reden? Keine Antwort. Keine Bewegung in dem lang gestreckten Körper; nur die linke Hand schürte müde und lässig das hell lodernde Feuer, das des Schürens nicht bedarf. Ich redete weiter. Nauogo übersetzte jedes Wort von mir. Der von dem Ich sprach, er hat mich als seinen Diener zu Dir geschickt. Ich soll Dich mit seinen Worten des Trostes, Dir die Seele wärmen. Soll ich Dir den Namen meines Gebieters hier auf Erden nennen, und sagen, wo Du ihn finden kannst? Wieder bekam ich keine Antwort. Dennoch erzählte ich ihm von Jesus Christus, der uns erlöst hatte. Doch es war als redete ich mit einem Stein, denn keine Regung war zu vernehmen. Nauogo drängte mich das Zelt zu verlassen, da er keinen Nutzen in diesen Gespräch sah. Doch ich machte noch einen Versuch und sagte: Können wir über den großen Helfer reden? Denn er hat mir versprochen bei uns zu sein, wenn sich Menschen unter seinen Namen versammeln. Und wir sind vier. Du, deine Mutter, Nauogo und ich selbst. Wollen wir einmal mit ihm reden? Meine Erwartung war niedrig darauf eine Antwort zu bekommen, ich hoffte auf eine Geste. Er gab immer noch keinen Laut von sich aber ich fuhr fort. Wenn man mit Jesus redet, so nennt man dies Beten. Jesus ist ein Gottes Sohn. Du kannst nicht wissen, wie man ihn anruft. Mich hat man es gelehrt, und ich weiß, dass er meine Worte gern erhört. Ich stimmte ein Gebet an, das er uns beistehen möge, und beschloss dies mit dem Wortlaut Amen. Als danach noch immer keine Regung kam, verlor Nauogo die Geduld und sagte: Ich gehe jetzt, es hat keinen Zweck. Ich erhob mich auch sehr langsam und klopfte ihm freundlich auf die Schulter. Ich sagte ihm in seiner Landessprache folgende Worte: Jaalahn schick-e-i!´´ Das heißt in unserer Sprache: Leb wohl, auf Wiedersehen, mein Freund. Mit einen Ruck kam Leben in den kranken Körper. Die vertrauten Worte hatten ihm Vertrauen geschenkt. Weder im Leben noch auf Bildern hatte ich so ein stolzes und edles Antlitz gesehen, wie bei diesen Kindern der Sonne und der Erde. Sein Gesicht war von Sonne durchflutet. Und die Augen spiegelten die Kraft der großen Mutter wieder. Und seine Augen waren nun auf mich gerichtet. Seine Augen fingen an zu reden, bevor sich sein Mund überhaupt sich öffnete. Nachdem wir uns einige Minuten angeschaut hatten, ergab sich der alte Indianer und legte sich zurück auf sein Krankenlager. Ich legte ihm noch einmal die Hand auf die Schulter und sagte noch mal: Jaalahn schick-e-i!`` Er nahm meine Hand und drückte sie ohne ein Wort. Ich wusste, wenn ich das nächste Mal mit ihm rede, würde er mit mir reden. Ich kroch wieder aus seiner Hütte ins Freie.Mich durchzuckte der Gedanke, mich noch einmal umzuschauen, doch ich kam davon ab. Ich hatte das Gefühl, als sei eine Kraft von mir ausgegangen, und langsam folgte ich Nauogo, der schon bei unseren Pferden angelangt war, die wir etwa zweihundert Fuß von der Hütte an einen Strauch festgebunden hatten. Ich war gerade damit beschäftigt mein Sattelzeug zu ordnen, als eine junge Indianerin auf uns zu eilte. Sie war typisch in der Tracht ihres Stammes gekleidet. Ganz außer Atem kam Sie bei uns an, und trat dicht an mich heran. Es dauerte eine gewisse Zeit, bis Sie genug Luft hatte, um zu reden. Dann sprach sie im fließenden English zu mir:Wirst Du ihn gesund machen können? Das zeigte mir erneut die Qualitäten dieses Volkes, das Sie unsere Sprache lernten. Abermals fragte Sie leise aber bestimmt: Wirst Du Ihn heilen? Es war ein Fragen und Bitten zugleich. Um Ihrer Bitte Nachdruck zu verleihen, legte Sie mir ihre Hände in meine Rechte, so als würde sie ein Pferd führen. Ich selbst kann keinen Menschen heilen sagte ich leise, das kann nur Gott. Den kenne ich nicht entgegnete Sie. Ich kann Dir von Ihm erzählen, wie es dem Kranken auch schon angeboten habe. Sie schien nicht auf meine Worte zu achten, und unterbrach mich sofort. Unsere Medizinmänner wissen keinen Rat mehr, aber auch einer eurer Ärzte im Reservat fand keine Lösung. Aber er darf nicht sterben; ich erlaube es Ihm nicht! Er muss leben! Hörst du blauäugiger Mann?! Er muss, er muss! Er soll leben für mich, und unser Volk! Und sei verflucht, wenn Du Ihn im Stich lässt. Was willst Du sonst hier? Dann kannst Du auch wieder dahin gehen, wo Du verwurzelt bist. Wir brauchen einen Mann, der Kranke heilen kann. Der Ton, in dem Sie mit mir redete wurde immer heftiger. Aber plötzlich schlug er wieder in eine versöhnende Tonart um. Aber wenn Du ihm hilfst, Blauauge, werde ich Dir danken mein Leben lang sagte die junge Indianerin. Sieben Jahre hat man mich in eurer Schule unterrichtet, und gesagt ich soll dankbar sein zum weißen Mann. Dankbar wofür denn? Dafür das man uns die Heimat raubt, und wie Hunde behandelt. Unser Volk soll dankbar sein, zu einem der uns das gibt, was wir niemals haben wollten. Aber dir Blauauge will ich danken, wenn Du ihm gesund machst. Du sollst der erste weiße Mann sein, dem Dallebiene Juvildelle ein Achächäe (ich danke Dir) zuruft. Die Indianerin trat noch einen Schritt heran und sagte: Ewig werde ich Dir dankbar sein. Dann verschwand Sie in der Richtung, woher sie gekommen war. Nauogo saß schon auf seinen Pferd, und ich musste nun auch meines besteigen, obwohl ich lieber gerastet hätte, um das gerade Erlebte zu verarbeiten. Die will Ihn heiraten!`` sagte Nauogo, während ich mein Pferd bestieg. So? Ja, und er will Sie heiraten, aber die Alten sind dagegen. Ist das so? Ja,weil er so krank ist. Und der Agent gibt Ihnen keine Erlaubnisschein zum Heiraten. Denn Indianer müssen gesund sein, um zu heiraten. Nauogo erzählte weiter und weiter. Aber ich hörte nicht mehr zu, den meine Gedanken waren bei dem Kranken. Was ist mit Dir, fragte Nauogo, der meine Unachtsamkeit bemerkte. Ich sehe noch immer diese Augen vor mir, so ein Feuer habe ich noch nie gesehen. Mein Führer Nauogo lachte laut, ja wir sehen anders in die Welt als Du Blauauge. Die Drei stammen vom fernen Nahatigostrom, und kamen erst spät zu uns. Jetzt hatte Nauogo wieder mein Interesse. Das musst Du mir erzählen, aber gönne mir noch ein wenig Ruhe. Gut Blauauge, dann gib mir bitte etwas Papier und Tabak, zum Rauchen. Ich reichte Ihm das Gewünschte und wir ritten wortlos nebeneinander her. Nauogo rauchte sehr viel, besonders wenn Ihn etwas zu schaffen machte. Ich dachte wieder an die Augen, die nur eines widerspiegelten, eine Seele traurig und heimatlos. Nauogo! Ja, Blauauge! Wie sind alle hier hergekommen, besonders diese Drei? Nauogo begann: Du kennst den Nahatigo noch nicht, Du bist noch nicht in den White Mountains gewesen. Dort wird ein Strom geboren. Einer seiner höchsten Gipfel ist seine Mutter, dessen ewiges Schneekleid sein Vater. Täglich erneuert er sich und wird nicht alt und schwach. Er murmelt nicht so trübe wie eure Flüsse. Dach-haje, dachhaje sagt der Nahatigo. Immer ohne ein Ende und voller Lebensfreude. Sein Wasser vereinigt sich nicht mit dem Black River, nein er kämpft mit ihm. Der Salt River nimmt beide auf, und geleitet sie ins Meer. Mein Freund, du kennst den Salt River. Wenn Du seinem Laufe folgst und zu den Plätzen kommst, wo der Fluss wütet, da wirst Du nicht den Salt River finden, sondern den Nahatigo der sich immer wieder erneuert und sich nie ergibt. Diese Geschichte wird so seit Jahrzehnten genau so weitergegeben. Du lächelst Blauauge? Du hast diesen Fluss noch nicht gesehen. So bald Du Ihn aber gesehen hast, dann wirst Du mich verstehen, und dein Lachen wird verstummen. Der Fluss Nahatigo, er kann nicht sterben. Dach-haje, dach-haje, immer ohne Ende, immer ohne Ende! Am Nahatigo wurde auch das Mädchen Dallebiene geboren, mit der Du gesprochen hast. Es gibt keinen fruchtbaren Landstrich, der sich mit diesem messen kann.Mein Volk hat dort Schutz vor dem weißen Mann gefunden. Doch ich fürchte das eure weißen Männer mein Volk erneut vertreiben wird, wenn das eiserne Ross zu uns gefunden hat. Wir kennen das, denn es hat sich schon viele Male wiederholt, seit der weiße Mann unser Land betreten hat. Noch ist es friedlich am Nahatigo, doch wie lange noch.Nauogo, Du übertreibst sagte Ich. Ich übertreibe nicht, Blauauge der weiße Mann wird nicht eher Ruhe geben, bis alles Land meiner Väter verwüstet ist. Man gab uns Land, das so unfruchtbar war wie eine alte Frau. Und dabei wollten unsere Häuptlinge, doch nur ein Stück Land wo Sie friedlich mit ihren Volk leben konnten. Einen Platz, wo der Neid und der Hass des weißen Mannes keine Kraft hat. Aber ich will keine alten Wunden aufreisen, sagte Nauogo. Ich wollte dir ja vom Nahatigo und von Dallebine Juvidelle erzählen. Also am Nahatigo… Die Indianer dort oben sind reich. Groß ist die Zahl ihrer Herde wilder Pferde, die in den Bergen grasen. Die Tiere sind stark und kräftig. Sie schöpfen ihre Kraft aus den Wassern des Nahatigo. Einer der reichsten Männer ist dort Dallebienes Vater. Er hat viel Land und große Herden Wildpferde, dazu ist er noch Medizinmann, dem die Leute ihr Leben anvertrauen. Kein anderer Medizinmann hatte je einen so guten Ruf in unseren Volk. Seine Medizin ist stark und gut, denn er hat von der Sonne gelernt. Von der Sonne, fragte ich? Was du da sagst, glaubst du daran? Nauogo zuckte mit seinen Schulter, ohne eine Antwort darauf zu geben. Nach einer Pause des Schweigens fährt er in seinem Bericht fort. Er hat sich einmal so erzählt man, sich niedergelassen, wo ein Regenbogen die Erde berührte. Er hat dort sein Pferd angebunden, und ist gegen den Himmel geflogen hin zur Sonne. Er hat mit ihr geredet, und Sie hat ihn unterrichtet in der Weisheit des Heilens und viele andere nützliche Dinge. Der alte Juvildelle ist ein kluger Mann, ein großer Mann. Ich hielt es nicht für angebracht, mich mit Nauogo über Medizinmänner zu streiten, da ich ihn nicht in seinem Erzählfluss stören wollte. Zum weißen Juvildelle sind auch die Leute von Jorjilljas Stamm gekommen. Sie haben keine Kosten gescheut, diesen beschwerlichen Weg anzutreten. Einen neuen Wagen haben Sie extra dafür gekauft. Der Wagen wurde ausgepolstert, damit der Kranke die Reise gut überstand. Nach sechs Wochen kehrten Sie zu ihren Stamm zurück, der große Medizinmann hatte dem Kranken nicht helfen können. Einige Tage später erschien Dallebiene in unserem Lager. Sie wurde von ihrer alten Tante begleitet mit all ihren Hausrat. Schon viele Boten waren hier die Dallebiene zur Umkehr bewegen wollten, doch sie ist bis heute hier. Ob die Beiden je Mann und Frau werden, hängt davon an ob er wieder gesund wird. Mein indianischer Freund sprach nicht gern vom Tod, auch wurde nie über Verstorbene mehr geredet oder ihre Namen erwähnt. Nauogo hatte keine Lust mehr von diesen Thema zu reden und schwieg, sein Gesicht aber erzählte weiter, über den Schatten der auf seiner Seele lag. Nach einer halben Stunde
gelangten wir zu unserer Wohnstätte. Auch im Inneren unserer Wohnstätte begleitete uns dieses traurige Thema. Muss er wirklich sterben? Gibt es keine Rettung? Wir alle fingen an zu beten, ein jeder so, wie er es gelernt hatte, um der Beiden Leben und Glück zu erhalten. Ich kannte Sie nur kurz, und doch fühlte ich mich mehr mit ihnen verbunden, als mit meinen Landsleuten. Wird der Junge sterben müssen? Bei unserem Abschied von Jorjilla hatte Nauogo gesagt, wir würden in einer Woche wiederkommen. Aber schon nach zwei Tagen waren wir wieder bei Ihnen. Wir wollten schon eher hin, doch der starke Regen hinderte uns daran. Am ersten Besuchstag setzte der Regen ein, und es regnete drei Tage, ohne aufzuhören.Wenn es hier regnete, blieb der Arizonamann in seiner Hütte. Er ist dankbar für jeden Tropfen, der auf diesen Landstrich fällt. Arizonas Sommer sind heiß, sie sengen und versengen, aber sie sticht nicht, sie brennen, aber verbrennen nicht und sie tut niemanden weh. Man meidet sie nicht sondern man sucht sie; nur im Mittsommer schaut man nach einem schattigen Platz. Ist aber der Himmel voller Wolken, so verbringt man seine Zeit in der Hütte, und nur nötige Arbeiten werden ausgeführt. Ich nutzte die freie Zeit, um mir einige indianische Sätze einzuprägen. Ich wollte bei unserem nächsten Gespräch gewappnet sein. Ich hatte keine Angst, auf Ablehnung zu stoßen. Ich hätte auch in English mit ihm reden können, doch idem ich seine Sprache lernte, wollte ich ihm zeigen, wie ernst ich unser Gespräch nehme. Vielleicht konnte ich Ihm damit eine Freude bereiten, also lernte ich seine Sprachen. Also lernte ich folgende Sätze: wie geht es dir heute, mein Freund? Ich freue mich dich wiederzusehen. Wie schön es ist, das die Sonne wieder scheint; und noch ein paar Sätze mehr. Das Lernen war harte Arbeit, aber mein Führer Nauogo ein geduldiger Lehrer. Als Dank schenkte ich Ihm eine Kiste Zigarren. Mit diesen indianischen Sätzen bewaffnet, einer Bibel sowie einiger Bilder im Gepäck, reiste ich erneut mit meinem
Gefährten Nauogo zur Hütte von Jorjillja. Es war ein wunderschöner Morgen, der Himmel und die Sonne lachten um die Wette. War das eine Pracht, überall pulsierte das Leben. Ich bewunderte die Vielfalt der Kaktusarten, die ich nur in kleiner Form vom Fensterbrett her kannte. Aber auch die Indianer, die hier geboren sind hatten immer noch ein Auge für diese Pracht. Gottes Regen ist gut!`` sagte Nauogo, nachdenklich den Blick immer auf die wundersamen Pflanzen gerichtet. Wir sahen viele von Nauogos Landsleuten, das gute Wetter hatte Sie herausgetrieben. Alle waren Sie zu Pferd unterwegs, sie ritten die Berge hinauf und herunter völlig unbekümmert. Wir erreichten allmählig unser Ziel, und somit Jorjilljas Hütte. Zu unserer Überraschung lag der Kranke vor seiner Hütte. Er lag mitten in der Sonne in halb sitzender Stellung, den Rücken gegen die Wand seines Zeltes gelehnt. Wir stiegen von unseren Pferden, und näherten uns langsam dem Kranken. Wir ließen uns neben ihm wortlos nieder.Bevor ich Ihn ansprechen konnte, sagte er zu mir: Ich habe dich erwartet.`` Du hast mir meine Ruhe geraubt.`` Ich will dich etwas fragen.`` Wenn ich deine Fragen beantworten kann, dann werde ich es tun. Du hast,‘‘ sprach er, in einem bitteren Ton zu mir geredet. Ich verstehe die Augensprache des weißen Mannes nicht. Was ich aus ihnen gelesen habe, das kann einfach nicht stimmen. Was hast du mir sagen wollen, mit deinen blauen Augen? Ohne nur nachzudenken sagte ich: Das ich dich liebe, wie einen Bruder Jorjillja. Das wars was ich dachte sagte der Indianer. Also verstehst du mich doch sagte ich. Wie kannst du mich lieben, wenn du mich überhaupt nicht kennst? Du lügst wie alle Fremden. Ich spreche es offen aus: Ich werde dich hassen bis zum letzten Atemzug. Ich ließ mich von dieser Drohung nicht abschrecken, sondern blieb ruhig. Jorjillja, es ist ein Stärkerer über uns gekommen. Mein Gott sprach durch meine Augen zu dir Vertraue Ihm denn das sind wir Ihm schuldig, du auch Jorjillja. Ich will dir sein Bild zeigen. Ein Bild anzusehen, dafür waren die Indianer immer zu haben. Er sog mit seinen Augen das gezeigte Bild auf, und keine Unregelmäßigkeit schien Ihm zu entgehen. Als ich zum Kranken zurück kam saß er wieder vor seinem Zelt, und schaute in die Ferne. Ich folgte seinem Blick, und sah die Umrisse einer Indianerfrau von atemberaubender Schönheit. Obwohl Sie weit entfernt war erkannte ich sie, es war die junge Indianerin Dallebiene. Sie trug einen schweren Wasserkrug, sie hatte frisches Wasser von der Quelle geschöpft. Jorjilljas Augen und die Meinen verfolgten das anmutige Mädchen, bis Sie wieder verschwunden war. Ich legte nun Jorjillja das Bild Jesus vor die Füße, und sagte das ist unser Retter. Wer? Nun ich habe dir von Ihm erzählte, dem großen Helfer aller Kranken und Leidenden. Der ist ja tot, sagte der Indianer, nachdem er das Bild angeschaut hatte. Ja, sagte ich er ist für uns alle gestorben.


Kommentare

Es gibt einen Kommentar zu dieser Geschichte

Heegen schrieb am 31.12.2010 um 23:49 Uhr folgenden Kommentar:
Echt gut, die Leseprobe. Bin Gespannt wann es in den Läden käuflich ist.

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