Im Tal der Elfen

von Stephanie aus der Kategorie Abenteuer

Das Dorf hatten sie nun schon seit einiger Zeit hinter sich gelassen. Gerade liefen sie durch einen Wald, da fiel Thomas etwas ein:
„Denis ich glaube da einen Weg zu kennen, auf welchem wir ganz schnell zu Kira gelangen könnten.“
„Ach ja Thomas und welcher sollte das sein?“
„Na das Oval der sieben Mächte. Es macht doch alles, was du von ihm verlangst. Sag ihm doch, dass wir keine Zeit verlieren dürfen und es uns so schnell wie möglich in das Kupferschloss bringen soll.“ „Ich weiß nicht, ob das funktioniert, aber ein Versuch ist es wert. Was meint ihr?“
„Ich denke auch wir sollten es versuchen“, sagte Annalena.
„Ja“, sagte Patrick, „lass es uns versuchen, wir werden schon sehen, was dabei heraus kommt.“
„Also gut, versuchen wir es. Oval der sieben Mächte, bring uns auf dem schnellsten Wege zu unserer Freundin Kira, sie ist bei ihrer Mutter, die heilige Göttin Rania, du findest sie im Kupferschloss. Kira braucht unsere Hilfe um überleben zu können.“
Das Oval leuchtete auf, doch es geschah nichts.
„Schade“, sagte Thomas, „da hat man schon einmal eine gute Idee, da funktioniert es doch nicht.“
„Ist schon in Ordnung Thomas“, sagte Denis.
Gerade wollten sie weiter gehen, als plötzlich...
„Was ist denn jetzt los?“, rief Kathy erschrocken.
Ringsherum begann sich alles zu drehen, ein riesiger Wirbel bildete sich über ihren Köpfen und kam immer weiter zu ihnen herunter.
„Schnell, wir müssen hier weg!“, so laut sie konnte.
„Ich glaube das wird uns nicht gelingen, der Sog ist zu stark“, rief Annalena.
„Hey Leute, keine Panik, ich glaube das Oval hat uns doch gehört und bringt uns jetzt zu Kira ins Kupferschloss, schaut mal, die Sternschnuppen drehen sich und der große Stern in der Mitte dreht sich in die entgegengesetzte Richtung“, sagte Denis und hielt dabei das Oval in die Luft.
Er hatte Recht, wahrscheinlich hatte das Oval nur nach dem richtigen Weg gesucht und daher noch einen Augenblick gebraucht.
So blieben sie alle stehen, reichten sich die Hände und warteten, bis der riesige Wirbel sie davon trug.
Sanft schwang er sich um die Krieger und hob sie vorsichtig hoch in die Luft.
Ein merkwürdiges Gefühl, in so einem Wirbel zu reisen, aber doch auch ein schönes Gefühl. Während die sechs Krieger mit dem Wirbel dahin schwebten, änderten sich seine Farben ständig und die Zeit schien sehr langsam zu vergehen, als hätte jemand den Film auf Zeitlupe gestellt.
Mal sah er gelb, grün, blau, rot und dann wieder gold. Glitzer rieselte von oben auf die Krieger, sodass sie durch das herein strahlende Licht leuchteten und funkelten.
Plötzlich gab es einen Ruck und der riesige azurblaue Wirbel drehte sich so, dass die Krieger nun auf dem Kopf standen. Noch hatten sie nicht bemerkt, wie hoch er mit ihnen in die Luft gestiegen war.
„Was geht hier vor sich?“ ,rief Kathy, der das Herz wild unter der Brust pochte.
„Ich habe keine Ahnung, nur das wir ganz schon weit oben sein müssen“, sagte Patrick.
Und schon geschah es, der Wirbel stürzte sich nach unten in die Tiefe, direkt auf einen riesigen See zu. Von außen sah es aus, als würde er in Zeitlupe nach unten sinken, doch innen schien es so, als würde er mit größter Geschwindigkeit nach unten rasen. Die mystischen Krieger hatten nun mehr Mühe sich weiterhin festzuhalten, als vor dem Angst zu haben, was als nächstes geschehen würde. Plötzlich hielt der Wirbel inne und die Krieger schwebten auf einer Stelle.
„Was wohl jetzt wieder geschehen wird?“, fragte Patricia ein wenig ängstlich.
„Lass dich überraschen süße“, sagte Denis.
Vorsichtig drehte sich der Wirbel nun wieder um und landete sanft mit den Kriegern auf dem Boden. Als alle sechs Krieger mit den Füßen den Boden berührten löste sich der Wirbel in feinen bunten Sand auf und das Leuchten auf dem Orakel verschwand restlos.
Auch die Sternschnuppen und der große Stern hatten aufgehört zu rotieren.
Erst jetzt bemerkten sie, dass sie vor dem großen See, in dem das Kupferschloss verborgen lag, standen.
„Es hat geklappt, es hat tatsächlich geklappt! Leute ich bin ein Genie!“
„Ja ja Thomas, nur weil du einen guten Einfall hattest bist du noch lange kein Genie“, sagte Patrick mit lachender Stimme.
„Mach dir lieber einmal Gedanken, wie wir jetzt in das Schloss kommen sollen, auf Vollmond können wir nicht warten, dann ist es vielleicht schon zu spät“, sagte Patricia nachdenklich.
„Da seit ihr ja meine mystischen Krieger!“
Diese Stimme kam ihnen sehr bekannt vor.
„Königin Lilian, ihr seit immer zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle! Wir haben das Einhornblut, aber keinen Vollmond, wie sollen wir nun zu Kira kommen?“ ,fragte Annalena.
„Macht euch mal keine Sorgen, ich bin nicht umsonst hier. Ich werde euch zu Kira und Rania bringen. Es gibt da noch einen zweiten Weg in das Schloss hinein.“
„Und der wäre?“, fragte Kathy.
„Schaut, da drüben steht er.“ Lilian deutete mit der Hand auf einen kupfernen Kessel.
„Aber das ist doch nur ein alter Kessel“, sagte Denis.
„Du irrst dich, das ist der Hier und Dort Schlüssel. Ihr müsst ihn alle mit der Hand berühren und dann geht es los. Lasst aber nicht los, wer weiß, wo ihr sonst landen werdet. Augen schließen nicht vergessen.“
Während die Krieger ihre Hände auf den Kessel legten, murmelte Lilian etwas vor sich hin:
„Bring uns schnell... ganz weit fort,
an dem dir bekannten Ort.
Da, wo das Sterben liegt,
und am Ende doch das Gute siegt.“
Der Kessel flammte auf und begann sich zu drehen. Mit ihm drehten sich auch Königin Lilian und sie sechs mystischen Krieger.
Sie begannen immer schneller zu rotieren, sodass jeder Einzelne von ihnen Mühe hatte, sich fest zu halten. Und plötzlich wurde der Hier und Dort Schlüssel langsamer. Sanft landete er mit seinen Passagieren auf dem Boden. Als sie die Augen öffneten, sahen sie, dass sie nun im Eingang des Kupferschlosses standen. Doch irgendetwas war hier anders, als beim letzten Besuch. Da herrschte Totenstille und nichts und niemand war zu sehen.
Dieses Mal liefen Kobolde umher und verrichteten mit ernster Mine ihre Arbeiten
„Die Krieger sind da“, schallte es plötzlich durch den ganzen Saal und sofort brach wieder diese Stille ein.
Die Kobolde sahen die Krieger mit großen erwartungsvollen Blicken an.
Keiner der Krieger wusste, was sie sagen sollten oder wohin sie gehen sollten, also blieben alle wie angewurzelt stehen.
Aus irgendeiner Ecke kam Leo hervor und schritt zu den Kriegern.
„Seit gegrüßt liebe Krieger, Rania erwartet euch schon.“
„Wo sind sie?“, fragte Patricia.
„Folgt mir“, antwortete Leo und führte sie nach oben in den Turm.
Was sie da sahen, lies sie erschrecken.
Auf einem Podest mit weißen Kissen und silbernen Rosen lag Kira. Sie sah gar nicht gut aus. Ihr Gesicht war fast so weiß wie die Kissen auf denen sie lag. Die Augen hatte Kira geschlossen, wahrscheinlich schlief sie.
Kai und Rania saßen links und rechts neben ihr. Schon lange hatten sie die Hoffnung aufgegeben. Rania schaute auf, da sie die Tür gehört hatte.
„Ihr habt es geschafft! Kai, sie sind da, jetzt wird doch noch alles gut werden.“
Tränen kullerten über ihre Wangen und fielen herab auf Kiras blasses Gesicht.
„Ich hatte schon gedacht... es ist... zu spät... aber nun seit ihr doch hier...“
„Weinen sie nicht Rania, Jetzt wird alles gut werden“, sagte Annalena mit aufmunternder Stimme.
„Kai“, sagte Patrick, „alles Elend wird gleich vorbei sein. Kira wird das schaffen, sie ist stark!“
Patricia holte den Krug mit dem Einhornblut hervor und überreichte ihn Rania. Vorsichtig öffnete sie Kiras Mund und gab ihr von dem Blut zu trinken. Langsam schluckte Kira das Heilmittel.
Jetzt hieß es nur noch Zeit abwarten.
Stillschweigend saßen sie alle um Kiras Krankenbett herum.
„Schaut mal, sie wirkt schon gar nicht mehr so blass“, sagte Kathy.
„Ja, du hast Recht. Wie kann ich euch nur danken? Ihr habt meine Tochter gerettet!“
„Das ist schon in Ordnung, sie ist schließlich unsere Freundin“, sagte Patricia.
„Lasst uns bei der Hochzeit von Kira und Kai dabei sein, das ist Dank genug“, sagte Patrick.
„Patrick hat Recht“, sagte Annalena, „das ist alles was wir wollen.“
„Natürlich werdet ihr bei meiner Hochzeit dabei sein!“
Sofort blickten alle Kira an. Sie war aufgewacht. „Kira“, rief Rania vor Freude, „endlich bist du aufgewacht! Ich dachte schon das du...“
„Aber Mama, weine doch nicht! Ich bin schließlich deine Tochter und eine von uns wird man nicht so einfach los! Außerdem sind da ja noch die mystischen Krieger, wer weiß, was ohne sie geschehen wäre!“
Kira lächelte ihre Freunde an und Kai war überglücklich seine Kira nun endlich wieder in die Arme nehmen zu können.
„So und jetzt will ich alles wissen!“
„Meinst du nicht, dass du dich erst einmal ausruhen solltest?“
„Ich bin ausgeruht! Mir geht es sehr gut. Außerdem macht es mich wahnsinnig!“
„Was macht dich wahnsinnig Kira?“, fragte Denis.
„Das ich noch immer nicht weiß, was all die Jahre vor sich ging! Mama warum hast du mir mein Gedächtnis genommen?
Vor wem oder was wolltest du mich schützen?“
„Mein Kind, zunächst sollst du erst einmal wissen, dass ich das alles getan habe, damit dir nichts geschieht! Er wollte dich töten, damit ich keine Erinnerung mehr an deinen Vater habe. So wollte er erreichen, dass ich mich irgendwann in ihn verlieben würde. Hättest du selbst gewusst, dass du die Tochter einer Göttin bist, so wäre es ihm ein leichtes gewesen dich ausfindig zu machen und dich zu töten. Nur warst du so nicht genug geschützt. Kai liebte dich über alles, er hätte alles mögliche getan, damit du dich wieder an alles erinnerst, also musste ich auch ihm das Gedächtnis nehmen. Doch irgendwie hat später herausgefunden, dass Kai, der goldene Drache, dein Verlobter ist. Und aus diesem Grund hat er einen Teil seiner Seele in ihm versteckt. Damit wollte er erreichen, dass Kai schwach und verwundbar wird. Die Schattenläufer sollten ihn finden und töten. Und ich, ich konnte all das, was in den letzten Wochen geschehen ist, nicht verhindern, weil dieser Mann mich eingesperrt hat. Ich weiß, das hört sich seltsam an, da ich ja eine Göttin bin, aber da er einen Teil seiner Seele ausgerechnet im Körper des Verlobten meiner Tochter versteckt hat, verlies mich ein Teil meiner Kräfte und so konnte ich mich nicht gegen ihn wehren. Sicher fragst du dich auch, warum deine Erinnerungen langsam wieder kamen, als du hier in der Nähe des Kupferschlosses warst.
Du musstest dahin zurück kehren, wo du all die Dinge deiner Vergangenheit erlebt hast und das war nun mal hier, im Kupferschloss, deinem zu Hause.“
„Was ist jetzt mit deinen Kräften, sind sie wieder zu dir zurück gekehrt?“ „Nun, sie kehren nach und nach zu mir zurück, aber es ist bald geschafft.“
„Bin ich... nun ja...“, stotterte Kira vor sich hin.
„Was ist denn mein Kind, wenn du eine Frage hast, kannst du sie mir ruhig stellen.“
„Das ist gar nicht so einfach. Nun gut, bin ich eigentlich auch... unsterblich?“
„Kira das weiß auch ich nicht. Dein Vater war zwar ein Sterblicher, aber ob du sterblich oder unsterblich bist, dass kann ich dir nicht sagen, das weiß ich nicht.“
„Wie können wir das heraus finden? Ich mein, vielleicht weiß es ja irgendwer.“
„Ich fürchte mein Kind, da gibt es nur einen Weg um auf diese Frage eine Antwort zu finden, aber diesen Weg gehen wir eher nicht!“
„Nein, diesen Weg wählen wir ganz sicher nicht! Das Risiko ist viel zu groß und außerdem wäre dann ja alles umsonst gewesen“, sagte Kai!
„Keine Sorge Kai, das Risiko gehe ich nicht ein. Schließlich wollen wir ja bald eure Hochzeit feiern!“
„Genau Rania. Da fällt mir ein, ich habe ja noch etwas zu erledigen.“
Kai stand auf und kniete sich vor Rania:
„Heilige Göttin Rania und Mutter der tollsten Frau der Welt, hiermit möchte ich um die Hand ihrer Tochter Kira anhalten. Gebt ihr mir eure Tochter zur Frau? Ich verspreche sie zu lieben und zu ehren, in guten wie auch in schlechten Tagen.“
“Meinst du damit mich oder Kira?“
„Hmm, wenn das so ist, natürlich euch beide!“
“Na wenn das so ist, bleibt mir nichts anderes übrig als zu sagen, wenn Kira dich heiraten möchte, dann hat sie dafür meinen Segen. Mein liebes Kind, möchtest du diesen jungen Mann hier zu deinem Manne nehmen?“
„Ja, von ganzem Herzen!“
In den nächsten Tagen ruhte sich Kira noch ein wenig aus, um wieder vollständig zu Kräften zu kommen. Nach zwei Wochen war es dann soweit, endlich konnte sie ihren Kai heiraten.
Das ganze Schloss wurde mit weißen, roten, hellblauen und silbernen Rosen geschmückt. Überall an den Wänden hingen Kerzen und der große Saal war extra für diesen Tag hergerichtet.
König Leonard und Königin Lilian kamen mit dem Feenvolk, um bei dieser wunderbaren Hochzeit mit zu feiern. Auch Fiona und Schantall, mit denen Kira auf Leonards Burg gedient hatte, waren gekommen.
Gespannt warteten alle auf die Braut.
Keiner der Anwesenden hatte gesehen, was für ein Kleid Kira tragen würde, noch nicht einmal ihre Mutter. Es sollte für alle eine Überraschung werden.
Nun endlich war es so weit, Musik ertönte und die Tür zum Saal ging auf. Sechs kleine Blumenmädchen kamen herein und verstreuten Blütenblätter auf dem Boden. Alle schauten sie gespannt zur Tür, vor allem Kai, der es kaum erwarten konnte, endlich seine Kira zu sehen.
Und da kam sie, wunderschön sah sie aus.
Ihre Augen strahlten so hell, wie die Sonne, welche durch Fenster und Türen herein schien.
Rania kamen die Tränen, als Kira zu ihr kam und ihre zitternde Hand nahm. Ganz aufgeregt und leise sagte Kira zu ihrer Mutter: „Möchtest du mich zu Kai führen?“
Rania schluchzte und antwortete kaum hörbar: „Ja mein Kind, es wäre mir ein Vergnügen!“
„Aber bitte wische dir vorher die Tränen aus dem Gesicht.“
Nun mussten beide lachen. Rania nahm ihre Tochter bei der Hand und mit langsamen Schritten, genau im Takt der Musik führte sie Kira zu Kai, der aufgeregt am Altar wartete.
Bei ihm angekommen nahm Rania seine Hand und legte die ihrer Tochter sanft in seine.
Beide sahen sich sehr glücklich an, doch nicht nur Glück tauschten die Blicke aus, sondern auch die Nervosität des Anderen war zu erkennen.
Die kleinen Blumenmädchen und Rania setzten sich nun zu den anderen Gästen. Endlich konnte die Zeremonie beginnen.
Der Pfarrer begann mit seiner Rede und alle lauschten gespannt seinen Worten.
„....und deshalb frage ich nun dich liebe Kira, Tochter der heiligen Göttin Rania, möchtest du den hier anwesenden Kai zu deinem recht angetrauten Ehemann nehmen, ihn lieben und ehren in guten wie auch in schlechten Tagen, so antworte mit: ja ich will!“
Gespannt blickte Kai sie an.
Sie öffnete ihren Mund um etwas zu sagen, doch keiner konnte ein Wort verstehen. Stille blieb im Raum, Kai und Kira sahen sich lange an, bis sie endlich sagte: „Ja, ja ich will!“
„Und nun frage ich dich Kai, möchtest du die hier...“
„Ja, ich will sie heiraten“, rief Kai rasch. „Darf ich meinen Satz auch noch zu Ende sprechen Kai, danach darfst du dann antworten.“
„Oh ähm ja natürlich.“
„Gut. Also wo war ich... ach ja, möchtest du die hier anwesende Kira, Tochter der heiligen Göttin Rania, zu deiner recht angetrauten Frau nehmen, sie lieben und ehren, in guten wie auch in schlechten Tagen, so antworte nun ein zweites Mal mit: ja ich will.“
„Ja ich will! Und daran wird sich nichts ändern!“ Glücklich lächelte er seine Kira an.
„Dann dürft ihr nun die Ringe tauschen.“
Rania trat aufgeregt zu den beiden hervor, um ihnen die Ringe zu überreichen.
Vorsichtig nahm Kai den ersten Ring von dem weißen Kissen, nahm ihre zittrige Hand und steckte ihr den Ring an den Finger. Leise sagte er zu ihr: „Meine liebste Kira, nun endlich kann ich dich zu meiner Frau nehmen! Du sollst wissen, dass du die Frau meines Lebens bist. Ich liebe dich noch immer so wie am ersten Tag und das soll bis in alle Ewigkeit so bleiben.“
Rania kamen vor Rührung die Tränen, als sie ihre geliebte Tochter so sprachlos vor Kai stehen sah.
Jetzt nahm Kira den zweiten Ring vom Kissen und schob ihn auf Kais Finger. Auch sie hatte ihrem Liebsten noch etwas zu sagen.
„Kai, was du gerade zu mir gesagt hast, das war wunderschön. Ich möchte dir sagen, du bist meine große Liebe, die Liebe meines Lebens um genau zu sein. Mit dir, und zwar nur mit die möchte ich glücklich sein, mit dir möchte ich lachen und weinen, mit dir möchte ich die tollsten Kinder bekommen, mit dir möchte ich lieben, dich möchte ich lieben, in guten wie auch in schlechten Tagen!“
Jetzt liefen sogar Kai die Tränen. Er hielt ihre Hände ganz fest in seinen.
„Da bleibt mir wohl nicht anderes übrig als zu sagen: hiermit erkläre ich die beiden zu Mann und Frau! Kai du darfst deine Braut jetzt küssen.“
Endlich war der Moment gekommen, auf den alle so gespannt gewartet hatten. Kai nahm seine Liebste sanft in seine Arme, blickte sie liebevoll an und legte seine Lippen sanft auf ihre.
Stille trat in den Raum, nur das Schluchzen von Rania war zu hören.
Als Kai seine Kira bei der Hand nahm, um mit ihr zu den Gästen zu gehen ertönten Jubelrufe und Feen flogen durch das ganze Zimmer, um ihren Feenstaub zu verteilen, der den beiden Glück und Liebe für ihre gemeinsamen Zukunft schenken sollte. Kiras Brautkleid war nun von oben bis unten mit Glitzer bestreut. Alles an ihr glitzerte und funkelte. Kira strahlte übers ganze Gesicht, endlich waren sie Mann und Frau. Ihr Glück wollte sie nun mit ihren Freunden teilen. Patricia, Kathy und Annalena kamen zu ihr, um Kira zu gratulieren und nahmen sie in die Arme.
„Kira ich wünsche dir und Kai für eure gemeinsame Zukunft alles gute. Vor allem sollst du nun mit deinem Kai glücklich werden, nach allem was ihr durch machen musstet, bevor es endlich zu diesem Tag kommen konnte“, sagte Annalena.
„Da schließen wir beiden uns natürlich an. Weißt du eigentlich, dass du in diesem Kleid wunderschön aussiehst?“, sagte Patricia.
„Danke Patricia, ich würde sagen fast so schön wie du zu deiner Hochzeit.“
„So ein Quatsch, genauso schön natürlich!“, rief Denis.
„Danke Denis.“
Kai läutete mit dem kleinen Tischglöckchen um die Gäste an den Tisch zu bitten. Er lies alle Platz nehmen, wartete bis Ruhe eingekehrte, um dann eine kleine Dankesrede zu halten.
„Liebe Gäste, liebe Freunde“, begann er, „erst einmal möchte ich mich für euer kommen bedanken. Dieser Tag ist der schönste unseres Lebens. Endlich konnte ich meine Kira zur Frau nehmen, nach allem was wir durchgemacht haben sind wir jetzt für immer vereint.
Doch ohne die Hilfe einiger Personen hätten wir den Teig nie erleben können. Da wären zum Beispiel unsere Eltern, die uns zur Welt gebracht und so liebevoll groß gezogen haben und zum anderen, die mystischen Krieger, die uns in den letzten Monaten sehr viel gegeben haben. Wenn es euch nicht gegeben hätte... ich wüsste nicht was dann mit uns geschehen wäre, aber ich glaube verheiratet wären nicht. Wir möchten euch für alles Danken, was ihr für uns getan habt! Ohne euch wäre meine Kira jetzt vielleicht nicht mehr am Leben.“ Kai hielt kurz inne, seine Worte berührten ihn selbst sehr, doch dann fuhr er fort, „An das, was sonst hätte geschehen können möchte ich nicht denken, wir sind hier um mit euch allen unsere Hochzeit zu feiern.
Ja, also ich würde dann mal sagen, das Buffet ist eröffnet, sonst rede ich noch bis morgen früh!“
„Aber vorher möchte auch ich noch etwas sagen, darf ich Kai?“
„Ja natürlich darfst du das Liebes.“
„Ich schließe mich all dem, was Kai eben gesagt hat an, doch einer Person möchte ich noch etwas sagen. Ich wusste nicht, wann der richtige Zeitpunkt für meine Worte an sie kommen würde, doch irgendetwas in mir drin sagt mir, dass dieser Tag heute der richtige ist.
Diese Person ist niemand anderes als meine Mutter.
Mama, ich habe all die Jahre so viel durch gemacht. Ich dachte, meine Eltern wären tot. Bei einem furchtbaren König arbeitete ich als Küchenmädchen. Mit all meinen Problemen und Sorgen war ich ganz alleine. Doch heute weiß ich, das all diese Jahre mit all den schrecklichen Erlebnissen nicht umsonst waren, sie haben mich geprägt und auch geschützt. Dieser Schmerz, all mein Kummer... alles hatte seine Richtigkeit und war der Schutz für mich.
Andere Kinder würden ihre Mutter für all das hassen...“
Sie hielt inne. Rania pochte bei diesen letzten Worten das Herz ganz stark.
„...aber ich hasse dich nicht. Ich bin dir dankbar für alles Mama, denn ich verstehe deine Taten und wahrscheinlich würde ich als Mutter genauso handeln. Was ich dir sagen will, ich liebe dich Mama, du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben und ich bin so froh, dass ich diesen wunderbaren Tag gemeinsam mit dir erleben kann!“
Kira lächelte doch liefen ihr ebenfalls Tränen über die Wangen. Rania erging es genauso.
„Geh zu deiner Tochter Rania. Nimm sie in die Arme“, sagte Lilian, die neben ihr schwebte.
Sie stand auf und lief zu Kira. Lächelnd sah sie ihre Tochter an und nahm sie glücklich in die Arme.
„Mein Kind, du bist das schönste Geschenk für mich, nie mehr möchte ich ohne dich leben! Es war meine größte Angst, dass du mich für alles hassen würdest, mir nicht verzeihen könntest. Aber du hast es verstanden, dass ich dir mit allem niemals Leid zufügen wollte! Ich liebe dich auch mein kleiner Engel.“
Es war rührend wie die beiden sich weinend in den Armen lagen.
Thomas begann zu klatschen und mit ihm auch alle anderen Gäste.
Dies lies die beiden wieder lachen.
„Ja, also... dann lasst es euch mal schmecken, jetzt ist das Buffet aber wirklich eröffnet. Oder hat noch jemand etwas zu sagen?“
„Ja ich“, rief Thomas, „wird ja auch Zeit, mein Magen knurrt schon die ganze Zeit.“
„Na dann hau rein, es ist reichlich Essen da Thomas, du kannst so viel verdrücken wie du möchtest. Guten Appetit.“
„Danke Kira.“
Alle mussten lachen, denn so etwas konnte ja nur von Thomas kommen.
Es war ein wunderbarer Tag, alle hatten sie viel Spaß. Es wurde getanzt, gesungen und gelacht. Gerade wollten Kira und Kai ihren Hochzeitstanz tanzen, als plötzlich...
„Was ist das?“, fragte Kathy erschrocken.
„Keine Ahnung, aber ich ahne, dass die Feier gleich vorbei sein wird. Das klingt nicht gut“, sagte Patricia.
„Och man, ich wollte doch so gerne noch etwas essen!“
„Thomas, dafür wirst du später noch Zeit haben, ich glaube unser Abenteuer geht soeben weiter“, rief Denis ihm zu.
„Ihr müsst von hier verschwinden! Ich werde sie aufhalten, so gut es geht!“
„Aber wen meinst du denn Rania und wohin sollen wir gehen?“
„Das wirst du noch früh genug erfahren Annalena. Schnell, ihr müsst aus dem Schloss heraus und dann immer weiter Richtung Norden laufen. Nun macht schon, ihr müsst euch beeilen, sie werden sicher gleich hier sein!“
Den Kriegern blieb keine andere Wahl, sie mussten von hier verschwinden.
Rania, Kira und Kai machten sich für einen bevorstehenden Kampf bereit und die mystischen Krieger begaben sich auf ihren Weg, bis auf...
„Thomas nun komm endlich, wir dürfen keine Zeit verlieren“, schrie Denis.
„Aber...“
„Nun mach schon!“, rief Patrick ein wenig zornig.
„Auf Wiedersehen Schweinebraten und ihr Keulen und....“
„THOMAS! Wenn du so weiter machst, kannst du gleich zu etwas anderem auf Wiedersehen sagen!“
„Ich komm ja schon!“
In wenigen Minuten würde im Kupferschloss ein Kampf beginnen, doch diesmal ohne die mystischen Krieger, sie mussten gen Norden weiter ziehen. Doch aus welchem Grunde nur?
Was ging da nur vor sich?
Keiner der sechs Krieger konnte sich das erklären.
So blieb ihnen nichts anderes übrig, als Rania zu vertrauen und diesen Weg zu gehen. Stillschweigend liefen sie neben einander her.
Jeden Einzelnen war anzusehen, dass er angestrengt über das Geschehen nachdachte, und über das, was wohl auf sie zukommen würde. Es wurde langsam dunkel und die Krieger hatten noch immer kein Ziel vor Augen.
Wie sollten sie das alles schaffen? Doch vor allem, was erwartete sie und wo erwartete es sie?
„Wollen wir weiter ziehen oder die Nacht hier verbringen?“
„Wohl eher weiter ziehen Kathy, du hast doch Rania gehört, wir dürfen keine Zeit verlieren. Außerdem wissen wir nicht, wann und wo uns was erwartet. Es wird besser sein, wenn wir weiter ziehen“, sagte Patrick.
„Ja ich glaube Patrick hat Recht“, sagte Patricia.
„Also los, ziehen wir weiter“, sagte Kathy zuversichtlich.
Und schon ging die Reise weiter. Ohne ein Wort zu sagen liefen sie nebeneinander her und plötzlich krachte es hinter ihnen. Roter Nebel stieg auf und sofort wussten sie was zu tun war. Sie zogen ihre Waffen und riefen ihre Rüstungen.
„Luft über mir!“
„Wasser das mich umgibt!“
„Feuer tief in mir!“
„Wald vor mir!“
„Erde wohl unter mir!“
„Eis unter mir!“
„Hahaha, die mystischen Krieger!“
„Kommt raus und zeigt euch“, rief Patricia zornig!
„Wieso sollte ich das tun? Ihr wollt doch nicht etwa gegen mich kämpfen? Ich meine eine Chance habt ihr gegen mich! Ach und wo wir gerade dabei sind, das Elfenvolk werdet ihr auch nicht befreien können, denn dazu müsst ihr erst mal... ja was müsst ihr denn erst mal... ja genau, mich müsst ihr erst mal besiegen, Grandelord den Mächtigen!“
Kräftiger Wind kam auf und...


Kommentare

Es gibt 5 Kommentare zu dieser Geschichte

Stephanie schrieb am 26.10.2011 um 17:18 Uhr folgenden Kommentar:
Danke :)


Sel schrieb am 26.10.2011 um 15:58 Uhr folgenden Kommentar:
Klasse Geschichte!:)


Stephanie schrieb am 24.10.2011 um 20:17 Uhr folgenden Kommentar:
Ähm, nicht nur lesen, bitte auch kommentieren! Danke


Stephanie schrieb am 20.10.2011 um 16:43 Uhr folgenden Kommentar:
Es ist das darauf folgende Kapitel, sorry das es für dich so abgehackt klang, aber bei der anderen Geschichte hatte ich nur den ersten Teil "veröffentlich", aber nun ist der Rest auch online und du kannst weiter lesen.


LunaBièlle schrieb am 20.10.2011 um 10:44 Uhr folgenden Kommentar:
Ist das die Fortsetzung zu dem kleinem Kapitel? Ich bin nämlich ein bisschen verwirrt. Nach einer Zeit lesen, ist mir auch vorgekommen, dass es das Ende sein könnte, aber jetzt wieder ganz am Schluss muss es ja doch weitergehen. Ich bin total verwirrt. Außerdem bekommt man ganz wenig Information, was und wer und wo alle sind. Es geht auch alles ziemlich schnell und schon ist man dort und da und keine Ahnung. Hm.. Bin aber trotzdem gespannt wie es weiter geht. Vielleicht liest du dir meine Geschichte auch mal durch und gibst mir Feedback? *Luna

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