Ich bin schlimmer als jedes Raubtier
von Katerina aus der Kategorie Vampire
Erstes Buch - Alice
Vorwort
Jeder Mensch will leben. Manche Menschen wollen auch sterben. Doch willst du auch sterben und trotzdem weiterleben?
Die Verwandlung
Ich ging durch die dunklen Gassen von Gossa. Ich konnte nicht glauben das ich endlich hier war. Seit wer weiß wie vielen Jahren hatte ich hiernach gesucht, aber ich hatte nichts gefunden. Dann hatte ich sie sprechen hören: "Gossa ist südlich von hier. Dort wirst du das alte Waisenhaus finden. Es wird aussehen wie eine Bibliothek. Aber es ist das Waisenhaus. Du musst einfach nur in südliche Richtung laufen. Nicht abbiegen oder so." Ich hatte es gehört und dann auch getan.
Dann war ich endlich hier gewesen. Ich ging bis zur richtigen Bibliothek, die am nördlichsten Teil von Gossa war. Hier hoffte ich ein paar neue Antworten zu bekommen. In der Bibliothek war es schön warm. " Kann ich ihnen irgendwie behilflich sein?",fragte die Frau am Tresen.
„ Ich suche die Werwölfe – und Vampirbücher. Wo sind die, bitte?“, fragte ich die Frau. „ Hinten in der Wissensbücher Abteilung. Im letzten Regal ist alles voll mit Büchern von den beiden Mythen.“ Ich lachte leise in mich hinein, dann ging ich hinüber um mir alles durchzulesen. „ Alice! Bist du das?“, rief jemand von hinten mir zu. Ich drehte mich um und sah Thalea, meine beste Freundin. „ Was machst du hier Thalea? Hier in Gossa?“, fragte ich sie. „ Ich habe die ganzen Bücher in der Bibliothek von Greenland durchgelesen und wollte unbedingt noch mehr lesen. Deswegen bin ich hierher gekommen. Was liest du gerade?“, sagte sie zu mir, aber in ihren Augen sah ich, dass sie mich anlog. „ Erzähl mir nichts Thalea. Ich weiß dass du lügst. Ich kann dich sehr gut durchschauen, hast du das etwa vergessen?“, sagte ich zu ihr. Thalea drehte den Kopf nach hinten und es sah so aus als würde sie nachdenken. Schließlich sagte sie: „ Komm mit.“ Ich ging ihr hinterher. Sie ging nach draußen und ich ihr nach.
Draußen war es dunkel und der Mond schien hell. Ich sah wie Thalea überall hinsah außer zum Mond. Sie führte mich in eine dunkle Gasse. „ Wieso führst du mich hierher?“, fragte ich sie. Thalea lächelte dann sagte sie verräterisch: „ Ich muss meine Mission erfüllen. Du musst zu einer von uns werden. Ich wusste das du nach der Bibliothek in Gossa suchen würdest, deswegen habe ich einfach dort auf dich gewartet. Die Werwölfe wollen dich endlich bei ihnen haben. Du weißt das war der Preis den du damals zahlen musstest damit sie ihn nicht töten.“ Ich starrte Thalea mit nassen Augen an. Ich mochte es ganz und gar nicht wenn sie mit Ramon ankam. Er war mein Freund gewesen und ein Werwolf hatte ihn damals gebissen. Kurz danach wollten sie ihn umbringen aus seltsamen Gründen. Doch ich wollte das nicht. Ich hatte mit den Werwölfen gehandelt. Ich hatte gemeint, wenn sie ihn nicht töten, könnten sie mich in fünf Jahren auch verwandeln. Sie waren darauf eingegangen. Waren wirklich schon fünf Jahre vergangen? Und außerdem, wie wurde Thalea überhaupt zu einem Werwolf? Seit wann war sie ein Werwolf?
„ Wie bist du zu einem Werwolf geworden?“, fragte ich sie.
„ Ist so viel Zeit vergangen, dass ich nicht einmal mitbekommen habe, dass meine beste Freundin ein Werwolf geworden ist?“ Thalea knurrte laut und schaute zum Mond und in dem Moment nahm sie eine Wolfsgestalt an, die mehr als nur gefährlich aussah. Sie ging einen Schritt auf mich zu, doch im selben Moment bewegte sich etwas hinter mir. Wir drehten uns um und erblickten eine Frau, die auch gefährlich knurrte, aber das sich anders anhörte, als das von Thalea. „ Was hast du hier verloren Julia? Das ist unser Jagdgebiet.“, fauchte Thalea die Frau an. „ Tja Work. Aber unsere Meisterin hat uns aufgetragen, Alice zu verwandeln. Sie muss ein Vampir werden. Das weißt du.“, rief die Frau. „ Moment mal. Soll das jetzt heißen, ich soll ein Vampir und ein Werwolf werden? Bei dir soll ich ein Werwolf werden und bei ihnen ein Vampir? Was ist hier überhaupt los. Bin ich etwa so was wie eine Zielperson, das gerade ich verwandelt werden soll?“, fragte ich irritiert. „ Ja das bist du Schätzchen. Du weißt nichts über deine Eltern nicht wahr?“, fragte mich die Frau. Ich war wie vom Donner getroffen. Hatte sie sich gerade nach meinen Eltern erkundigt. Und was hatte das alles mit denen zu tun, dass Werwölfe und Vampire Jagd auf mich machten. „ Nein. Ich weiß rein gar nichts über sie. Können sie mir was sagen? Ich will alles über sie wissen. Bitte sagen sie mir was sie wissen.“ Die Frau zauberte ein wunderschönes Lächeln auf ihr kreideweißes Gesicht. „ Ja, ich weiß so einiges über deine Eltern. Unsere Anführerin selbst ist deine Mutter. Und ihr Anführer ist dein Vater. Victoria und Ben. Victoria war bereits ein Vampir als sie Ben traf. Er war ein Werwolf. Sie beide verliebten sich ineinander. Das Gesetz verbietet es aber. Doch eines Tages war Victoria schwanger von Ben und beide grübelten darüber ob es ein Werwolfmädchen oder Junge wurde, oder ein Vampirmädchen oder Junge. Als es schließlich so weit war, kniffen beide die Augen zu. Als das Baby draußen war starrten beide es entsetzt an. Werwolf und auch kein Vampir. Es war ein normales Menschenmädchen. Angst davor das Victoria sie aussaugen würde, brachten sie es in ein Waisenhaus. Eines Nachts stritten die beiden miteinander, also Victoria und Ben. Victoria wollte das das Mädchen ein Vampir wurde. Ben dagegen, wollte dass es ein Werwolf wurde. Beide kämpften beinahe gegeneinander. Victoria meinte das die Zeit kommen würde wo es zu einem Vampir wird. Ben dagegen meinte genau das gleiche, nur das es ein Werwolf werden sollte. Dann gingen beide auseinander und ihrer eigenen Wege.“ „ Aber was hat das alles mit mir zu tun?“ „ Du bist das Mädchen. Deswegen hat man uns geschickt. Victoria, also deine Mum, hat mich geschickt. Und Ben, dein Dad, hat sie geschickt.“ „ Und wer verwandelt mich nun?“ „ Wer weiß. Meine Anführerin würde jeden töten der eine Mission nicht erfüllt und bei Thalea ist es das gleiche. Es wird wohl ein Wettrennen geben.“ „ Und das wirst nicht du gewinnen!“, schrie Thalea und sprang auf mich zu. Das gleiche tat Julia. Ich schrie als Thalea ihre Fangzähne in meinen Hals rammte und Julia auch ihre Zähne in meinen Hals rammte. Es war ein schreckliches Gefühl. Schließlich lösten beide ihre Zähne von meinem Hals. Ich zappelte und schrie herum vor Schmerz. „ Jetzt kann ich sie mitnehmen.“, meinte Thalea. „ Du meinst wohl mich.“, Julia knurrte Thalea an. Sie stand auf und rannte auf sie zu. Thalea rannte weg. Dann kam Julia wieder auf mich zu. „ Ruhig, ruhig! Der Schmerz geht gleich weg. Ich bring dich jetzt zum Unterschlupf Alice.“ Ich nickte, was mir schon viel Kraft nahm, dann fragte ich: „ W wo i i ist e euer U Unterschlupf?“ „ Unser Unterschlupf ist in Italien.“ „ Wir sind in England. Geht es so schnell?“ Julia lächelte und sagte: „ Das geht schnell.“ Dann packte sie mich, warf mich auf ihre Schulter und rannte los oder eher gesagt sie flog los. Es fühlte sich an als würde sie fliegen, doch ich sah wie sie über den Boden rannte. Am nächsten Tag waren wir in Italien. Ich war eingeschlafen.
„ Wie geht es ihr? Schläft sie?“, fragte eine Frauenstimme die ich noch nie zuvor gehört hatte.
Ich öffnete die Augen und sah eine wunderschöne Frau, die nicht Julia war. Ich sah wie die Frau Tränen in die Augen bekam. „ Alice. Du bist so groß geworden. Als ich dich das letzte Mal gesehen hatte warst du gerade mal zwei Wochen alt.“ „ Mum? Bist du das? Was ist das für ein Schmerz? Ist es Nacht?“ „ Ja Schatz ich bin es. Es ist Nacht du musst mitkommen. Du bist sicher durstig.“ „ Durstig? Nein, ich bin nicht durstig Mum. Wie kommst du denn darauf? Ich weiß gar nicht was du damit meinst. Was meinst du denn damit?“, fragte ich verwirrt. „ Komm bitte mit Alice.“, ich stand auf und ging ihr nach. Als wir draußen waren drehte sich meine Mum zu mir um. Sie sah furchtbar aus. Ihre Zähne standen über ihren Lippen. Ihre Augen funkelten schwarz wie bei einer Katze. „ Sieh bitte auf den Vollmond Alice.“, sagte sie zu mir. Ich tat es und augenblicklich durchfuhr mich ein schrecklicher Schmerz. Ich schrie auf. Auf meinem Kopf wuchsen Ohren mit Fell. Über meinen Händen wuchs Fell. An meinen Händen wuchsen viel längere Fingernägel. Auf meinem Rücken wuchs auch Fell. In meinem Mund wurden die Zähne noch gefährlicher. Sie sprießen aus meinem Mund so wie bei Mum. Endlich war der Schmerz vorbei. Mum sah mich entgeistert an. „ Julia!“, rief sie. Julia kam heraus. Sobald sie mich sah, knurrte sie gefährlich, doch als sie die Zähne, die Haare und die Fingernägel sah hörte sie auf zu knurren. Es war mir so als wenn sie noch bleicher wurde als sie ohnehin schon war. „ Wer hat sie zuerst gebissen? Du, oder Thalea? Du siehst was aus ihr geworden ist. Sie ist halb Werwolf, halb Vampir. Habt ihr beide gleichzeitig zugebissen?“, fragte Mum. „ Ja, dass haben wir. Leider. Ich musste deiner Tochter noch alles über dich und Ben erzählen, bis sie endlich ruhig war. Ich hab nicht gewusst dass gerade Thalea geschickt wird um sie zu verwandeln. Sie ist die schnellste von allen, dass weißt du. Ich konnte nichts dafür. Wir waren beide gleichzeitig angekommen. Als erstes dachte ich, dass ich schneller war, weil ich näher war, aber wie es aussieht waren wir beide gleichzeitig am Hals angekommen.“, sagte Julia. „ Ben hat richtig gehandelt. Er wusste das Thalea die beste Freundin von Alice war. Deswegen hat er sie geschickt. Hätte er jemand anders geschickt, hätte sie niemals auf ihn gehört so viel ist sicher. Er wusste sie hat eine Schwäche für Freunde. So viel ich weiß, war Thalea ihre einzige Freundin weit und breit gewesen. Sie zu verlieren, würde ihr das Herz brechen. Sie würde sich umbringen, weil noch einen Menschen der nahe lag zu verlieren, wie Ramon, dass würde sie nicht verkraften.“, sagte Mum zu Julia. „ Das verstehe ich jetzt nicht. Soll das heißen Ramon lag ihr nahe?“ „ Ramon war einst ihr Freund gewesen.“ „ Hört auf über Ramon zu reden!“, befahl ich ihnen. Ich war erstaunt über meine Stimme. Noch nie hatte sie sich so rau angehört. „ Schatz bitte beruhige dich. Raste nicht aus okay. Du darfst nicht sauer werden, ansonsten wird das schlimmste passieren. Und das wollen wir alle nicht.“ „ Auf gar keinen Fall wollen wir das. Das wäre der Weltuntergang. Ist sie nicht durstig?“, fragte Julia und lächelte dabei. Mom sah erstaunt aus. Sie sah auf ihren Mund wo das Lächeln war. „ Du lächelst wieder? Wow. War es meine Tochter die dich zum Lachen bringt?“ „ Ja ihretwegen lache ich wieder Victoria.“ Sie lächelte wieder. „ WIESO DURSTIG? ICH FRAGE NICHT NOCH EINMAL. WIESO DURSTIG? ANTWORTET MIR! AUF DER STELLE!“, ich tickte beinahe aus. Julia und meine Mutter sahen beide angsterfüllt aus. Auf einmal griff meine Mutter nach meinem Arm und zog mich mit. Ich merkte wie sie zitterte. Ich zitterte auch, aber nicht aus Angst, sondern aus Wut. Bis jetzt hatte sie fast noch keiner meiner Fragen beantwortet, was mich total nervte.
Die drei Eigenschaften
Mum führte mich in die Stadt. Ich hatte keine Ahnung wie sie hieß. Als wir am Ortsschild vorbeigegangen waren hatte ich nicht auf den Namen geachtet. Leider. „ Siehst du diese Menschen da?“ Mum zeigte auf eine Gruppe von Männern die wahrscheinlich betrunken waren.
„ Ja ich sehe sie, wieso?“, fragte ich.
„ Spürst du keinen Drang auf sie loszugehen und sie zu beißen?“
„ Mum! NEIN! Wie kommst du denn darauf? Was hat das mit durstig Zutun? Oder willst du mir noch etwas in geheimnisvoller Sprache erzählen? Du machst mich fertig wirklich.“ „ Du verspürst keinen Drang, sie zu beißen und von ihnen zu kosten? Das ist sehr seltsam. Komm wir gehen wieder.“
Jetzt sah ich in welchen Ort wir gewesen waren. Wir waren in San Marino gewesen. Jetzt erst fiel mir wieder ein was Julia zu Thalea gesagt hatte. „ Mum! Julia hatte gestern Work zu Thalea gesagt. Wieso?“ „ So werden Werwölfe genannt. Wir nennen uns selbst Kainskinder. Du dagegen wirst als Kainswork bezeichnet.“, sagte meine Mutter.
“ Kainswork? Was ist das? Diese Welt ist wirklich sehr verwirrend. Was ist das denn nun?“ „ Alice, Alice. Wenn du zugehört hättest wüsstest du was es ist. Ich hatte eben gesagt, wir nennen uns Kainskinder und die Werwölfe Work. Kains aus Kainskinder und Work aus eben Work. Verstehst du?“ „ AH jetzt verstehe ich. Wenigstens ein gelöstes Rätsel. Aber Mum. Wenn ihr euch als Kainskinder bezeichnet, warum hat Thalea dann Julia nicht als Kainskind bezeichnet, aber Julia Thalea als Work?“ „ Das kommt davon das Thalea erst seit einem Jahr ein Werwolf ist, jedoch Julia 2 Tage nach meiner Erschaffung ein Vampir wurde. Sie wurde von mir höchstpersönlich geschaffen. Thalea wurde von deinem teuflischen und gemeinen Vater erschaffen. Er wollte sie unbedingt haben. Wegen dir. Er wusste das du ein Schwäche für sie hast und…“
„ Ist ja gut. Ich hab’s ja kapiert. Du musst mir ja nicht noch mehr tausend Sachen an den Kopf werfen. Das macht mich ja ganz verrückt. Ihr macht mich wirklich fertig, ich weiß nicht wie oft ich diesen Satz noch sagen werde. Auf alle Fälle sehr oft.“ Mum lachte und schüttelte ihre blauen Haare im Wind hin und her. Sie sah so wunderschön aus. Wie eine Göttin. Sie war genauso bleich wie Julia. Da fiel mir ein was ich damals als ich von Julia erfahren bekommen hatte das meine Mutter ein Vampir war fragen wollte. „ Wie alt bist du Mum? Ich meine du musst doch schon sehr alt sein.“ „ Das stimmt mein Schatz. Ich bin schon sehr, sehr alt. Um genau zu sein bin ich über 5000 Jahre alt. Ich weiß nicht genau wie alt ich bin. Bei 5010 habe ich aufgehört zu zählen. Das war ein bisschen langweilig.“ „ Ein bisschen?“, fragte und rief ich schockiert. Das war mir wirklich etwas zu fiel. Ein bisschen langweilig. Auch gerade ein bisschen langweilig. Wie konnte sie sagen ein bisschen. Nicht länger nachdenken. „ Können wir jetzt endlich gehen?“, fragte ich Mum und bemühte mich nicht gereizt zu klingen. Mum nickte und ging mit mir weiter. Als wir endlich angekommen waren ging die Sonne langsam auf. Ich hörte ein gefährliches knurren von meiner Mutter und augenblicklich wurde ich weggezogen. Es war stockdunkel wo wir waren und ich konnte rein gar nichts sehen. Dann sah ich Julia. Sie ging auf meine Mutter zu und lächelte. „ Und? Hat sie schön getrunken? Und wie hat es ihr geschmeckt?“, fragte sie immer noch grinsend. „ Tut mir Leid das ich dich unterbrechen muss, aber sie hat überhaupt nichts getrunken. Sie ist anders als die anderen Neugeborenen Vampire. Sie hat eine super Selbstbeherrschung. Ich weiß nicht wie das gehe. Vielleicht hat sie etwas wie Caty. Die hat doch auch so eine super Selbstbeherrschung. Aber wie geht das?“
„ Tja das fragen wir uns alle. Wie geht das mit Caty’s Selbstbeherrschung und ihren anderen Fähigkeiten. Wie geht das mit dem das Vergangenheitssehen von Lisius? Keiner kennt die Antwort auf diese Frage. Wie geht das? Aber im Moment gibt es wichtigeres zu klären. Zum Beispiel wieso hatte sie keinen Durst. Ich meine bei Caty war das doch trotzdem so das sie als zum Vampir wurde Durst hat. Wieso ist Alice dann nicht durstig? Das ist wirklich sehr verwirrend. Wie es aussieht ist sie ein hoch entwickeltes Experiment.“, meinte Julia. Als ich die drei Wörter am Ende hörte rastete ich beinahe aus. Wie konnte sie es wagen mich ein hoch entwickeltes Experiment zu nennen. Sie dachte doch wohl nicht das ich irgendein Versuchskaninchen war oder doch? Ich fletschte die Zähne. Julia wich vor mich mit einem ängstlichen Gesicht zurück. Mum griff meinen Arm und zischte: „ Wenn du sie jetzt angreifst werd ich sehr wütend, damit kannst du rechnen.“ Ich war müde und gähnte. Meine Mutter sah mich verwirrt an. Was war mit ihr los. „ Du bist müde? Wie kann das sein? Wir Vampire sind niemals müde. Deswegen schlafen wir auch nie. Moment mal. Du hast keinen Durst. Du hast eine perfekte Selbstbeherrschung und du bist müde. Du hast das Fell eines Werwolfes genauso wie die Zähne und du hast Ohren wie Werwölfe. Du hast Fingernägel wie Vampire. Du hast Zähne die über deine Lippen überstehen wie bei uns und du hast funkelnde Augen wie wir. Das alles sind drei Eigenschaften. Vampir, Werwolf und Mensch. Du bist ein Kindskainswork. Kinds ist die Aussprache bei uns für Mensch. Das kann ich nicht glauben. Meine Tochter ist das jüngste und wertvollste Wesen was es jemals in der Geschichte der Vampire und Werwölfe gibt. Oh mein Gott. Das kann ich nicht glauben. Ich hatte immer geglaubt das wäre nur ein blödes Märchen. Nie hatte ich gedacht, dass es ein Kindskainswork wirklich gibt und jetzt ist meine eigene Tochter so ein Wesen.“ Sie redete die ganze Zeit ununterbrochen weiter. Irgendwann ungefähr nach einer halben Stunde wo sie immer noch redete. Als sie aufschaute sah sie mich vergöttert an. Als wäre ich ein Wunder der Welt. Na gut, für sie war ich das ja auch. Für mich war ich aber einfach nur ein stinkendes hässliches Hunde irgendetwas. „ Mum könntest du bitte von etwas anderem reden. Du sagst immer wieder die gleichen Sätze. Das geht einen auf die Nerven. Das hört sich an als wärst du verrückt. Vielleicht bist du das ja auch schon. Tut mir Leid das ich das vor dir sagen muss aber es ist doch so oder? Was ich dich noch fragen wollte. Ähm es gibt doch sicher noch weitere Vampire in deiner Gruppe oder? Und wenn ja kann ich sie dann kennen lernen? BITTE! Ich möchte es so gerne. Ich würde nämlich sehr gerne mit anderen Vampiren kommunizieren. Darf ich? BITTE! Ich möchte es so gerne. Mit alten Vampiren reden. Alles über die Zeit von damals erfahren. All das hört sich so toll an.“ Mum runzelte die Stirn und mit einem Mal fing sie an zu lachen. „ Kannst du Gedankenlesen? Ich wollte dich gerade fragen ob du die anderen Vampire aus meinem Zirkel kennen lernen möchtest. Das bedeutet ja. Ja es gibt noch mehr Vampire. Die kannst du jetzt meinetwegen kennen lernen. Aber nur wenn du möchtest. Möchtest du denn?“ „ Was ist das denn für eine Frage? Warum denkst du, hätte ich dich wohl vorhin gefragt?“
„ Schon gut, schon gut. Komm mit. Ich stelle dir dann mal meinen Zirkel vor.“ Meine Mutter packte mich am Arm und zog mich mit sich durch die Dunkelheit.