Dolce cou
von Schokolade aus der Kategorie Vampire
Hey Leute, ich möchte euch darauf hinweisen, dass es sich hier um eine Liebesgeschichte handelt. Es wird später ziemlich erotisch und leidenschaftlich. Ich freue mich über jede positive und auch negative Kritik. Sobald ich bescheid weiß, dass euch die Geschichte gefällt, stelle ich gerne weitere Kapitel rein.
Liebe Grüße und viel Spaß beim lesen.
Eure Schokolade =)
Kapitel 1
„Mama!“, rufe ich, „Wo sind meine neuen Schuhe?“
„Die schicken mit den süßen Steinchen?“, ruft sie zurück.
„Ja genau die!“
„Die hab ich mir gestern ausgeliehen. Ich hatte ein Date mit einem Traum von Mann.“
Sie stand nun vor meiner Zimmertür mit den Schuhen in der Hand. „Er wird dir gefallen, er kommt nachher zum Essen.“
„Oh, nein. Ganz bestimmt nicht. Ich will nicht noch mehr von deinen Traummännern kennen lernen.“, sage ich gereizt.
„Außerdem gehe ich heute feiern, ich bin also gar nicht da.“
„Aber Schatz, er kommt doch schon in einer Stunde.“, sagt sie.
„Man Mama, ich will diesen Typen nicht kennen lernen. Keiner von ihnen ist auch nur annährend so gut wie Papa. Ich gehe jetzt zu Mia, wenn was ist ruf mich auf mein Handy an.“, sage ich, nehme meine Sachen und verlasse genervt die Wohnung
Erst einmal will ich mich vorstellen. Ich heiße Lucia Bariello und bin 18 Jahre alt. Ich mache eine Ausbildung zur Tierarzthelferin, weil ich Tiere über alles liebe. Aber am liebsten mag ich Pferde. Ich habe mein eigenes, welches auf einem Hof nicht weit von mir zu Hause entfernt liegt. Er heißt Principino. Zusammen mit meiner Mutter lebe ich in einer süßen Wohnung am Rande von Berlin. Seit meinem achten Lebensjahr, bin ich anders als normale Menschen. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber ich denke ich bin eine Hexe. Leider weiß ich nicht mit meiner Gabe oder vielleicht auch Fluch, umzugehen. Also versuche ich es nur sehr selten und auch nur wenn ich mir völlig sicher bin das niemand in der Nähe ist. Ich habe mir zwar heimlich ein Buch über Hexen besorgt, aber das bringt gar nichts. Das meiste sind nur Legenden.
Das einzige nützliche ist mein sechster Sinn, der mich vor Gefahren warnt. Der hat mir schon oft meinen Arsch gerettet, wie man so schön sagt.
Nur meine Mutter weiß davon, aber wenn ich mit ihr darüber reden will, sagt sie, dass sie nichts davon wissen will und ich keiner Menschenseele davon erzählen soll. Ich glaube ihr ist es peinlich einen Freak als Tochter zu haben. Aber manchmal sehne ich mich nach jemanden mit dem ich darüber reden kann. Wenn mein Papa doch nur hier wäre.
Damals als meine Eltern noch glücklich verheiratet waren, haben wir in einem großen Haus in Italien gelebt. Mein Vater ist ein italienischer Geschäftsmann, der eine erfolgreiche Schuhladenkette in Italien eröffnet hat und viel Geld damit verdient. Von ihm habe ich auch meine neuen Schuhe.
Kurz vor meinem neunten Geburtstag trennten meine Eltern sich und wir zogen nach Berlin. Ich vermisse Italien, aber noch viel mehr vermisse ich meinen Vater. Ich habe ihn schon seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen, weil meine Mutter mich nicht nach Italien reisen lassen will.
Sie hat mir nie gesagt warum sie und Papa sich getrennt haben.
Dafür hat Papa es mir erzählt. Sie hat ihn mit so einem italienischen Aufreißer betrogen und deshalb hat Papa sich von ihr scheiden lassen.
Als ich sie darauf angesprochen habe, hat sie nichts gesagt und sich einfach weggedreht.
Und dafür mache ich ihr das Leben so schwer wie möglich. Ich weiß, dass das nicht nett von mir ist, sie ist ja schließlich meine Mutter. Aber ich kann einfach nicht anders, dafür vermisse ich Papa zu sehr. Ich darf noch nicht mal mit ihm telefonieren.
Wenn sie wüsste, dass ich heimlich mit ihm in Kontakt bin, würde sie ausflippen und wie schon so oft hysterisch rufen, dass es das Beste für mich ist ihn nie wieder zu sehen. Aber ich verstehe nicht warum es gut sein soll, seinen Vater nicht zu sehen. Aber man muss meine Mutter nicht verstehen, sie ist halt anders.
Klingeling. Mia öffnet mir die Tür. „Lucia, was machst du denn schon hier? Es ist noch nicht mal sieben.“
„Ja ich weiß, aber meine Mutter erwartet mal wieder unerwarteten Besuch.“, sage ich genervt.
„Man Lucia, sei doch nicht immer so. Gönn deiner Mutter ihren Spaß.“
„Sie benimmt sich schlimmer als ein pubertierendes Mädchen, das ist doch einfach nur peinlich.“, sage ich. Mia sagt lachend: „Ich weiß Lucia, aber sei froh das deine Mutter nicht so über besorgt ist wie meine.“
Mia ist zwei Monate älter als ich und ich kenne sie seitdem ich hier lebe. Meine Mutter ist mit mir zu dem kleinen Spielplatz um die Ecke gegangen, damit ich Freunde finde, und da habe ich sie kennen gelernt. Seitdem sind wir die besten Freunde. Wenn Mia nicht wäre, hätte ich schon so manche Dummheit begangen die ich später bereut hätte. Ich bin wirklich froh sie zu haben.
„Also was wollen wir jetzt machen?“, fragt sie.
„ich weiß nicht. Ich habe auf jeden Fall einen Bärenhunger. Wie wäre es wenn wir erst einmal was essen? Ich rieche doch das deine Mama gekocht hat.“, sage ich grinsend.
Mia beginnt zu lachen und sagt: „Essen müsste eigentlich gleich fertig sein. Lass uns nachschauen.“
Wir gehen in die Küche, wo Mias Mutter vor dem Herd steht.
„Hallo Frau Lehmann .“, sage ich.
„Hallo Lucia, schön dich zu sehen. Du kommst zum richtigen Zeitpunkt, essen ist fertig. Möchtest du mitessen?“, fragt sie mit einem liebevollem Lächeln.
„Oh, danke, sehr gerne.“
„Na dann, setz dich. Mia würdest du bitte deinem Vater Bescheid sagen?“
„Klar, Mama.“, sagt Mia und geht.
„Was möchtest du trinken, Lucia?“, fragt sie.
„Ich nehme einen Apfelsaft. Danke.“, sage ich höflich.
Das Essen schmeckt so lecker, das man es gar nicht beschreiben kann. Es gibt Spaghetti Bolognese, mein absolutes Lieblingsessen.
„Das sind die besten Spaghetti Bolognese, die ich in meinem ganzen Leben gegessen habe.“, sage ich.
Mias Mutter lacht und bedankt sich bei mir.
Als wir aufgegessen haben, gehen Mia und ich in ihr Zimmer. Wir haben noch eine Stunden Zeit bis wir uns fertig machen müssen, also legen wir uns auf Mias Bett und gucken Fernsehen. Aber weil nichts Gutes läuft, quatschen wir mehr als wir gucken.
„Wer kommt eigentlich nachher noch alles mit?“, frage ich Mia.
„Die üblichen Leute, Melli, Alina, Tyler, Marc und Flo. Ach, Tyler bringt noch einen Freund mit, den er vom Fußball kennt. Ich hoffe er sieht gut aus.“, sagt Mia grinsend.
Ich lache und sage: „ich hoffe dieser nervige Typ vom letzten Mal ist nicht da. Wie hieß er doch gleich?“
„Oliver!“, stößt Mia lachend hervor. „Der hat dich ja nicht eine Sekunde aus den Augen gelassen.“
„Genau deswegen hoffe ich, dass er nicht da ist. Außerdem küssen konnte er auch nicht.“, antworte ich schmunzelnd.
„Dafür hoffst du aber, dass der süße Barkeeper da ist, hab ich Recht?“, fragt Mia neugierig.
„Oh man, der sieht ja so süß aus, oder findest du nicht? Ich hoffe nicht nur das er da ist, ich bete das er da ist.“, sage ich lachend und Mia lacht sofort mit mir.
„Komm wir machen uns jetzt fertig, es wird Zeit.“, sage ich. „Umso früher wir fertig sind, umso können wir los und ich kann meinen Barkeeper sehen.“
Mia zieht ein wunderschönes rotes Kleid an, was ihre Figur vorteilhaft betont. Ihre Haare hat sie sich geschickt hochgesteckt ohne, dass es zu streng wirkt. Rote High Heels mit einem silbernen Absatz und silberner Schmuck machen ihr Outfit perfekt. Sie sieht einfach umwerfend aus.
Ich ziehe ein weißes weit ausgeschnittenes Kleid an, welches vorne kurz und hinten länger wird. Meine Haare lasse ich offen, ich föhne sie und style sie mit Haarschaum, welches meinen Haaren Volumen gibt. Dazu ziehe ich meine neuen High Heels von Papa an, meine silbernen Creolen und meine silberne Kette mit dem Herzanhänger, die mir Papa vor der Trennung geschenkt hat.
Nun sind wir Aufbruch bereit.
„Mama wir gehen jetzt.“, sagt Mia.
„Bitte seit vorsichtig Kinder, steigt bei niemandem den ihr nicht kennt ins Auto ein und wenn was ist, ruft an egal wie spät es ist, okay?“, antwortet Mias Mama besorgt.
„Mama, wir sind keine Kinder mehr, außerdem gehen wir nicht alleine. Mach dir keine Sorgen.“, sagt Mia genervt.
„Um mein einziges Kind, mache ich mir immer sorgen, mein Schatz.“, sagt Mias Mutter und gibt ihr einen Kuss auf die Wange.
„Tschüss Frau Lehmann und danke nochmal für das leckere Essen.“
„Immer wieder gern Lucia, viel Spaß wünsche ich euch.“
Als wir am Bahnhof ankommen sind schon fast alle da. Nur Tyler und sein Freund fehlen.
„Da seid ihr ja endlich!“, ruft Melli. „Wir warten schon eine halbe Ewigkeit.“
„Zwanzig Minuten um genau zu sein.“, gebe ich grinsend zurück. „Außerdem ist Tyler doch auch noch gar nicht da.“
„Doch, das ist er, mit seinem süßen Freund.“, wirft Alina ein.
„So gut sieht er nun auch nicht aus.“, sagt Marc etwas enttäuscht. Ich glaube er will schon seit Ewigkeiten was von Alina, doch sie merkt es einfach nicht. Und glauben tut sie uns auch nicht.
„Und wo sind die beiden dann?“, fragt Mia.
„Sie holen uns was zum vor glühen.“, rief Flo erfreut.
„Du denkst wieder nur ans trinken, nicht wahr?“, sage ich und verdrehe die Augen.
„Nein, nicht nur, aber es gehört dazu.“, erwidert er lachend.
Und da kam er aus dem Supermarkt, hinter Tyler her zu uns. Der Traum von einem Mann.
Das ist ein Freund den Tyler von Fußball kennt? Man der sieht besser aus als Brad Pitt und George Clooney zusammen. Mia blieb der Atem weg, als er ihr die Hand reichte und sich vorstellte.
„Hi, ich bin Fabio.“
„I-ich bin Mia.“, stottert sie.
Er schaut sie mit einem Lächeln an, bei dem einem die Knie weich werden. Dann wendet er sich mir zu.
„Und du bist, principessa?“, fragt er und gibt mir die Hand.
Principessa? Er spricht italienisch, denke ich und mein Herz schlägt höher.
‘Gefahr‘, sagt mir meine innere Stimme.
„Ähm… ich heiße Lucia.“
„Lucia, ein sehr schöner Name. Passt zu so einer schönen Frau wie dir.“, sagt er und küsst meine Hand.
„D-danke.“, murmelte ich überrascht und geschmeichelt.
Wir gehen hoch zur Bahn und steigen ein. Die ganze Fahrt bis zum Club, gibt es kein anderes Thema außer Fabio. Zum Glück ist der Weg nicht weit, denn ich spüre genau wie der Blick von Fabio die ganze Zeit schon auf mir ruht.
„Ich habe noch nie einen Mann gesehen, der so wunderschön ist wie Fabio.“, schwärmt Alina.
Ich sehe rüber zu ihm und schaue direkt in seine wunderschönen, eisblauen Augen. Er schaut mich mit einem wissendem schmunzeln an.
„Ich glaube, dass weiß er auch.“, erwidere ich genervt.
„Och Lucia, wir wissen genau, dass du ihn auch toll findest, du brauchst uns nichts erzählen.“, sagt Melli.
„Ja okay er sieht gut aus, kann ja alles sein, aber er ist mir zu aufdringlich, ganz einfach. Ich mag den Typen nicht.“, antworte ich.
„Aufdringlich? Was ist los mit dir Lucia? Dieser Mann ist nicht aufdringlich, sondern charmant, gutaussehend und geheimnisvoll. Er hat dir die Hand geküsst, welcher Mann macht das heutzutage noch?“, sagt Mia zu mir.
„Das ist mir egal, ich mag den Typen einfach nicht, okay?“, sage ich gereizt.
„Dir ist doch echt nicht zu helfen Lucia.“, sagt Mia kopfschüttelnd.
Als ob er jedes Wort verstanden hat, was wir gesagt haben, wirkt sein Blick nun richtig kess, als hätten ihn meine Worte angespornt. Irgendwas stimmt nicht mit ihm, das spüre ich einfach.
Endlich am Club angekommen, laufe ich ohne auf die Anderen zu warten, an der langen Schlange vorbei nach vorne zu den Türstehern. Sie erkennen mich sofort.
„Lucia, schön dich mal wieder zu sehen. Du siehst toll aus.“, sagte Jim mit einem erfreuten Lächeln.
Jim kenne ich seitdem ich das erste Mal hier war. Er muss sich in mich verliebt haben, warum sonst würde er mich und meine Freunde, vor allen anderen Partygästen reinlassen?
Wie auch immer, er ist ein netter Kerl, mehr auch nicht. Aber ich bin ihm wirklich dankbar nicht in dieser Schlange warten zu müssen.
„Hey Jim.“, begrüße ich ihn, gebe ihm einen Wangenkuss und zwinker ihm dankend zu .Dann zeige ich auf meine Freunde und Fabio. „Sie gehören zu mir.“, sage ich und er lässt uns ohne Widerworte sofort rein.
Drinnen angekommen, schnappe ich mir Mia und ziehe sie zur Tanzfläche. Die Anderen setzen sich an die Bar.
Eines meiner Lieblingslieder läuft und Mia und ich bewegen uns sinnlich und sexy zum Takt.
Ich weiß nicht warum, aber meine Augen suchen immer wieder nach Fabio und wenn ich sehe wie er zur uns rüber schaut, versuche ich mich besonders sexy zu bewegen. Ich lasse meine Hüften kreisen, als wäre es ein Wettbewerb, wer hat den besten Hüftschwung. Da bleibt nicht nur der Blick von Fabio auf mir hängen, sondern die vieler anderer Männer. Sogar der des DJ´s. Dieser konnte es natürlich nicht lassen gleich etwas in die Menge zu rufen.
„Schaut euch diese Augenweide an. Jung, wunderschön und eine hervorragende Tänzerin. Ein Applaus für unsere südländische Schönheit.“
Die Menge schreit, naja zumindest die männliche Hälfte.
„Dieses Lied ist für dich, Schönheit!“
Er spielt von Eros Ramazotti- Se bastasse una canzone. Ich sehe wie Frauen ihre Männer auf die Tanzfläche zerren und wie Männer Frauen zum Tanz auffordern. Sogar Marc wird mutig und fordert Alina auf mit ihm zu tanzen, welche plötzlich ganz rot wird und schüchtern seine Bitte annimmt. Ich wollte grad Mia auffordern, als mir jemand von hinten die Hand auf die Schulter legt.
Ich drehe mich um und sehe in sein Gesicht.
„Oliver, was machst du denn hier?“, frage ich ihn geschockt.
Ich höre wie Mia zum Tanz aufgefordert wird und sie dankend annimmt und wusste sofort wie meine letzte Chance dem Typen zu entkommen, gerade verschwunden ist. So ein Mist.
„Dasselbe wie du, feiern.“, antwortet er grinsend. „Warum hast du nicht angerufen?“
„Äh, ich… ich habe deine Nummer verlegt.“, sage ich prompt.
„Ist ja auch egal, ich bin froh dich hier wieder zu treffen. Lass uns tanzen.“
Bevor ich etwas einwenden konnte hat er seine Hand, etwas zu tief, auf meine Hüfte gelegt und nach meiner Hand gegriffen.
„Ähm Oliver, mir ist grad wirklich nicht danach zu tanzen.“, sage ich und schiebe seine Hand an meiner Hüfte ein Stück höher, was jedoch nichts nützt, denn sie wandert gleich zurück an denselben Fleck.
„Komm schon, wir haben uns so lange nicht gesehen. Ich habe dich vermisst.“, bringt er in einem Ton hervor, der keine Widerrede duldet.
„Oliver bitte. Ich will wirklich nicht mit dir tanzen. Lass mich bitte los.“, sage ich und wurde etwas panisch, als sich sein Griff verstärkte.
„Du hast gesagt du rufst mich an und du hast es nicht getan. Nein ich lasse dich nicht los. So schnell gebe ich nicht auf.“, sagt er und in seinen Augen blitzte Zorn auf.
Das war genug, was denkt er mit wem er es zu tun hat? Mit einem Mädchen, welches nicht in der Lage ist sich zu wehren? Da hat er sich aber geschnitten. Mein sechster Sinn warnte mich, ‘Gefahr‘, aber ich hörte nicht hin.
„Pass mal auf, mein Freund, an dem Abend als wir uns kennen lernten, habe ich zu viel getrunken. Wir haben zwar ein bisschen geflirtet und rumgeknutscht, aber das hat nichts bedeutet. Oliver du warst für mich nichts Ernstes und das wirst du auch nie werden. Sieh es ein, was du hier versuchst bringt gar nichts. Lass mich jetzt los.“, brachte ich wütend hervor, aber meine Wut verfliegt sofort als ich seinen Blick sehe.
„Du kleines Miststück, du hast mit meinen Gefühlen gespielt. Ich lass mich nicht einfach so verarschen.“, sagt er wutentbrannt, zieht mich an sich und versucht mich zu küssen.
Doch soweit kommt es nicht, da Fabio plötzlich neben uns steht und Oliver mit einem Blick anschaut, der ihn 10 Mal getötet hätte, wenn Blicke töten könnten.
„Lass sie los.“, mehr sagt er nicht.
„Sagt wer?“, erwidert Oliver trotzig.
„Lass sie los.“, wiederholt Fabio.
„Was wenn nicht?“, fragt Oliver mit einem schiefen Grinsen.
„Wenn nicht werde ich dir diese Bierflasche“, er hielt sie um seine Drohung deutlicher zu machen, „so tief in den Arsch, das sie dir oben wieder rauskommt.“
„Das glaubst du doch wohl selber nicht.“, antwortet Oliver etwas verunsichert.
Fabios Blick wurde zornig: „Willst du es drauf ankommen lassen?“
Oliver schüttelt den Kopf, schaut Fabio verängstigt an, dreht sich um und geht.
„Ist alle okay mit dir?“, fragt Fabio. Er klingt ernsthaft besorgt.
Ich schaue ihn nur beeindruckt an. Sieht der gut aus.
Nun wird sein Blick noch besorgter und ich bemerke, dass er mich etwas gefragt hat.
„Was- was hast du gesagt?“, frage ich ihn. „Ob mit dir alles okay ist?“
„Ja, alles in Ordnung. Danke, dass du ihn verscheucht hast. Er ist echt lästig.“, sage ich lächelnd.
Sein Blick wird wieder gelassen und er sagt: „Kein Problem, cuore mio.“
Er spricht schon wieder italienisch. Ich habe das Gefühl, er weiß genau, dass ich darauf anspringe, denn meine Knie werden schon wieder ganz weich. Er hat so schöne Augen.
„I-ich gehe mir mal was zu trinken holen.“, sage ich und will mich schon umdrehen.
„Ich begleite dich, wenn es dir nichts ausmacht.“, sagt er und es klang irgendwie hoffend.
„Nein, ich schaff das schon alleine. Ich bin ein großes Mädchen, weißt du.“
‘Gefahr‘, meldet sich mein sechster Sinn.
Zum zweiten Mal an diesem Abend, hatte er so einen kessen Ausdruck auf dem Gesicht und jetzt weiß ich auch was dieser Ausdruck bedeutet. Aber da hat er sich getäuscht, das lasse ich nicht zu. Er weiß genau wie er auf Frauen wirkt und mich sieht er nur als eine harte Nuss, die er noch knacken muss. Ich schaue ihn trotzig an, drehe mich um und gehe zur Bar.
Ich setze mich genervt an die Bar und durchstöber die Karte. Und plötzlich änderte sich meine Laune, als ich den süßen Barkeeper auf mich zukommen sehe. Ich schenke ihm mein charmantestes Lächeln.
„Ah, die hübsche Dame von letzter Woche.“, sagt er grinsend. „Was darf ich dir bringen?“
„Du erinnerst dich an mich.“, sage ich überrascht.
„Wie könnte ich dich vergessen?“, antwortet er schmeichelnd.
„Ich hätte gerne einen Long Island Iced Tea.“
„Kommt sofort!“, sagt er und geht.
Man ist der süß. Ich schaue ihm verträumt hinterher, bis ich einen Blick im Nacken spüre. Ich drehe mich um. Und ich sehe Fabio umgeben von drei Frauen, die ihn verliebt umschwärmten. Ich kann es nicht fassen und meine Wut loderte wieder auf. Ich weiß, dass ihm keiner widerstehen kann und er weiß das erst recht. Aber mich kriegt er nicht rum. Er grinst mir zu, aber ich drehe mich wieder weg um ihn nicht weiter sehen zu müssen. Was er kann, kann ich schon lange, denke ich als der süße Barkeeper mit meinem Drink kommt.
„Willst du nicht mit raus an die frische Luft kommen? Es ist hier so stickig und ich könnte ein bisschen Gesellschaft gebrauchen.“, frage ich ihn und zwinker ihm zu.
„Wenn du schon so fragst, wie könnte ich da nein sagen? Ich sag nur schnell meiner Kollegin Bescheid.“
Ja, Strike. Er kommt mit, tja Fabio so gut bist du wohl doch nicht.
Der Barkeeper kommt zurück und sagt: „Komm mit ich kenne einen Ort an dem wir unsere Ruhe haben.“ Mein sechster Sinn warnt mich wieder, ‘Gefahr‘, aber ich ignoriere sie zum zweiten Mal an diesem Abend.
Der Barkeeper führt mich in einen kleinen Hinterhof des Clubs, der ziemlich schäbig aussah.
„Naja nach Ruhe sieht das hier nicht gerade aus.“, sage ich. „Wie heißt du eigentlich?“
„Spielt mein Name denn eine Rolle?“, fragt er und sieht mich mit einem lüsternen Blick an.
„Ja, eigentlich schon.“, sage ich verunsichert.
„Da bin ich anderer Meinung.“, bringt er hervor und drängt mich an die Wand.
„Was hast du vor?“, frage ich ängstlich.
„Dasselbe wie du.“, sagt er und fasst mir in den Ausschnitt.
„Nein, das hatte ich nicht vor.“, sage ich nun panisch und versuche ihn wegzudrängen. Warum war ich nur so dumm?
„Achso? Naja, ist mir auch egal.“
Seine Hände wandern unter mein Kleid zu meinem Slip und ich merke, dass es keinen Zweck mehr hat sich zu wehren, kommen mir die Tränen.
Doch plötzlich reißt jemand den Barkeeper von mir.
Fabio hat den Barkeeper am Kragen gepackt und hält ihn in der Luft. Wow, ist er stark.
„Du wirst doch wohl eine Lady nicht behandeln, oder?“, fragt Fabio. In seinem Ton hört man die Wut sofort raus.
„Nein, nein, sie wollte es auch.“, winselt der Barkeeper.
Fabio sagt knurrend: „Das glaube ich weniger.“ Ich weiß nicht was mich dazu bringt, aber in dem Blick des Barkeepers sehe ich Todesangst. Ich gehe dazwischen.
„Fabio, mir geht es gut. Lass ihn gehen.“
„Warum sollte ich das tun?“, fragt er. „Er wollte dich entehren.“
„Das hat er aber nicht geschafft, dank dir. Lass ihn gehen.“, sage ich entschlossen.
Fabio sieht mich an, seufzt und lässt ihn los. Der Barkeeper rappelt sich schnell auf und flüchtet nach drinnen.
„Geht es dir gut?“, fragt Fabio mich.
„Ja, es geht schon. Aber ich gehe jetzt besser nach Hause.“, antworte ich erschöpft.
„Ich begleite dich, ich glaube es ist nicht gut dich alleine zu lassen. Außerdem will ich sicher gehen, dass du gut zu Hause ankommst.“
Mein sechster Sinn beginnt verrückt zu spielen.
„Das ist nicht nötig.“
„Ich weiß du bist ein großes Mädchen, aber du darfst auch mal Schwäche zeigen, das ist menschlich.“
Ich bin dankbar für die Worte und nicke nur.
Fabio sagt den anderen Bescheid, dass er mich nach Hause bringt und wir gehen los Richtung Bahnhof.
Dort angekommen setzen wir uns auf die Bank und warten auf die Bahn. Keiner sagt etwas. Ich beginne zu bereuen mir keine Jacke mitgenommen zu haben, denn es ist ziemlich kühl geworden.
Fabio muss das gemerkt haben und reicht mir seine.
„Hier, zieh sie an.“ Wow, hat der Oberarme.
„Danke.“, murmele ich.
„Geht es dir wirklich gut?“, Fragt er nochmal.
„Ja, mach dir keine Sorgen.“ Eine kurze Pause. „Woher wusstest du wo ich bin und das ich in Schwierigkeiten bin?“
„Ich bin euch gefolgt. Ich wusste gleich das der Typ nichts Gutes im Sinn hat.“
„Oh, danke.“
Nun schweigen wir uns wieder an. Was hat der Barkeeper in Fabios Blick gesehen, dass er so eine Angst bekommen hat? Das wovor mich mein sechster Sinn mich die ganze Zeit versucht zu warnen. Dieser Mann ist nicht das, was er zu sein scheint.
Die Bahn kommt und wir steigen ein. Ich lehne meinen Kopf gegen die Wand und schließe die Augen.
Er beobachtet mich, das spüre ich. Fest entschlossen es zu ignorieren, lasse ich die Augen zu.
Doch nach ein paar Minuten halte ich es nicht mehr aus, öffne die Augen und frage ihn: „Was ist los?“
„Nichts, du bist nur so schön, dolcezza.“, erwidert er und wendet den Blick nicht ab.
„Warum redest du mich immer mit italienischen Kosenamen an?“, frage ich entnervt.
„Ich höre auf, wenn du es nicht willst.“, sagt er nur. „Italien ist meine Heimat, ich habe dort meine halbe Kindheit gelebt. Ich vermisse es.“, bringe ich hervor.
„Ich auch.“, antwortet er schmunzelnd.
„Wirklich? Wann bist du nach Deutschland gekommen?“
„Seit einem Jahre erst, ich bin noch nicht lange hier.“, antwortet er.
„Warum hast du Italien verlassen?“, frage ich.
„Ich wollte die Welt sehen.“
„Und wie viel von der Welt hast du schon gesehen?“, frage ich neugierig.
Er lächelt und sagt: “Ich war schon in Spanien, Mallorca, Frankreich, Portugal, Brasilien und in den USA.“
„Wow!“, bringe ich staunend hervor. „Woher hast du das Geld?“
„Ich habe halt gute Eltern.“, sagt er immer noch lächelnd.
Dieser Mann fasziniert mich. Er ist wunderschön, stark und Italiener. Ein Traum von Mann. Hach.
Die Bahn hält an meiner Bahnhofstation und wir steigen aus. Eigentlich will ich noch nicht zu Hause ankommen, auch wenn ich es mir nicht eingestehen wollte, ich glaube ich mag diesen Mann. Ich sollte ihm lieber nicht trauen, aber es wird immer schwerer.
Dann kommen wir an meinem Haus an. „Danke fürs nach Hause bringen.“, sage ich verlegen.
„Ich bringe dich noch nach oben.“, sagt er.
„Das ist wirklich nicht nötig, Fabio.“
„Doch das ist es. Ich habe doch gesagt ich will sicher gehen das du gut zu Hause ankommst.“, sagt er und schaut mich mit einem Blick an, der ehrlicher nicht sein kann. Also lasse ich ihn mich nach oben begleiten. Ich schließe die Tür auf und gehe in die Wohnung. Sofort bereue ich es, erlaubt zu haben das er mich nach oben begleitet. Meine Mutter kommt völlig betrunken aus dem Wohnzimmer getaumelt.
„Lucia mein Schatz, was machst du denn schon hier?“, lallt sie und sieht Fabio in der Tür stehen.
„Ein Traum von einem Mann. Da hast du dir aber einen hübschen, jungen Mann geangelt.“, kichert sie. Fabio grinst und sagt: „Hallo, wenn ich mich vorstellen darf. Ich bin Fabio Pellicano.“
„Ich freue mich dich kennen zu lernen ich bin Fabienne.“, erwidert sie lallend.
„Nein Mama, du bist Frau Marinotti, klar? Und jetzt geh einfach.“, stoße ich wütend hervor.
„Ist ja gut mein Schatz. Du willst den hübschen Kerl ganz für dich alleine haben. Bin schon weg.“
Ich könnte ausflippen. Warum muss meine Mutter mich immer peinlich machen?
„Lustig deine Mutter.“, sagt er lachend. „Das ist nicht lustig, sondern peinlich, du solltest jetzt besser gehen.“, antworte ich gestresst und reiche ihm seine Jacke.
„Wie du wünschst, mia bella.“, sagt er, nimmt meine Hand und küsst sie.
Kommentare
Es gibt 2 Kommentare zu dieser Geschichte
Moonlight Shadow schrieb am 15.04.2011 um 10:41 Uhr folgenden Kommentar:
tini hat absolut recht,du MUSST einfach weiterschreiben!!!!!!
tini schrieb am 12.03.2011 um 12:25 Uhr folgenden Kommentar:
wow total der hammer . gefällt mir echt total . kannst du vielleicht noch mehr rein stellen ? wäre echt supi bin schon total gespannt .
lg tini . (=