Die Liebe, die Welt, die Gefühle und ein Haufen Gedanken an das Leben

von Der Sandrabe aus der Kategorie Liebesgeschichten

Scheppernd zerbarst die Glasscheibe des Bildes an der Wand und die Scherben tanzten einen bizarren Tanz, der tausendfach gespiegelten Anklage. Schön und schrecklich zugleich, verletzend für Seele und Körper zugleich.
Er sah es noch bizarrer, denn die Tränen nahmen ihm die klare Sicht, die ihn bis jetzt doch immer weiter gebracht hatte und auf die er so stolz gewesen war, die Fähigkeit, nicht nur Apparaturen und die Naturgesetzte zu verstehen, sondern auch in einen Menschen zu sehen und doch hatte er sich im letzteren so massiv getäuscht. Wie hatte er sich so irren können. Es war der Punkt gewesen, wo es kein klares Denken mehr gab und wieder war er an einem Punkt, an dem das Denken nicht die Oberhand zu haben schien, erst als der Hass einsetzte, der Selbsthass und der Hass auf sie, da war sein Kopf, sein Herz und seine Seele wieder nüchtern und kalt, eiskalt. Es war selbst zerstörender als eine Rasierklinge und zugleich unwiderstehlich, denn es war das verlangen nach einer Rache, die so greifbar war, die nur Stunden, vielleicht einen Tag warten musste. Dann aber verflog sich der Hass, aber die Kälte blieb. Trotz der Tatsache, dass er im beheizten Raum war, zitterte er innerlich vor Kälte, aber es war auch betäubend. Es war das Elend. Er war antriebslos. Ein Schiff ohne Mannschaft oder Segel oder Motor. Er sah hinab in die Scherben und seine eigenen Augen blickten tiefgrün zurück, aber sie waren nicht anklagend, wie er gedacht hatte, sie waren aber auch nicht aufmunternd, sie waren einfach nur leer. Diese Augen zeigten ihm, wie sehr er doch sterben wollte, in diesen Sekunden, die wie Stunden waren, aber es verzog sich dennoch und auch das Verlangen zu morden, war schneller wieder gegangen, als er das geglaubt hatte. Als nächstes kam der Spott, zuerst gegen sich selbst, weil er sich selbst dafür verhöhnte, es nicht geahnt zu haben, dann gegen sie weil er doch erkannte, wie unreif sie sich letzten Endes verhalten hatte. Dieses letzte würde sich noch Wochen halten und auch noch von vielen bestätigt werden. Vielleicht stimmte es auch, vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall würde es vermutlich eines Tages nicht mehr stimmen. Und zum Schluss folgte die Sachlichkeit, die seltsam war, aber die immerhin nicht dazu führte, dass er die Gefühle so an sich heran ließ und zu großen Teilen die Situation doch gut überblickte. Keines der Gefühle ging wirklich völlig von ihm und letzten Endes, drehte sich alles in seinem Kopf, seinem Herzen und seiner Seele, zu etwas zusammen, das das Gefühl vermittelte, dass genau diese drei Dinge nicht mehr zusammengehörten und aus verschiedenen Körpern stammten. Letzten Endes würde aber, bis ans Ende seiner Tage, ein Teil seine Seele und seines Herzens, vermutlich, nie wieder zu ihm zurückkehren und es war die erste Sache, die trotz des negativen Klanges, in seinen Augen, doch recht erfreulich war, denn es war etwas, das er erfahren haben musste, das sagte ihm seine Sachlichkeit, die ihm auch sagte und das als einziges Gefühl, das es eben nicht dazu geführt hatte, wie der Rest seiner Gefühle ihm Glaube machen wollte, zurückgeworfen und schüchtern gemacht worden zu sein, sondern eher stählern wählerischer und auch auf eine seltsame Art verständlicher gemacht worden zu sein, für sich und für die anderen. Es war nicht wirklich ein Einzelgänger, aber es fühlte sich wie in der falschen Zeit, wo die Welt mit zwölf entjungfert wurde und Alkohol bei Jugendlichen zum guten Ton gehörte. Wo sich Prügelgeschichten nicht mit Entsetzten oder Abscheu, sondern zur Unterhaltung angehört wurden. Wo es Leute schafften, jemanden tot zu prügeln, in einer Masse von tausend Leuten, ohne das jemand etwas gesagt hatte, oder später etwas wissen würde. Die Welt war tot. Die Welt war der Tod. Die Menschheit hatte sie dazu gemacht, das Skelett in schwarzer Kutte und mit Sense hatte seinen Dienst erledigt und etwas Dauerpräsentes hinterlassen, das der Mensch bekämpfte. Das Unverständnis für Zeit. Alles musste schnell geschehen, die Welt wurde nicht mehr daran gemessen, was man an großen Dingen leisten konnte, nein, dafür gab es dann ein Video im Internet, eine Million Klicks und die Sache war in den meisten Fällen gegessen. Und selbst dort reihten sich abstruse, unsinnige Dinge neben diesen guten ein oder verdrängten sie sogar. Die Welt war von einer Bühne der Qualität, die auch mal sauber gemacht wurde, zu einer Bühne der Quantität geworden, die schon lange eine Sanierung nötig gehabt hätte, diese aber durch den Dauerbetrieb nicht bekam. Der Mensch musste alles was er konnte zur Schau stellen und wenn es ging, gleich vor der ganzen Welt.
Es war selbst nicht unbedingt perfekt, das war ihm klar, aber er war nun mal auch nicht so wie die anderen und so wollte er auch nicht sein, er wollte nur wie die anderen diesen Rückschlag verkraften, alle Erinnerungen vernichten und sich in die Welt eingliedern, selbst wenn er seine Persönlichkeit verändern würde, denn eins war klar: Das die Persönlichkeit sich veränderte, war selten unangenehm für einen, erst wenn man es gesagt bekam, bemerkte man es. Und dann konnte man sich entweder wieder zu seinen Wurzeln wenden und dem anderen Recht geben und so eher etwas Positives bewirken oder man verteidigte das, was man hatte, was manchmal auch besser war. So oder so, der Mensch musste sich verändern auch wenn er sich auf dünnes Eis begab. selbst wenn es zu einem Fehler wurde. denn aus Fehlern hatten die Menschen schon immer ihre Lehren gezogen, nur das bis jetzt weniger Leute auf einmal Fehler welche machten, aber auch die Zeit in der man sich Sorgen darum machen musste, waren letzten Endes vorbei. Um dazu zu gehören, musste man zuerst an sich denken. Das war etwas, dass er nicht machen würde, um keinen Preis, aber er musste sich selbst in der Rangliste weiter nach oben setzten, dennoch würde er niemals und wirklich niemals, sich selbst über Liebe setzten, denn es war das Einzige, das ihn jemals dazu gebracht hatte, trotz der aufgeklärten Zeit und der Wissenschaftlichen Erklärungen, daran zu glauben, das es etwas höheres gab, was die Liebe nicht lenkte, sie sehr wohl aber in die Welt gesetzt hatte. Selbst jetzt wo er am Boden war, war er dieser Ansatz den er nicht fallen ließ, trotz der Gefühle, die durch ihn wütenden.


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