Der kleine Mann

von Vogel aus der Kategorie Geschichten über Menschen

Der kleine Mann an der Ampel gähnte. Dabei tränte sein Auge und er übersah das Grünzeichen...er wartete weiter. Der kleine Mann begann seinen Bart zu kratzen und die Autos im vorbeifahren zu ignorieren. Es war warm, trocken und die Luft roch nach Stadt und Küche. Eine Ecke zum stehen bleiben und kuckn. Mehr nicht. Endlich wieder grün. Eine große Frau kam auf ihn zu, wich seinem Blick aus und wich im hohen Bogen auf den Fahrradweg aus, um ihn nicht zu streifen. Menschen, dachte er, setzen sich Grenzen, verbeugen sich, reden sich Dinge ein. Ein wirrer Moment und eine zufällige Nachricht über die letzte Nacht eines angetrunkenen Russen drangen an sein Ohr, weiter geht´s.
Der kleine Mann möchte nun endlich wissen, wo er ist, denn die Ruhe des Alltags ein paar hundert Meter hinter der Ecke ist ihm unbekannt. Hektische Nervosität, er wartet auf einen Hinweis und einen Anruf. Wer könnte ihn denn anrufen? Wieso fällt ihm kein Name ein. Soll er einfach wählen, Wahlwiederholung drücken? Er überlegt nicht lange, nein, gleich fällt`s im wieder ein. Gleich.
Die Straße ist voll. Dreck liegt auf der Seite an den Bäumen, Fahrradschlösser, gepinselte Sitzbänke, keine Blumen, aber viel Lärm. Er ist mehr als nur ein kleiner Mann ohne Sinn für sich, er ist verirrt in seinem Körper. Wessen Körper ist dies? Eine dicke Frau genießt die Breite der Straße ganz für sich. Er zieht sich zurück in den verirrten Körper und schleicht defensiv um sie herum. Gut gemacht! Doch die Frau geht nicht vorbei, sie dreht sich zu ihm um. Ihre dicken Hände zum Gruß hebend, verzieht sie den Mund und sagt: gerade rechtzeitig. Die anderen sind schon da. Sie zeigt auf die nächste Ecke. Ein dünner, bürstenähnlicher, brauner Hund bellt kurz und schallend. Da sieht er sie.


Kommentare

Es gibt 3 Kommentare zu dieser Geschichte

HappyWriter schrieb am 18.03.2011 um 12:49 Uhr folgenden Kommentar:
Echt ein tolles Gedicht! Ich kenne so eine Bank, ganz in meiner Nähe, da sitzen auch immer Leute. Ich glaube diese Bank ist der in deinem Gedicht sehr ähnlich. =)


claudia embacher schrieb am 12.03.2011 um 14:57 Uhr folgenden Kommentar:
Liebe Twity-Autor... danke für die gut gemeinte Kritik...aber...ich will hier keine Kunst verkaufen! Ich will nur schreiben, was in meinem Herzen vorgeht, und was im Herzen vorgeht, passt in keine Ordnung.... Trotzdem...Dank Dir schön! Claudia


Twity-Autor schrieb am 12.03.2011 um 11:48 Uhr folgenden Kommentar:
Hallöchen, das Thema ist wundervoll und inhaltlich prima umgesetzt. Ein schönes Gedicht! :-) Dennoch, wenn ich gut gemeinte Kritik anbringen darf, hat es handwerklich einige Schwächen. Du hast mehrere Reimschemata zusammengewürfelt. Gut, man könnte jetzt sagen, es ist ein ungereimtes Gedicht,(oder mit der "künstlerischen Freiheit" kommen) aber stellenweise trifft dies auch nicht zu. Es ist immer von Vorteil, wenn das Gedicht vom ersten bis letzten Vers durchgängig und fließend ein Reimschema erkennen lässt. Oder eben alles ungereimt! Ich nehme einmal an, der Inhalt, die Aussage oder Botschaft und das Gefühl - waren dir in deinem Gedicht wichtiger. Daran gibt es auch nichts zu meckern - grins. Liebe Grüße an dich von Twity-Autor.

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