Bis meine Liebe zu dir stirbt.....Fortsetzung

von Billie Jean aus der Kategorie Vampire

Die Fortsetzung :)
Viel Spaß beim lesen x3

4. Januar
Kathlin schaffte es nicht.
Sie starb gestern.
Ich habe ihr unrecht getan, sie war erst 18. Ich wollte sie. Ich wollte mit ihr mein ganzes Leben verbringen und wegen meinem egoistischen Verhalten ist sie nun nicht mehr. Okay, ich muss schon zugeben, dass Kathlin ein bisschen eingebildet war, sie war blond, blaue Augen.. Sie war eine Schönheit. Und diese Schönheit habe ich ausgelöscht. Sie wollte zwar verwandelt werden, doch ich hätte es nicht tun müssen.. Wäre ich nicht gewesen, würde Kathlin heute vielleicht noch Leben. Ich hätte einfach wissen müssen, dass sie es nicht schaffen wird, einen Liter Blut bis zum nächsten Vollmond zu trinken. Sie schaffte es ja schon kaum am Tag genug zu trinken oder zu Essen. Alles ist meine Schuld. Aber diesen Fehler werde ich wieder gut machen. Sie hat mir von ihrer Schwester erzählt, die in einer anderen Familie aufgewachsen sei. Bei der Geburt wurden sie getrennt. Sie hatte mich schon vor ihrem Tod gebeten, dieses Mädchen zu finden, und ihr das beste Leben zu bereiten, dass sie nur haben kann. Ich habe nur den Namen, Kyra, und die Adresse, sie wohnt in Köln. Ich muss sie nicht heiraten, oder mit ihr zusammen kommen, aber ich will einfach nur wieder gut machen, was ich getan habe. Hoffentlich wird das all meine Fehler wieder ausbügeln. Denn es war alles meine Schuld. Dafür muss ich jetzt auch was tun und für Kathlin werde ich ihre Schwester schützen, und ihr ein Leben schenken, dass sie nur Lieben kann-ich werde es versuchen.
20. Januar
Kyra habe ich gefunden. Sie sieht Kathlin kein bisschen ähnlich. Ich verstehe nicht, wie sie Schwestern sein können. Doch ich werde Kyra einfach helfen. Ich werde sie einfach beschützen und so tun, als ob ich sie mögen würde. Auch wenn ich sie nicht kenne. Sie ist ganz in Ordnung, aber ich kann sie nicht so wirklich abhaben. Nein, ich werde einfach so tun als ob, bis sie endlich geht, oder ich gehe.

Fast schon entsetzt schloss Kyra das Tagebuch. Wie konnte er nur so falsch zu ihr sein?! Hätte sie all das früher gewusst, wäre sie nie hierhergekommen nur wegen IHM! Er hätte nicht zu ihr kommen sollen, wenn er sie nicht abhaben konnte. Dann solle er doch bleiben, wo er will! Und von einer Schwester wusste sie nichts. Doch das schien sie im Moment nicht sehr zu interessieren. ,,Verstehst du jetzt, wieso du?\", murmelte Stayren und lächelte triumphierend. ,,Noch ein Wort von dir und die Strafe wird nicht sehr milde ausfallen!\", rief eine Stimme von vorn. Eine fragte nach Kyras Namen. ,,Kyra\", antwortete diese, woraufhin die Frage kam, ob es ihr etwas ausmachen würde, wenn zuerst Stayren abgeliefert werden würde. Dies verneinte Kyra. Es würde ihr nichts ausmachen. Dann wandte sie sich wieder dem Tagebuch zu. Erneut schlug sie es auf entsprechender Seite auf. ,,Du hattest so recht, Stayren\", murmelte sie dann. ,,Er ist und bleibt ein falsches Arschloch.\" Langsam kam der Wagen zum stehen, während Stayren nickte. ,,Du hast vieles mit ihm gemeinsam.\", sagte er dann, während sich neben ihm die Tür öffnete. ,,Du bist genauso hinterhältig wie er.\" Die beiden Polizisten brachten Stayren in ein großes Gebäude. Kyra stieg aus und lief zu einem nicht weit entfernten Feld. In diesem Streifenwagen würde sie jetzt nicht mehr mitfahren, auch wenn sie nicht so genau wusste, wo sie war. Zur Not hatte Kyra ja noch ihr Handy. Das Feld war gefroren und es blieb nur wenig Schmutz und Erde an Kyras Schuhen haften. ,,Kyra!\" Es war Roibens Stimme. Kyra blickte nach vorn und entdeckte ihn. ,,Geht es dir...\" Er brach ab als er das Tagebuch in Kyras Händen sah. ,,Ich habe es gelesen.\", sagte Kyra abweisend. ,,Und du musst das nicht für Kathlin tun. Du kannst gehen.\" ,,Ich...\" Kyra unterbrach ihn. ,,Ich habe die Einträge des 4. und des 20. Januars gelesen! Du kannst mich nicht abhaben. Und ich glaube nicht, dass es meiner Schwester gefallen hätte, wenn du mich anlügst.\" Sie knallte ihm das Tagebuch vor die Füße. ,,Du hast die letzten Einträge nicht gelesen?\", fragte er leise. ,,Die Einträge des 12. Februars? Es waren mehrere.\" Roiben ging in die Knie und hob sein Tagebuch auf. Er schlug die letzte Seite auf. ,,12. Februar. Anfangs dachte ich wirklich, Kyra wäre einfach nicht gut genug für mich. Ich wollte es schon aufgeben. Doch da ist etwas unglaubliches an ihr, dass mich einfach Leben lässt. Diese Augen, die mir genau zeigen, wenn sie sich wirklich freuen. Diese Lippen, die schon lange nicht mehr lächeln konnten, ohne dass es eine Lüge war. Und vor allem dieses reine Herz, dass sich keine Falschen dinge erlaubt, dass nicht lange sauer sein kann, dieses reine Herz, dass Liebe wirklich kennt. Kyra ist ein netter Mensch, sie weckt auch den Menschen, der in mir schlummert. Ich habe mich noch nie so wohl in der Nähe eines Menschen gefühlt, wie bei ihr. Nie war sie sauer, weil ich immer wegging und sie alleine ließ. Nie stellte sie Fragen, wenn ich ihr Mal nicht helfen konnte. Ich weiss, wann sie überleben wird und wann nicht. Ich werde nur helfen, wenn es schlimme Verletzungen gibt, anderseits werden die Verletzungen vielleicht von mir zugefügt. Kyra darf einfach nicht verletzt werden, doch ich mag sie zu sehr, und ich mag sie... Ich...\" Er brach ab und hielt das Tagebuch in ihre Richtung. ,,Überzeuge dich selbst davon.\" Das tat sie. Sie griff nach dem eingebundenen Buch und laß die Worte, die Roiben eben vorgelesen hatte. ,, Süße Vorstellung, Roiben.\" Jemand klatschte in die Hände. ,,Ich wusste schon immer, dass dein Herz reiner ist als dass deines Bruders.\" Kyra kannte den Mann nicht, der nun mit auf dem Feld stand. Doch sie hatte da so eine Vermutung... ,,Joe.\", sagte Roiben, und damit war ihre Vermutung bestätigt. Und dann spürte Kyra einen kalte Hand an ihrem Hals, die ihr die Luft zum Atmen nahm. ,,Doch das wird in solchen Fällen wie diesen jetzt zum Beispiel wäre es doch besser, du wärst der böse, oder?\" Er lachte. ,,Lass Kyra sofort los!\", fuhr dieser Joe an. Doch dieser wusste daraufhin nur zu lachen. ,,Du weisst, dass ich sie töten werde, wenn du näher kommst, mein lieber Roiben.\", sagte Joe und hatte aufgehört zu lachen. ,,Suche nicht nach uns, okay? Du wirst sie nicht mehr wiedersehen.\" Die Hand um Kyras Hals lockerte sich und sie konnte wieder atmen, doch die Hand schlang sich nun um ihr Handgelenk. ,,Roiben!\", schrie sie, doch Joe war zu schnell verschwunden, als dass Roiben Kyra hätte retten können.

,,Stayren, bitte hilf mir!\", flehte Roiben, als er seinem Bruder gegenüber war, der in U-Haft saß. Beide mussten sie vorsichtig sein, was sie sagten, denn mit in dem Raum, in dem Stayren besucht werden durfte, stand ein Polizist. Roiben ließ sich auf den Stuhl nieder, der Stayren gegenüber stand. Nur ein Tisch trennte die beiden voneinander. ,,Bei was?\", fragte Stayren und lehnte sich in seinen Stuhl zurück. ,, Bei Kyra. Joe hat sie.\" ,,Na und?! Hast du mal gesehen, wo sie mich hingebracht hat? Wo ich wegen ihr sitze?!\" Roiben schwieg. Er wusste nicht, was zwischen seinem Bruder und Kyra vorgefallen war, doch es musste etwas hiermit zu tun haben. ,,Ich bitte dich, Stayren, hilf mir! Du weisst, was Joe ist, was er mit uns gemacht hat, verdammt ich komme gegen Joe nicht alleine an!\" ,,Nein!\", schrie Stayren und der Polizist an der Tür wurde aufmerksam. ,,Ist alles gut!\", beruhigte Roiben ihn. ,,Er hat nur geschrien, ich lebe noch, oder?\" Der Polizist nickte. ,,Okay, Sir. Tut mir Leid, aber dieser Mann wird zu schweren Verbrechen verdächtigt.\" Stayren stöhnte genervt, dann wandte er sich wieder an seinen Bruder. ,,Roiben, ich hasse dich! Es war ungerecht, was uns passierte, oher eher gesagt, was mir passierte! Ich durfte nicht zu Mom und ihrem neuen Freund. Nur du! Also wie kommst du darauf, dass ich dir helfen würde?\" ,,Du würdest hier rauskommen und außerdem könntest du dich an Joe rächen, für das, was er dir angetan hat.Und außerdem gab es mal Zeiten, in denen wir immer füreinander da waren!\" Stayren schien wirklich kurz darüber nachzudenken. Roiben war überrascht, dass der Polizist an der Tür eingedöst war. Schlechtes Personal. ,,Wenn ich dir nicht helfe und du Kyra verlierst..\", begann Stayren und lächelte. ,,werde ich mich aber so an dir rächen!\" ,,Nein, Stayren bitte! Ich flehe dich an, hilf mir bitte!\" Stayren verdrehte die Augen. ,,Versuch es doch alleine!\", fuhr er sein Gegenüber an. ,,Obwohl...Hm, ich hätte mal wieder lust, einem eine zu verpassen, der mir gewachsen ist. Jemand in meiner Liga.... Ja, okay, Bruder, ich helfe dir.\" Er stand auf und Roiben tat es ihm gleich. Der Polizist hörte das Rücken der Stühle und wachte auf. ,,Sind sie hier fertig?\", fragte er dann um davon abzulenken, dass er geschlafen hatte. Stayren lächelte und lief auf den Polizisten zu. Mit einem Ruck brach dessen Genick. Stayren lachte. Roiben rannte neben ihn. ,,Hättest du ihn denn gleich umbringen müssen?\", flüsterte er entsetzt. Stayren räusperte sich. ,,Ja. Du bist der Stefan Salvatore. Also muss ich ja wohl Damon sein. Das hast du vor langer Zeit so entschieden. Roiben.\" Er stieß die Tür auf, um gleich darauf auf weitere Opfer zu treffen. ,,Hallo.\", meinte er höflich zu ihnen, bevor er sie tötete und deren Blut trank. Roiben schüttelte enttäuscht den Kopf. ,,Das war jetzt aber wirklich unnötig, findest du nicht?\" ,,Nein.\" Stayren schüttelte den Kopf. ,,Ich muss mich doch auch von irgendetwas ernären, oder?\" ,,Ja, aber doch nicht so! Ich will nicht, dass jemand in unsere Angelegenheiten mit reingezogen wird und du weisst, dass sowas wie ein gefundenes Fressen für Para-Psychologen ist. Also lass das sein, okay? Du weisst, dass du die Menschen auch manipulieren kannst.\" ,,Jaja. Ich soll dir helfen, also lass mich auch auf meine Art ausbrechen!\" Sie liefen weiter eine schmale Treppe hinab und rannten aus dem Gebäude hinaus, ohne weiter aufgehalten zu werden.
Die kleine Straße, die sie entlang liefen, war nass und dunkel; es hatte geregnet. Stayren sog die Luft ein. ,,Wow.\", machte er. ,,Nicht mal einen Tag lang eingebuchtet und ich habe schon vergessen, wie die Luft riecht. Wo ist Joe? Ich kann dir nicht ohne einen Anhaltspunkt helfen!\" Roiben blickte Stayren an. ,,Das ist aber das Problem. Ich weiss nicht, wo er mit ihr hin ist. Wir müssen wieder zum Polizeirevier und Kyra´s Handy orten lassen!\" Stayren gab ein verächtliches Geräusch von sich. ,,Du spinnst ja. Das wird ein einziges Blutbad! Ich bin jetzt gesucht, schon vergessen wo wir vor nicht mal fünf Minuten waren?! Ach ja und - wer würde uns freiwillig ein Handy orten, ohne Details zu wollen?\" ,,Dad.\" Dieses einzige, kleine Wörtchen, schien in Stayren einen Schalter umzulegen, der von Vampir auf Mensch umsprang. ,,Dad? Dad ist tod.\", sagte er und in diesen 4 Worten lag soviel Gefühl, wie er schon lange nicht mehr zum Ausdruck gebracht hatte. ,,Hör auf mit solchen Scherzen.\" ,,Das war kein Scherz. Du wärst überrascht wie lebendig Dad ist. Kommst du wieder mit zum Revier?\" Stayren gab sich geschlagen, denn jetzt wollte er unbedingt wissen, was Roiben meinte. Denn beide wussten sie, dass ihr Vater früh gestorben war. ,,Hat Joe ihn etwa auch verwandelt?\", fragte Stayren. ,,Nein.\", sagte Roiben. Er war die Ruhe selbst. ,,Dad´s Herz hatte kurzzeitig ausgesetzt. Vier ganze Tage lang.Und du weisst, dass er erst beerdigt wurde, als er drei Tage tod war. Also war er noch nicht wieder am Leben, als er beerdigt wurde. Und ich habe es bemerkt. Joe hat mich früher verwandelt, als du dachtest. Ich war 7. Dad war also noch am Leben, als ich ein Vampir war.\" Stayren war verdutzt. Er wusste gar nichts mehr. ,,Aber-aber, das-umöglich-wie... Ich meine -\" Roiben unterbrach das Gestammel. ,,Ich wusste, dass es dein Traum war, verwandelt zu werden. Ich war mit 7 verwandelt worden. Ich bin nur an jenem Tag auf dem Friedhof verschwunden, damit du genau diese Stelle auch betrittst. Ich wusste, du würdest mir dorthin folgen, wenn ich als Vampir zurückkommen würde. Also habe ich alles getan, um dir an dem Tag meiner Rückkehr mehr als deutlich zu zeigen, was ich geworden bin.\" Eifersucht kochte in Stayren, doch er wollte nicht streiten. ,,Du schweifst vom Thema ab.\", sagte er beherrscht. ,,Ja.\", sagte Roiben dann. ,,Um es auf den Punkt zu bringen, war ich also Vampir, als Dad im Grab lag. Ich war nachts bei ihm, als du und Mutter schliefen. Ich habe ihn da unten um Hilfe schreien hören. Das konnte nur Ich hören, als ein Vampir. Es war niemand ausser mir auf dem Friedhof, also habe ich Dad das Leben gerettet und das Grab daraufhin wieder zugeschaufelt und es so hinterlassen, wie es war. Glaub mir, Stayren, ich wollte dir Dad nicht vorenthalten, aber wer hätte nicht geglaubt, dass das unmöglich sei? Dad galt für alle, die ihn kannten, als Tod. Also verließ er sein Bundesland und zog hierher nach Rheinland Pfalz. Das ist..\" Stayren unterbrach ihn völlig durcheinander. ,,Sorry, Roiben, aber... Verdammt, da warst du SIEBEN! Warum warst du so KLUG?!\" Roiben lachte. ,,Jetzt komm.\", meinte er. ,,Wir haben noch eine Menge vor uns.\"

Kyra öffnete die Augen. Als sie Holzwände erblickte, dachte sie zuerst, sie sah nicht richtig, doch dann sah sie aus einem kleinen Fenster nach unten. Sie saß in einem Baumhaus. In einem Baumhaus, meilenweit entfernt von ihrem zu Hause. Und ihr Versprechen, dass sie ihrer Mutter gegeben hatte, konnte sie auch nicht halten. Sie würde heute nicht mehr nach Hause kommen, und wenn Roiben sie nicht retten würde, würde sie nie wieder nach Hause kommen. Kyra wusste inzwischen, was Joe war, aber sie wunderte sich, dass dieser noch nicht ein einziges Mal versucht hatte, ihr Blut zu trinken. Und darüber war sie auch sehr froh. Es war nicht dunkel, auch wenn es bereits zu Dämmern begonnen hatte. Kyra konnte noch recht gut sehen. Sie konnte sehen, dass die vordere Wand des Baumhauses fehlte und die Wände beschmiert waren, mit den verschiedensten Farben. Um ihren Aufenthaltsort herum, waren noch sehr viele andere Bäume und Büsche. Auf jeden Fall war es hier nicht sehr grün, aber auch nicht gerade winterlich. Ein kalter Wind kam auf und Kyra begann zu Zittern. Sie konnte sich nicht erkären, wieso sie soviel dafür getan hatte, nur um Roiben wiederzusehen. Kyra richtete sich auf und war froh darüber, dass sie sich nicht den Kopf an der Decke anstieß. Hoch genug lag sie zumindest. Genau wie das Baumhaus selbst. Einen Sturz aus so einer Höhe konnte niemand überleben. Also hatte sie auch nicht die Möglichkeit, herunterzuspringen. Aber wie zum Teufel war sie hier hoch gekommen? Sie konnte sich nur noch daran erinnern, dass sie vor dem Baumhaus gestanden hatte... Mehr war da nicht. Irgendwie war sie hier hoch gekommen.Sie blickte sich nach einer Leiter um oder etwas ähnlichem, aber nichts derart schien vorhanden. Kyra hörte hinter sich ein Lachen und war überrascht, als sie es zuordnen konnte. Mike. Sie fuhr zu ihm herum. ,,Mike?\", rief sie überrascht. ,,Wieso du? Ich dachte, Joe hat mich entführt!\" ,,Aha.\" Mike nickte. ,,Du nennst es also eine Entführung. Ja. Joe war es auch, aber er wurde von mir beauftragt. Ich wollte es so. Und ich allein komme ja gegen deinen Roiben nicht an aber jetzt mal im Ernst: Joe hat ja schon übertrieben, als er zu Roiben sagte, dass er dich nie wieder sehen würde. Er soll schließlich herkommen, nur deshalb bist du noch am Leben.\" ,,Was willst du?\", fragte Kyra und beachtete nicht, was ihr gerade erzählt wurde. Was willst du von mir, Mike?\" Mike lachte. ,,Das, was ich von Anfang an wollte. Dich verwandeln. Es sei denn, dein Schatz schafft es nicht rechtzeitig hier aufzutauchen. Dann töte ich dich.\",,Wo ist Joe?\" ,,Hier bin ich.\" Kyra drehte sich herum. ,,Warum fragst du denn nach mir? Hast du mich vermisst?\" Ein Lächeln spielte um seine Lippen. ,,Mike, hättest du etwas dagegen, wenn ich etwas Zeit mit deinem Spielzeug verbringen würde?\" Auch Mike lächelte. ,,Aber nein.\", sagte er dann. ,,Nicht im geringsten.\" Er machte den Weg zu ihr frei. Joe lief auf Kyra zu, welche zurückwich. Bevor sie schreien konnte, legte er ihr eine Hand auf den Mund und zwang sie dazu, ihm in die Augen zu sehen. ,,Du wirst nicht schreien.\", sagte er mit beruhigendem Unterton in der Stimme. ,,Du willst doch hierbleiben. Bei mir, Joe.\" ,,Ich will bei dir bleiben, Joe.\" Joe lächelte. Es hatte funktioniert. ,,Du willst nicht mehr von hier weg.\", setzte er fort. Kyra war wie benommen. Sie wusste nicht wie ihr geschah. Tief in ihr war sie da, doch die Worte, die sie sprach, konnte sie nicht kontrollieren. Sie spielten ihrem Gehirn einen Streich und nun dachte Kyra, sie müsse alles tun, was Joe von ihr wollte. Und das tat sie auch. Er hatte ihre Gedanken manipuliert.

,,Ich weiss nicht sorecht, ob ich da mit hinein kommen will.\", sagte Stayren und lächelte. ,,Ich weiss doch ganz genau, dass du bei Daddy schlecht über mich geredet hast.\" Roiben warf ihm einen ungläubigen Blick zu. ,,Das ist jetzt ja wohl nicht dein ernst, oder?\" Stayren lachte. ,,Nein, jetzt komm, du willst doch schließlich deine Kyra zurück.\" Sie liefen in das Gebäude zurück, in dem inzwischen Unruhe eingekehrt war. Die toten Polizisten. Roiben hatte Recht gehabt. Und man suchte verzweifelt nach irgendwelchen möglichen Tätern. Wie zu erwarten war, war der hauptverdächtige der geflohene Stayren. Er seufzte. ,,Die suchen mich schon.\", meinte er zu seinem Bruder. ,,Machen wir, dass wir dieses Handy orten lassen und schnell hier rauskommen. Also wo ist Dad´s... Büro?\" Anstatt zu antworten, steuerte Roiben eine ganz bestimmte Tür an und blieb vor ihr stehen. ,,Ich denke, wir sollten klopfen, Sta...\" Stayren unterbrach ihn. ,,Zum Klopfen ist keine Zeit!\" Er trat die Tür auf und konnte sehen, dass Roiben nicht gelogen hatte. Da stand sein Vater - zwar älter, als er ihn in Erinnerung hatte, aber das war klar. ,,Jungs?\", sagte der Mann vor ihnen und rückte die Brille auf der Nase zurecht. ,,Seit ihr´s wirklich?\" In seinen Augenwinkeln entdeckte Stayren kleine Fältchen, als er lächelte. Und erst dann bemerkte er, dass sein Vater etwas gutes in ihm erweckt hatte. ,,Ja, Dad!\", strahlte Stayren, während Roiben die Tür schloss. ,,Dad, warum durfte denn nur Roiben von dir wissen?\" ,,Ich wollte dir nicht das Leben versauen, Stayren.\" ,,Aber wieso denn Leben versauen? Ich hätte doch auch das Recht darauf gehabt, meinen Vater wieder zu bekommen, oder etwa nicht?\" Der Mann senkte den Blick. ,,Tut mir Leid, Sohn.\" ,,Nein. Egal jetzt. Wir sind hier wegen seiner Freundin, nicht um uns zu entschuldigen.\" Er sah wieder auf. ,,Roiben, junge. Dann komm mal hier zu mir. Ich brauche die Nummer von deiner Freundin.\" ,,Mein Vater Harold.\", dachte Stayren sich. ,,Ich hätte nie gedacht, dass ich ihn wieder sehen würde.\"
Roiben hatte seinem Vater gerade die Nummer überreicht, als auch schon das Handy geortet war. ,,Deine Freundin ist in diesem Ort hier..\" Er brach ab und schrieb Roiben eine Adresse auf. ,,Öhm, Göllheim?\", laß er verwirrt. ,,Wo soll das sein?\" Stayren kam ihm zur Hilfe und nahm ihm den Zettel aus der Hand. ,,Das ist auch hier im Donnersbergkreis, gar nicht weit von Kerzenheim. Wir können sie retten. Aber nur dass du´s weißt, ich helfe dir zum ersten und zum letzten Mal.\" Harold war überrascht. ,,Stayren, was ist denn los mit dir? Dein Bruder und du - ihr wart doch immer ein Herz und eine Seele. Was ist denn passiert, in den Jahren, in denen ich dich nicht mehr gesehen habe, Stayren?\" ,,Ja, Dad. In denen du mich nicht mehr gesehen hast. Richtig.\" Er wandte sich an Roiben, dann wieder an Harold. ,,Roiben, komm wir gehen. War schön, dich wiedergesehen zu haben, Dad.\" ,,Bis irgendwann mal, Jungs.\", murmelte Harold und ließ sich auf den Stuhl seines Schreibtisches sinken. Die zwei Brüder verließen den Raum und so schnell es ging das Gebäude.
,,Ich fasse es nicht, wie nett du anfangs warst, als du Vater gesehen hast.\", bemerkte Roiben und lächelte. Stayren pustete sich eine seiner hellbraunen Haarsträhnen aus dem Gesicht und sah Roiben an. ,,Und ich fasse es nicht, dass du mal lächelst, Stefan.\" Roiben ließ das Lächeln verschwinden. ,,Ein einmaliger Ausrutscher, denkst du nicht auch?\" Er lächelte wieder. Stayren sah nach vorn. ,,Ja, und ich war nicht nett. Du bist doch der Nette von uns, da habe ich keine andere Möglichkeit als Böse zu sein, oder?\" ,,Was redest du denn da?\", meinte Roiben. ,,Und warum nennst du mich eigentlich immer Stefan?\" Stayren seufzte. ,,Du hast nicht zufällig mal irgendwann die Zeit gehabt, um in irgendeinen der zahlreichen Filme über uns reinzuschauen, wie zum Beispiel der Serie The Vampire Diaries? Stefan ist gut, Damon ist der böse Bruder und die zwei zoffen sich um die Tusse von Stefan. Hm, vielleicht sollte ich mich auch mit dir um Kyra zoffen, meinst du nicht auch? Aber dann müsste Kyra mich hassen, und das tut sie nicht. Aber sie ist ganz süß.\" ,,Sie ist weder mein Eigentum, noch sind wir ein Paar, Stayren.\", sagte Roiben und konzentrierte sich auf den Weg, den er ging. ,,Und ich habe nicht unbedingt die Absicht, die Serie zum Leben zu erwecken.\" Stayren lachte. ,,Okay, komm, wir suchen deine Freundin, mit der du nicht zusammen bist. Und die ja auch überhaupt nichts für dich empfindet und du genauso wenig für sie. Und...\" ,,Ich habe es VERSTANDEN! Ich... empfinde etwas für Kyra. Zufrieden?\" ,,Sie auch für dich.\" ,,Woher willst du...\" Diesmal war es Stayren, der Roiben unterbrach. ,,Warum ist sie dir sonst bis nach Rheinland Pfalz gefolgt? Du kannst nicht so weiter machen, wie bisher. Sie braucht dich, okay? Das hat sie jetzt bewiesen und wenn du wirklich etwas für sie empfindest, bleibst du bei ihr. Sie würde dir bis ans Ende der Welt folgen, lass sie das nicht tun, normalerweise sind wir es, die die schönen Mädchen verfolgen, oder nicht?\" Roiben seufzte und schüttelte den Kopf. ,,Ich folge den hübschen Mädchen nicht.\" Stayren gab ein verächtliches Geräusch von sich. ,,Oh, doch!\", widersprach er. ,,Ich bezweifle, dass Kyra zu dir gekommen ist. Und hässlich ist sie auch nicht gerade.\" ,,Okay, ja, aber.. Du verstehst das nicht! Du weisst, was mit Kathlin passiert ist.\" ,,Wer sagt denn, dass du Kyra verwandeln sollst? Kathlin war halt schwach, wenn interessiert´s, sie ist Tod. Nichts was du tust, wird sie zurück holen! Seh´s endlich ein!\" Inzwischen erreichten die beiden den Zielort. ,,Dad hat gesagt, dass sie irgendwo in der Nähe eines Baches oder so etwas sei. Ich weiss nicht, du kennst dich doch hier aus, Stayren.\" Stayren sah nachdenklich aus. ,,Ja, schon, aber ich weiß nicht recht.. Ich bin immer noch sauer auf dich wegen damals. Und jetzt kommt auch noch dazu, dass du Dad gerettet hast und mir nichts erzählt hast!\" Roiben konnte nicht glauben, was er hörte. ,,Soll das ein Scherz sein?! Bis hierher sind wir schon zusammen gekommen und jetzt erinnerst du dich daran?!\" Stayren lachte. ,,Ich bringe dich dahin, wo sie Kyra versteckt halten.\" ,,Wa-Warte... Sie? Es war nur Joe...\" ,,...im Auftrag von Mike. Mike will Kyra verwandeln. Sie ist verdammt noch mal am Arsch, wenn wir nicht rechtzeitig kommen. Also frag´ jetzt nicht weiter. Lass uns gehen.\" Er zeigte vor sich auf einen kleinen Feldweg, der an Schafen und Ziegen vorbeiführte. ,,Da müssen wir lang. Etwa dahinten kommt ein Fluss, da vorbei zwischen Bäumen ein Baumhaus.\" ,,In einem Baumhaus halten sie Kyra gefangen?! Glaubst du das wirklich?\" Roiben sah ihn ungläubig an. ,,Das weiß ich sogar, lieber Bruder.\" Er lächelte, während sie an den Ziegen vorbeikommen. ,,Siehst du hier vielleicht irgendwo einen Menschen?\", fragte er Roiben, bevor er sich selbst umsah. ,,Ich könnte einen kleinen Snack gebrauchen.\" Stayren starrte zu den Ziegen. Die saftigste würde ihm gehören. ,,Die Luft ist rein, bis auf Ziegen, die seh´n alles- und außer Ziegen- Schafblut kann ich hier kein anderes Blut riechen. Hier kann kein Mensch sein. Hol dir eben eine, aber beeil dich.\"

Sie war dreizehn Jahre alt. So spät noch draußen zu sein, war ihr eigentlich von ihren Eltern aus nicht erlaubt gewesen, aber die Eltern waren in Urlaub gefahren für eine Woche. Und die kleine Schwester ward gleich mit ihnen gegangen. Nur Sie hatte Glück, zu Hause bleiben zu dürfen. Ihr Name war Cassady Dyllan. Und da es kalt war, zog jene den Reißverschluss ihrer Jacke weiter zu. Cassady wollte an den Ziegen vorbeilaufen, als sie zwei Typen vor den Zäunen der Tiere stehen sah. Sie versteckte sich hinter einem Busch und belauschte die beiden. ,,Ich glaub´ ich nehm das ganz kleine dahinten.\", hörte sie den größeren der beiden sagen. Der andere schnaubte. ,,Dann mach endlich! Die Zeit läuft uns davon.\" Was hatten diese Typen vor? Wollten sie eine Ziege klauen? Anscheinend ja, denn der Große sprang leichtfüßig über den Zaun zu den vielen Tieren hinein und schappte sich eine kleine. Sie wollte ängstliche Schreie ausstoßen, doch der Kerl brach dem Tier eiskalt das Genick. Dann sprang er wieder hervor und zeigte dem Kleineren den Fang. ,,Da, Bruder. Siehst du? Kein Aufsehen erregt, oder?\" Verdammt, was hatten die zwei vor?! Cassady ging noch tiefer hinter dem Busch in die Hocke und beobachtete die beiden weiter. ,,Ich sagte, du sollst dich beeilen.\" Und dann geschah es. Der Mann, der sich das Tier geschnappt hatte, riss ihm mit den Zähnen die Kehle auf und trank das Blut. Sofort sprang Cassady auf. Das konnte nicht sein! Was sie gesehen hatte, war einfach unmöglich! Ihr Aufspringen blieb nicht unbemerkt. Der, der das Tier nicht angerührt hatte, starrte sie an. Sie schüttelte den Kopf und lief rückwärts. Das ganze Jahr hatte sie sich nur mit diesem Thema beschäftigt, und jetzt standen zwei direkt vor ihr. Sie war sich sicher. ,,Hast du etwas dagegen, wenn ich mir mal erlaube, da hinten eine Taube zu schnappen?\" Er zeigte in Cassady´s Richtung, welche schon wieder hinter dem Busch verschwunden war. Der größere sah nicht mal auf, als er den Kopf schüttelte. Er hatte nichts dagegen. Cassady sah durch eine Lücke der dichten Buschblätter und sah, dass einer der Typen nicht mehr da war. Der andere trank noch immer das Blut der Ziege. ,,Hey. Bitte sag´mir nicht, dass du gesehen hast, was er getan hat.\" Cassady musste einen Schrei unterdrücken, als sie die Stimme hinter sich hörte. Sie konnte nicht antworten. ,,Ich sollte das vielleicht jetzt nicht tun, aber.. Ich bin Roiben.\" Er lächelte. Cassady zwang sich dazu, nicht länger in diese wundervollen, dunklen Augen zu sehen. ,,Cassady.\", sagte sie so leise wie möglich. Roiben hatte sie aber gehört. ,,Du musst sofort von hier verschwinden, Cassady.\", warnte Roiben sie. ,,Renne zu deinen Eltern und..\" ,,Meine Eltern sind noch eine Woche lang in Urlaub.\" ,,Du.. bist alleine zu Hause?! Kannst du nicht... kannst du nicht irgendwo unterkommen?\" Cassady schüttelte den Kopf. Was wollte Roiben von ihr? Sie warf einen Blick zu dem anderen Typ. Er hatte aufgehört, die Ziege zu trinken. Cassady zupfte an Roiben´s Ärmel, und er wusste genau, was gemeint war. Er richtete sich auf, doch es war zu spät. Der Mann kam hierher. ,,Gibt es hier ein kleines Problemchen mit deiner Taube, Roiben?\", fragte er und sah Cassady grinsend an. ,,Stayren, sie wird nicht getötet. Ich werde bei ihr bleiben müssen. Du musst Kyra alleine befreien!\"

Stayren dachte, er hörte nicht recht. ,,Sie alleine retten?! Ich meine, ich wäre stark genug, klar, aber warum willst du diese kleine hier beschützen? Kyra wird mir außerdem nicht trauen, das wette ich mit dir. Du musst hingehen. Ich kann doch auch auf die Kleine aufpassen.\" Das Mädchen stand auf und wich zurück. Sie hatte Angst vor Stayren. Er lachte. ,,Ich tu dir nichts.\", versprach er ihr. ,,Aber du weisst, dass es in meiner Natur liegt, sowas zu tun.\" Er lachte. ,,Ich sehe doch ganz genau, dass du weisst, was ich bin.\" ,,Okay, Stayren, wir wissen nicht, was wir mit ihr tun sollen.\", sagte Roiben nachdenklich. ,,Und solange Mike und Joe sich hier aufhalten, können wir die kleine hier nicht alleine lassen. Ihre Eltern sind nicht da und sie hat niemanden, zu dem sie gehen könnte. Ich kann sie jetzt nicht alleine lassen. Sie geht mich jetzt auch etwas an!\" ,,Ich kann sie alleine lassen.\", sagte Stayren. ,,Also wer soll jetzt Kyra holen?\" ,,Du bist stärker als ich, Stayren. Bitte..\" Er wurde von Cassady unterbrochen. ,,Ihr müsst nicht bei mir bleiben!\", sagte sie. ,,Ihr könnt eure Freundin holen gehen, wo auch immer sie ist, ich kann auf mich selbst aufpassen, danke.\" Aber Roiben wollte sie nicht alleine lassen. ,,Nein, Cassady, du bist erst dreizehn, du verstehst das noch nicht gut genug, um sicher zu sein.\" ,,Aber hier wohnen doch noch mehr Leute außer mir!\", widersprach sie jedoch. ,,Wieso soll gerade ich dann nicht sicher sein?\" ,,Niemand ist hier sicher, aber andere sind nicht alleine zu Hause und sind auch nicht so verdammt jung wie du!\" Stayren lachte. ,,Das ist ein richtig aufregendes Spiel. Jung, alleine...Ich würde dich auch töten wollen. Du solltest dir besser irgendeinen Personenschutz zulegen.\" Roiben seufzte. ,,Lass dieses Kind in Ruhe.\", sagte er und wurde langsam ungemütlich. ,,Wir müssen uns jetzt schnell entscheiden. Wer weiß, was Joe und Mike ihr inzwischen angetan haben.\" ,,Kann ich denn nicht mitkommen?\", fragte Cassady und sah Roiben fragend an. ,,Niemals!\", rief dieser jedoch nur erschrocken. ,,Du bist doch nur ein weiteres Spielzeug für die zwei.\" ,,Aber ich weiß, wie man sich gegen Vampire verteidigt!\" ,,Woher?!\" ,,Internet.\" Stayren lachte. ,,Internet? Du glaubst wirklich alles, was du im Internet findest, oder?\" ,,Halt du doch mal die Klappe!\", rief Cassady. ,,Musst du dich denn überall einmischen?\" Roiben lächelte. ,,So ist er halt.\", meinte er schulternzuckend und warf seinem Bruder einen hämischen Blick zu. ,,Das hat sich noch nie jemand getraut zu mir zu sagen.\", sagte Stayren jedoch nur, lächelte zurück und verschränkte die Arme. Cassady lächelte nun ebenfalls. ,,Na dann wurde es ja mal höchste Zeit, oder?\" Stayren´s Lächeln verschwand und Roiben lachte leise. ,,Wollen wir den kleinen Quälgeist hier mitnehmen, oder nicht?\", fragte Stayren schließlich. Cassady´s Lächeln verschwand. Doch sie blieb still und sagte nichts. ,,Wir nehmen sie nicht mit!\", rief Roiben. ,,Ich wollte sie beschützen, und nicht direkt zu ihnen bringen!\" Stayren lachte. ,,Na dann machen wir es eben so: Cassady und Ich halten uns im Hintergrund und wenn du eben mit Mike und Joe nicht weiterkommst, dann greife ich halt ein. Wenn wir es so machen, dann wird alles klappen,zumindest solange wie niemand Cassady bemerkt.\" Bevor Roiben auch nur ein Wort dagegen richten konnte, warf Stayren schnell ein: ,,Wir haben gar keine andere Wahl! Entweder wir nehmen sie mit, oder du kannst dich zwischen ihr und Kyra entscheiden.\" Roiben dachte kurz nach, dann nickte er. ,,Okay, wir nehmen sie mit. Aber wenn du Cassady etwas tust...\" Stayren unterbrach ihn. ,,Dann wirst du in der Nähe sein, um sie schreien zu hören.\" Cassady gab sich ebenfalls mit diesem Vorschlag zufrieden.
Roiben lief an dem Bach vorbei, unter deren Brücke sich Stayren und Cassady versteckten. Inzwischen war es stockdunkel geworden, doch Roiben konnte den Weg noch sehr gut erkennen. Er folgte der Wegbeschreibung, die Stayren ihm gegeben hatte, bis er das Baumhaus entdeckte. Tatsächlich konnte Roiben Stimmen hören, darunter auch die von Kyra. Aber wieso lachte sie?
Als er auf dem hölzernen Boden stand, war er erstmals verwundert darüber, dass er seinen Kopf nicht einziehen musste. Die Decke war schon mal hoch genug ausgelegt worden. Joe lachte und klatschte wieder in die Hände, als er Roiben sah. ,,Hey, Roiben!\", rief er erfreut. ,,Wer hat dich denn zu unserer Party eingeladen?\" Kyra hinter ihm lachte. Roiben konnte sich nicht denken, wieso sie lachte. ,,Warum lacht sie denn?\", fragte er wütend und deutete mit einer kurzen Handbewegung zu Kyra hinüber. Joe lachte. ,,Sie hat anscheinend mehr Spaß mit mir, als mit dir, sieht es nicht danach aus? Komm schon, jetzt tu nicht so, als wäre ich nicht lustig.\" ,,Wo ist Mike?\" Roiben blieb sichtlich unbeeindruckt von Joe´s Geschwätz. ,,Ich weiss, dass er wollte, dass du Kyra entführst, also - wo ist er?\" ,,Warst du schon mal auf einer Party ohne Musik?\", fragte Joe und schüttelte den Kopf. ,,Das ist eben keine Party. Mike holt die Musik, und ich glaube, du willst dir Kyra holen, ist es nicht so?\" Roiben schwieg. Verstehend nickte Joe nach einer Weile. ,,Ja, ja natürlich bist du deswegen hier. Aber ich will sie nicht mehr hergeben. Anfangs sollte ich sie nur für Mike holen, aber ich habe Spaß mit ihr und das zum ersten Mal seit einem Jahrhundert.\" Er lachte und zog Kyra neben sich. ,,Du kennst Roiben?\", fragte er sie und lachte. Sie stimmte in sein Lachen ein. ,,Ja, schon.\", meinte sie dann. ,,Aber ich mag ihn nicht sonderlich. Ha - nicht mehr!\" ,,Das ist nicht wahr!\", schrie Roiben. ,,Du bist mir bis nach Kerzenheim gefolgt, du lügst doch!\" Joe lachte. ,,Tja, mein Lieber.\", begann er lächelnd. ,,Es gibt eine Fähigkeit, die dir vorenthalten wurde. Sie nennt sich-liebevoll von mir genannt-Gedankenmanipulation. Kyra wird dich hassen, und zwar solange ich das will.\" Roiben stieß einen wütenden Schrei aus und hob die Faust, doch jemand hielt sie fest, bevor sie Joe´s Gesicht erreichte. Mike. ,,Das würde ich lassen.\", sagte er warnend, dann ließ er ihn wieder los und wandte sich an Joe. ,,Schwer in dieser Stadt eine geeignete Musikanlage zu finden.\" Er räusperte sich. ,,Tut mir Leid.\" ,,Ach\", Joe winkte ab. ,,Wir haben hier jetzt noch ein anderes Problem. Roiben will Kyra mitnehmen.\" Joe verdrehte die Augen und brachte Kyra mit seiner Gedankenmanipulation zum Schlafen. ,,Das schlechte ist, dass Kyra in solchen Situationen echt nerven kann. Zumindest spricht sie nicht viel.\" Jetzt reichte es Roiben. Er schrie und ging einfach auf Joe los. Als Mike ihn davon abhalten wollte, schlug er ihm die Faust ins Gesicht. ,,Misch dich nicht ein, Mike, das ist eine Sache zwischen mir und Joe! Das war es schon immer, und das wird es auch immer bleiben, also verschwinde!\" Joe wich geschickt den Schlägen aus, die auf ihn zukamen. Er duckte sich unter dem nächsten Faustschlag hinweg und lächelte. ,,Willst du nicht lieber lernen, wie man Gedanken manipuliert?\", fragte er dann. ,,Du wirst es brauchen, um Kyra wieder zur Besinnung zu bringen.\" ,,Ich werde niemals irgendeinem Menschen die Gedanken beeinflussen! Du wirst es sein, Joe, der sie wieder zur Besinnung bringt! Denn wenn nicht, wirst du mich kennen lernen, ist das klar?\" Mike lachte hinter ihm. ,,Du solltest jetzt besser aufhören, Roiben. Sonst werde ich..\" Joe unterbrach ihn. ,,Lass ihn ruhig, Mike. Er kann von mir aus so lange versuchen, mich zu treffen, bis er es geschafft hat. Nur wird das Kyra leider auch nicht retten.\" Dieses hämische Lächeln...Es machte Roiben nur noch wütender. ,,Du verdammter Mistkerl!\", schrie er und wollte Joe mit voller Wucht ins Gesicht schlagen, doch Joe hielt seine Hand fest. ,,Im ernst.\", sagte er dann und sein Lächeln verschwand. ,,Denkst du wirklich, ich wollte, dass du niemals etwas von Gedankenmanipulation erfährst? Du warst zu schnell weg, Roiben. Ich konnte dir nicht alles beibringen, dass du für dieses neue Leben hast wissen müssen.\" ,,Ich hatte nie vor, Menschen zu manipulieren, Joe. Ich bin froh, dass ich davon nichts wusste, und ich habe nicht vor, es zu lernen.\", zischte Roiben und nahm seine Hand runter. ,,Ich will Kyra zurück.\" Joe seufzte und schüttelte enttäuscht den Kopf. ,,Hättest du deinen Bruder mitgebracht... Er hätte Kyra bestimmt wieder zur Besinnung bringen können.\" ,,Wenn du wüsstest\", dachte Roiben sich und verkniff sich ein Lächeln. ,,Joe, was willst du, damit du sie freilässt?\" Mike meldete sich zu Wort. ,,Er wird sie nicht freilassen! Sie wird hier bleiben! Du hättest uns gar nicht folgen müssen.\" In einer Ecke des Baumhauses war Kyra in die Knie gesunken. Mit geschlossenen Augen lehnte sie an der Wand. ,,Kyra!\", schrie Roiben, doch er konnte nichts tun. Joe lächelte wieder. ,,Hm. Das ist es ja auch.\", begann er. ,,Sie wird schlafen, solange ich es will! Oder bis du sie wieder aufweckst. Du musst sie nur wieder..\" ,,Nein!\", schrie Roiben. ,,Ich werde das nicht tun!\" ,,Du wirst es müssen!\" ,,Ich...\" Roiben löste seine Kampfhaltung auf und stellte sich Joe direkt gegenüber. ,,Ich...\" Mike unterbrach ihn. ,,Du bist zu nett, Roiben! Kein Mensch ist wirklich unschuldig. Jeder Mensch - auch deine Kyra - hat ein bisschen Manipulation durchaus verdient. Aber du kannst dich natürlich entscheiden. Entweder, du bleibst bei deinem netten Ich, oder du rettest sie.\" ,,Er muss es nicht tun.\", ertönte eine Stimme hinter Joe und Mike. Roiben war erleichtert. ,,Ich werde Kyra wieder aufwecken. Er muss nett bleiben. Also..\" Stayren kniete sich zu Kyra nieder und strich ihr sanft über die Wange. ,,Kyra.\", flüsterte er leise. Sie öffnete die Augen. ,,Sieh mich an.\", setzte Stayren genauso leise fort. ,,Du wirst alles vergessen, dass Joe und Mike dir aufgezwungen haben, sei wieder du selbst. Sei - wieder du selbst, Kyra.\" Sie blinzelte. Stayren hatte es so wie es aussah geschafft. Roiben lächelte ihn an. ,,Danke.\" Stayren richtete sich auf. ,,Ich muss dann wieder. Du weißt - Roiben.\" Roiben nickte ihm zu und genauso schnell, wie Stayren aufgetaucht war, verschwand er wieder. ,,Das finde ich jetzt aber nicht schön.\", sagte Joe ein wenig beleidigt. ,,Dann müssen wir Kyra eben wieder manipulieren.\" Doch bevor er auch nur einen Schritt auf Kyra zumachen konnte, stand Roiben bereits vor ihr. ,,Du wirst sie nicht anrühren.\", knurrte er. ,,Nicht schon wieder.\" Hinter ihm richtete Kyra sich auf. ,,Mike.\" Joe´s Lächeln war ein für allemal verschwunden. ,,Sei doch so nett und suche nach seinem Bruder. Er dürfte noch nicht weit gekommen sein.\" ,,Nein!\", schrie Roiben. Mike würde ihn und Cassady finden! ,,Halte entweder ihn auf oder mich, denn sobald du diesen Ort hier verlässt, werde ich Kyra wieder manipulieren und ihr diesmal einreden, dass sie nur das tun darf, was ich ihr sage. Also?\" Er deutete auf Mike, der noch auf weitere Befehle wartete. Roiben blickte kurz zu ihm, dann wieder zu Joe. ,,Kyr...\" ,,Du bist kein Held, Roiben.\" Joe klang einem Psychiater ähnelnd. ,,Du kannst nicht alles auf einmal tun, nur weil du ein Vampir bist. Gib dich deiner Natur hin und lerne alles!\" ,,Niemals.\" Joe gab Mike ein Zeichen, und schon war Mike verschwunden. Roiben sah ihm nach, doch er konnte nicht erkennen, wohin Mike verschwand. Er war zu schnell. ,,Du willst Kyra zurück?\", fragte Joe und lachte. ,,Dann kämpfe um sie!\" ,,Nein!\", schrie Kyra dazwischen. ,,Ich will nicht, dass du dich verletzt, Roiben!\" Roiben drehte sich zu ihr um und versuchte zu Lächeln. ,,Ich werde nicht verletzt werden.\", versprach er ihr. ,,Joe wird der sein, der verletzt wird. Ich schwöre, ich werde dich nie wieder verlassen, wenn wir das hier überstehen.\" Er drehte sich wieder zu Joe um. ,,Ich werde so lange kämpfen, bis du am Boden liegst, Joe.\", sagte er und holte zum ersten Schlag aus. Joe hielt ihn ab. ,,Dann musst du aber mehr als das bieten.\", stellte er fest. Sie kämpften und achteten nicht mehr auf Kyra. Kyra versuchte mehrmals, den Kampf aufzulösen, doch sie schaffte es nicht. ,,Du bist der größte Idiot, der mir jemals begegnet ist, Roiben!\", schrie Joe. Kyra wurde immer mehr in die Richtung der fehlenden Baumhauswand gedrängt. ,,Es war ein Fehler, dich zu verwandeln!\", schrie er weiter. ,,Ähm, Ro..\" Die Antwort, die Roiben Joe zubrüllte, übertönte Kyra. ,,Ja! Vielleicht war es das! Dann wäre ich jetzt normal! Kyra wäre nicht - hier, und ich wäre niemals einem Idioten wie - dir begegnet!\" ,,Roiben!\" Zu spät. Kyra verlor das Gleichgewicht und fiel hinunter. Einen Sturz aus dieser Höhe würde sie niemals überleben. Sofort wurde Roiben aufmerksam, doch er war nicht schnell genug. Joe lachte. Und Roiben konnte nur zusehen wie... Stayren.
Stayren fing sie auf. Er sah sie an und sie ihm. Ihr Blick war dankbar. Er setzte sie ab. ,,Danke, Stayren.\", sagte Kyra. Sie umarmte ihn. ,,Es tut mir verdammt Leid, dass ich dich bei der Polizei verraten habe! Danke!\" Stayren war sprachlos. Zögernd erwiderte er die Umarmung. ,,Du musst mit mir kommen.\", sagte er dann und löste sich wieder aus der Umarmung. ,,Ich bringe dich weg von hier, damit Roiben und ich auch hier weg können.\" Mehr sah Roiben nicht. Stayren und Kyra waren verschwunden. Roiben wollte sich gerade zu Joe umdrehen, da spürte er einen Schmerz an seinem Hinterkopf. Ihm wurde schwarz vor Augen. Es war das Letzte, was er wahrnahm.

,,Ich weiss ja nicht, was Roiben dir über mich gesagt hat Kyra, aber ich hatte nie eine Freundin.\" Stayren lachte. Kyra musterte ihn. ,,Ach ja?\", fragte sie dann. ,,Du armer. Aber du bist doch gar nicht hässlich.\" Auch sie lachte. ,,Und außerdem hat Roiben nie von dir gesprochen.\" ,,Oh, ist er aber nett.\" Kyra lächelte. ,,Ich habe mitbekommen, dass du da warst. Im - Baumhaus meine ich. Du hast mir gesagt, ich solle vergessen, was mir aufgezwungen wurde. Warum hat es Roiben nicht gemacht?\" Stayren´s Lächeln verschwand und auch Kyra´s war inzwischen verschwunden. ,,Roiben kann es nicht.\", antwortete Stayren. ,,Joe hat es ihm nicht beigebracht.Aber wieso erinnerst du dich daran?\" ,,Warte.\" Kyra war verwirrt. ,,Soll das etwa heißen, dass es Dinge gibt, die Vampire können, die Roiben aber nicht kann und von denen er nicht einmal etwas weiß?\" Stayren nickte. ,,Und deswegen ist es mega gefährlich für ihn, alleine bei Joe zu sein. Ich muss dich so schnell wie möglich zu Cassady bringen, damit ich Roiben helfen kann.\" ,,Cassady? Wer ist das?\" ,,Sie wohnt in diesem Ort hier. Roiben konnte sie nicht alleine lassen. Er hatte Angst, Mike und Joe würden ihr etwas tun. Sie ist dreizehn Jahre alt, aber du wirst sie mögen, sie hat im Internet über Vampire recherchiert, und ich muss zugeben, im Internet steht mehr wahres über uns, als ich dachte. Sie kann dir mehr über die Fähigkeiten sagen, die Roiben als Vampir fehlen.\" Kyra nickte. Schon hatten sie den Ort erreicht, an dem Cassady war. Sie saß am Ufer des kleinen Baches und stocherte im Wasser herum. ,,Cassady?\", begann Stayren, als sie neben ihr standen. ,,Das ist Kyra. Sie wird dir Gesellschaft leisten und du musst ihr etwas über Vampirfähigkeiten erzählen. Über die, die Roiben fehlen. Ich sagte dir ja bereits, welche das sind, Cassady. So, ich hole nur noch schnell Roiben. Wenn ich zu spät zurück kommen sollte, geht zu Cassady nach Hause. Wir sehen uns dann am nächsten Morgen.\" Er verschwand. ,,Bis du dir denn auch sicher, dass er wieder zurückkommen wird?\", fragte Cassady Kyra. Kyra nickte und sah in die Richtung, in die Stayren verschwunden war. ,,Ja.\", sagte sie dann leise. ,,ja, das bin ich. Stayren ist stark. Stärker als Roiben.\" ,,Und als Joe?\", fragte Cassady. ,,Joe ist ein uralter Vampir. Ich weiss nicht, Stayren hat mir erzählt dass Joe aus dem 16. Jahrhundert stammt. Und ich habe gelesen, dass ältere Vampire stärker als die Jüngeren sind. Aber setz dich doch zu mir.\" Sie deutete auf den leeren Stein neben ihr am Rande des Flusses. Ohne groß darüber nachzudenken, setzte Kyra sich. ,,Dein Freund Roiben hat viele Vampirfähigkeiten nicht.\" Cassady stocherte immer noch mit einem Stöckchen im klaren Wasser des Flusses herum. ,,Willst du überhaupt etwas über sie alle hören?\" Kyra nickte. ,,Ja. Auf jeden Fall.\" ,,Okay.\" Sie ließ den Stock los. Kyra sah ihm nach, wie er durch das Wasser trieb, und dann von einem Stein aufgehalten wurde.,,Roiben hat nicht die Fähigkeit, Gedanken zu manipuleren, Gedanken anderer zu lesen, aber das kann sowieso nur Kain, der erste Vampir,okay, er kann sich nicht in ein Tier verwandeln und er ist nicht in der Lage, sich unsichtbar zu machen und eine Fähigkeit, die Vampire selten besitzen, ist die, in die Zukunft zu sehen. Stayren kann es. Roiben nicht. Soll ich dir eine dieser Fähigkeiten erklären? Oh, und er kann kein fließendes Wasser überqueren, während die anderen seinesgleichen dies schon längst gelernt haben.\" Kyra dachte kurz nach. ,,Nein. Aber kann man sich vor Gedankenkontrolle schützen?\" Zu Kyra´s Enttäuschung schüttelte Cassady den Kopf. ,,Du kannst dich aber davor schützen, wenn Vampire versuchen, deine Gedanken zu lesen. Du musst einfach deinen Geist verschließen.\" Kyra sekte den Blick. ,,Bitte Stayren.\", flüsterte sie. ,,Bring mir Roiben zurück.\" ,,Hey, Kyra? Wollen wir zu mir nach Hause gehen? Ich werde langsam müde.\" Kyra nickte.

Stayren wollte nicht glauben, dass niemand mehr da war, als er das Baumhaus betrat. Doch sowohl Mike als auch Joe waren spurlos verschwunden. Roiben ebenfalls. Wo konnten sie hin sein?! Stayren fand einen Zettel. Er war eigentlich an Kyra gerichtet, aber wann hatte ihn so etwas jemals davon abgehalten, es zu lesen?
Hallo Kyra,
Ich habe Roiben. Und du wirst ihn nicht wieder sehen, wenn du dich nicht auslieferst. Ich will dich und ich bekomme dich. Wenn du das hier liest, heisst das, du hast Stayren hergeschickt, um Roiben zu helfen. Er hat den Brief bestimmt schon vor dir in den Händen gehabt.
Ich bin jetzt bereits auf dem Weg zu deinem Vater. Auch ihn schnappe ich mir. Und dann will ich dich. Und im Austausch gegen deinen Vater will ich deine liebe Freundin Jessica. Wenn ich nicht bekomme, was ich will, werde ich nach und nach alle töten, die dir etwas bedeuten, angefangen mit Leah. Und dann werde ich beginnen, alle zu töten, die deinem lieben Roiben etwas bedeuten, nein noch besser, ich werde Chad es tun lassen. Meine Kraft hast du ja inzwischen kennengelernt. Denke immer daran, egal wo ich bin und was auch passieren wird: Ich werde alles dafür tun, dass alle sterben, die du liebst. Angefangen mit deinen Eltern.
Entscheide dich. Ich werde dir versprechen, niemanden mehr zu verletzen, wenn ich Dich und Jessica habe. Jeder muss Opfer bringen und du kannst dich entscheiden: Entweder du und Jessica, oder deine Freunde und deine Familie.
Und Mejashi.
Entscheide dich schnell, denn dir bleiben nur 72 Stunden um Chad und Roiben zu retten. Danach werden sie die ersten auf meiner Liste sein.
Es tut mir Leid, aber es war so einfach, mit dir zu spielen, dass es mir verdammt viel Spaß gemacht hat.
Stayren ballte die Hand, in der er den Brief nicht hielt, zur Faust, als er diesen Satz laß, wusste aber nicht wieso ihn das so wütend machte. Er könnte doch Joe bitten, mitspielen zu dürfen.. Doch genau das war es, was er nicht wollte.
Und ich will wieder Spaß haben, aber ohne dass Roiben und Stayren dazwischen funken. Sie haben alles verdorben, vor allem Stayren. Ich will ja nicht behaupten, dass ich euch belauscht habe, aber das habe ich. Und Stayren ist ein Lügner. Er hatte eine Freundin. Aber er redet nicht gerne darüber und erzählt jedem,er hatte nie eine. Ein tragischer Tod.
Woher wusste Joe davon?! Er konnte es unmöglich wissen! Gedanken lesen konnte Joe nicht, das wusste Stayren ganz genau, das konnten nur die ersten Vampire, und zu diesen zählte er nicht.
Sie waren so glücklich miteinander. Ich kann es dir sicherlich mal kurz erzählen, falls du Zeit hast, diesen Brief zu lesen.
Seine Freundin hieß Kendra. Kendra Lightmare. Seltsamer Name, ich weiß, aber es stimmt. Er hat sie geliebt wie sie ihn geliebt hat. Stayren war schon als Vampir mit ihr zusammen gewesen, lass mich nachdenken... Er war ungefähr Siebzehn. Oder jünger, ich weiss es nicht mehr genau. Aber nun zu Kendra´s Tod. Er war nicht ausergewöhnlich, aber für Stayren sehr tragisch und kaum zu verkraften.
Es war ein Flugzeugabsturz. Stayren hatte sie gebeten, nicht zu fliegen. Er wusste, dass etwas passieren würde. Denn Stayren war derjenige, der die seltene Vampirfähigkeit erhielt, in die Zukunft zu sehen. Kendra wollte trotzdem fliegen und tat es heimlich, um Stayren nicht zu verletzen. Er hat tagelang nichts mehr von ihr gehört und konnte sich auch denken wieso: Das Flugzeug war abgestürzt. Die Leiche von Kendra wurde nie gefunden, weil -
Es gab ein weil?! Es gab kein Weil, als der Bericht im Tv gesendet wurde! Man hatte die Leiche nur nicht gefunden, da sie im Feuer verbrannt war. Niemand hat je von einer verschollenen Leiche gesprochen! Tränen liefen Stayren über die Wangen.
...weil ich sie gefunden habe. Die anderen waren alle im Feuer umgekommen. Bis auf Kendra. Ihr Herz hat immer noch geschlagen. Ich habe versucht, sie zu retten, indem ich sie verwandeln wollte.
Wie soviele Mädchen, die ich je versucht habe, zu verwandeln, hat sie es nicht geschafft, bis zum nächsten Vollmond 1 Liter Blut zu trinken. Sie starb. Okay, ich gebe zu, ich hätte sie auch liegen lassen können, denn ein Rettungshubschrauber war bereits im Anflug. Er hätte nur noch landen müssen und sie hätten Kendra in ein Krankenhaus bringen können und sie wäre gerettet, aber ich konnte der Versuchung einfach nicht widerstehen.
Du fragst dich sicher, wieso Stayren das nicht in der Zukunft gesehen hat. Nun ja, er sieht nicht alles. Nur einen Teil. Aber ich will dich auch nicht weiter aufhalten. Schließlich hast du eine Entscheidung zu treffen. Übrigens, wie findest du meinen Schreibstil? Im 16. Jahrhundert war es echt nicht auszuhalten. Alles war viel formeller. Ha, längst vergessen.
Mit Liebe,
Joe.
Stayren sah auf. Joe hatte sie getötet. Kendra wäre durchgekommen! Aber er hatte sie getötet...
Er sprang von dem Baumhaus hinunter und lief den Weg zum Bach entlang und machte sich nicht die Mühe, die Tränen wegzuwischen, die er geweint hatte. Am Bach angekommen, sah er, dass Kyra und Cassady bereits gegangen waren. Aber das war egal, er wusste, wo Cassady wohnte. Die kleinen Steinchen unter seinen Füßen knirschten, als er den Weg hinab ging, den ihn immer weiter von dem Baumhaus entfernte. Stayren hielt immer noch den Brief in der Hand. Es war der Grund, wieso er sich so geändert hatte. Weil er etwas wichtiges verloren hatte. Und nur so damit umzugehen wusste. Und das hatte tatsächlich geklappt. In dem er Trauer mit Wut und Bösartigkeit überspielte, hatte er Kendra wirklich vergessen. Bis jetzt. Bis zu diesem Brief, den er eigentlich nicht hätte lesen dürfen, da er an Kyra gerichtet war. Doch es war vielleicht nicht ganz falsch, Joe´s Geständnis zu lesen. Kalter Wind zog auf. Stayren kam an den Ziegen vorbei und sah die kleine Ziege, die er so kaltblütig ermordet hatte, im Gebüsch versteckt liegen. Wie konnte er so etwas einem Lebewesen antun? Die Mutter des Kleinen musste genauso verletzt sein, wie er damals gewesen war. Als er aus Wut seine Mutter tötete. Er hatte schon immer eine unglaubliche Wut in sich gehabt, aber er hatte sie immer unter Kontrolle gehabt...
Die Ziegen wurden stumm, als er an ihnen vorbeilief. Sie starrten ihm hinterher, bis er aus ihrem Sichtfeld verschwand. Inzwischen waren die Tränen weitgehend verschwunden und Stayren tat alles, um nicht wieder von Erinnerungen verletzt zu werden, doch es klappte nicht. Er konnte seine Masche aus Wut und \"Böse sein\" nicht wieder aufbauen. Er blieb verletzlich.
Ihr Haus lag im Dunkeln. Ein kleines Lämpchen leuchtete über der Klingel und der Hausnummer. Er drückte zögernd die Klingel und sah auf den Brief in seiner Hand. Die Tür öffnete sich. Vor Stayren stand Kyra. Sie öffnete die Tür etwas weiter und sah sich vor ihr um. ,,Wo ist Roiben?\", fragte sie dann ein wenig enttäuscht. Stayren senkte den Blick und erst jetzt sah Kyra ihm in die Augen. ,,Du hast geweint?\", fragte sie überrascht und legte Stayren eine Hand auf die Schulter. ,,Wieso hast du geweint?\" Stayren sah auf und schüttelte Kyra´s Hand ab. Es war Kyra, die Mitleid verdient hatte, weil sie Roiben und Chad und alle anderen verlieren würde, und nicht er, der seine Mutter umgebracht hatte und seinen Bruder jahrelang aus Eifersucht gehasst hat. ,,Von Joe.\", sagte er nur und sah nicht auf. Kyra nahm den Brief. ,,Aber - willst du mir nicht sagen, wieso du geweint hast? Nachdem du mich damals töten wolltest, nur um Roiben zu verletzen, dachte ich immer, dir wäre alles egal und du könntest nicht weinen.\" Wie konnte er damals nur an so etwas denken? Wie konnte er Kyra wirklich verletzen wollen, nur um seinem Bruder etwas zu nehmen? ,,Es tut mir Leid, Kyra.\", murmelte er. ,,Willst du nicht hierbleiben?\", fragte sie, doch er schüttelte stumm den Kopf.

Roibens Kopf tat höllisch weh. Es war dunkel um ihn herum. Als er das letzte Mal aufgewacht war, hatte er mitbekommen, wie Chad neben ihm lag, doch Roiben war zu schwach, um ihn zu wecken und wurde selbst wieder bewusstlos. Und nun war Chad nirgens zu sehen. Joe war vor Stunden weggegangen. ,,Cad?\", rief Roiben und bemühte sich nicht, dies leise zu tun. Es kam keine Antwort. Roiben richtete sich auf und spürte, wie ihn ein stechender Schmerz durchzog. er sank zurück auf die Knie. Seine letzte Hoffnung lag jetzt in Stayren und Kyra. Er seufzte. Woher sollte er denn wissen, ob Stayren Kyra helfen würde? Und alleine konnte Kyra es nicht schaffen. Roiben lehnte sich gegen eine eiskalte Steinwand. Er vermisste Kyra und den Duft ihres Blutes...Das letzte, was er zu sich genommen hatte, war ein Reh, und das war noch vor dem Tag seiner Entführung. Vielleicht hätte er sich auch eine der Ziegen gönnen sollen, so wie sein Bruder. Roiben wusste, dass er jetzt der stärkere sein musste, und sich nicht von Kyra retten lassen musste; er war es, der sie retten musste. Er hatte es versprochen. Joe hatte vor, sie zu Verwandeln. Und das gefiel Roiben nicht, denn er wusste, was Kyra dann für ein Leben leben würde... Das Leben einer Untoten. Die meisten Legenden und Eigenschaften über Vampire, die man im Internet fand, waren gar nicht mal so falsch, war ihm vorhin bei Cassady aufgefallen.
Ja, Vampire hassen Knoblauch- aber es hielt sie weder davon ab, das Blut des Menschen, der das Knoblauch hielt zu trinken, noch kann Knoblauch Vampire töten oder auch nur im geringsten schwächen.
Ja, Vampire konnten durch Weihwasser geschwächt werden, aber nur, wenn sie es selbst tranken. Die Berührung allein verursachte nichts.
Aber die Sache mit dem Spiegelbild... Keine Chance! Völlig irsinnig war dieser Aberglaube.Wenn man sogar Geister im Spiegel sehen konnte, dann Vampire erst recht. Roiben richtete sich unter höllischen Schmerzen auf. Joe hatte ihn ganz sicher mit Weihwasser geschwächt. Und Roiben bemerkte, dass - wäre es auch nur ein tropfen mehr gewesen - er gestorben wäre. Nirgens war dieser Joe zu sehen. Er hielt sich hier nicht mehr auf. ,,Chad?\", rief Roiben laut, ohne seine Stimme auf ein Flüstern zu unterdrücken oder es auch nur im geringsten zu beabsichtigen, denn egal wie stark Joe war- Roibens Respekt hatte dieser Vampir für immer verloren. Roiben wusste, dass Joe Kyra gesagt hatte, dass er sie beide entführt hatte. Mit sicherheit würde er auch nicht verzagen, ihr vorzulügen, dass er ihm und Chad Nahrung geben würde. Aber weder roiben noch Chad würden die unterschiedliche Nahrung bekommen, die sie benötigten. Das machte Roiben wütend, doch er konnte nichts dagegen tun. Sich an der Wand abstützend und immer wieder vor Schmerz fast zu Boden sinkend lief Roiben weiter und rief des öfteren nach Chad. Und dann hörte roiben plötzlich eine raue, kränkelnde Stimme zurückrufen. ,,Hier, Roiben.\" Chad war von Roiben getrennt worden, damit jener nicht versuchen konnte, Chad zu retten. Roiben hatte nicht die leiseste Ahnung, was mit Chad passiert war. Er sah zu Boden. Da er ein Vampir war, konnte er im Dunkeln sehen und erblickte auch Chad. Er war blutüberströmt und sein Gesicht war bleich. Unter seinen Augen lagen tiefe Ringe. ,,Er hat mir in den Hals gebissen.\", murmelte Chad und hustete. Roiben kniete sich neben Chad und legte ihm aufmunternd eine Hand auf die Schulter, während Chad weitersprach. ,,Er hat mich irgendwo in den Wald geschleppt, ich erinnere mich. Er hat mein Blut mit seinem vermischt und ich sollte es trinken. Es war auf jeden Fall noch Tag. er hat mich wohin gebracht, wo die sonne hellschien, aber wo uns doch niemand entdecken konnte.\" Chad klang nachdenklich. ,,Und dann...habe ich das Blut getrunken und ich dachte, er hätte mich getötet, aber das war anscheinend nicht so, denn sonst wäre ich ja jetzt nicht hier, oder?... Oder?\" er erwartete eine Antwort von Roiben. ,,Wir sind Vampire, Chad.\" Chad war überrascht, doch andererseits hatte er sich das schon fast gedacht. Roiben setzte fort. ,,Joe will dich verwandeln, Chad. Du musst jetzt nur noch Menschenblut zu dir nehmen, dann wird er dich wieder töten.\" ,,Aber ich bin kein Vampir!\", rief Chad entsetzt. ,,Ich verspüre keinen Drang nach Blut!\" ,,Das wirst du erst, wenn du im Mondlicht starbst. Das ist sowas wie ein Sicherheitsmodus, genau für solche Situationen. Willst du verwandelt werden, nimmst du Menschenblut von selbst zu dir, aber wenn du nicht verwandelt werden willst, musst du es nicht tun und lebst normal weiter.\" ,,Aber wie kann ich denn normal weiterleben, wenn ich von Joe schon mal getötet wurde?\" ,,Dieses gemischte Blut dass du anfangs trinken musstest, hat eine Wirkung wie die Instrumente, die die Ärzte benutzen um Patienten zurück ins Leben zu holen. Und diese Patienten führen dann auch irgendwann ein normales Leben weiter- wenn sie denn am Leben bleiben und es schaffen. Aber ist nicht wichtig. Und egal, was du tust- trinke kein Menschenblut!\" ,,Eher STERBE ICH!\" Roiben richtete sich wieder auf und konnte den Schmerz spüren, den das Weihwasser hinterlassen hatte.Mit dem Rücken an die wand gelehnt, versuchte Roiben eine Tür zu entdecken, doch seine Sicht wurde immer verschwommener und er fühlte sich wieder so, wie er sich als Mensch gefühlt hatte. Schwach,durchschnittlich- normal. Aber es war unmöglich, dass Roiben sich gerade dabei befand, sich zurückzuverwandeln. Ein Vampir blieb er für immer und kein Weihwasser dieser Welt konnte das ändern. Seufzend sank er in die Knie. Sein Körper brannte fürchterlich und er konnte nichts mehr sehen.
Die Dunkelheit war wieder Dunkelheit.
Genau wie damals.
Menschlichkeit. Das, was er gerade wieder erleben durfte, war das, was er vor langer Zeit hinter sich gelassen hatte. Menschliches Denken, fühlen, sehen, hören. Menschlicher Schmerz. Und dann das Verlangen, Kyra zu beschützen und einfach wegzugehen. Chad alleine zu lassen. Kyra schwebte in Gefahr. Und das weder durch Joe, noch durch Mike. Kyra war von dieser Gefahr im Moment zwar noch entfernt, doch spätestens, wenn sie und Stayren zu Harold gehen würden... Dean- die Gefahr hatte einen Namen, aber wie konnte Roiben davon wissen?! Sein Bruder hatte die Fähigkeit erhalten, in die Zukunft zu sehen, und nicht er! Was war hier los?

,,Aber du musst doch hierbleiben!\", sagte Kyra. ,,Du hast geweint und das ist gut!\" Stayren sah auf. Kyra senkte verlegen den Blick. ,,Tu- Tut mir Leid, so meinte ich das nicht! Aber ich kenne nicht viele Jungs, die ihre Gefühle wirklich zeigen. Ich meinte das nicht...\" Stayren seufzte. ,,Bleibe bitte hier.\", setzte Kyra fort. ,,Bitte. Du musst mir erzählen, was mit dir los war.\" Er sah nachdenklich auf den Brief und das entging Kyra nicht. ,,Sollte ich ihn lesen?\", fragte sie und hielt ihn hoch. So riss sie Stayren aus seinen Gedanken. Dieser nickte nur. Kyra sah ihn verwundert an. ,,Er hat noch nie so wenig gesprochen.\", dachte sie sich. ,,Was ist denn los? Steht die Antwort vielleicht in Joe´s Brief? Er scheint ihn vor mir gelesen zu haben.\" Kyra begann den Brief zu lesen.
Nach wenigen Minuten ließ sie den Brief langsam sinken und sah Stayren mitfühlend an. Sofort nahm sie ihn in die Arme. ,,Es tut mir Leid, Stayren.\", flüsterte sie. ,,Joe ist so ein Idiot.\" Stayren atmete tief durch und erwiderte die Umarmug erst nach einigen Sekunden. ,,Deswegen sprichst du nicht mehr so viel, ist es nicht so?\" Er löste sich aus der Umarmung. ,,Jessica.\", sagte er. ,,Willst du sie ausliefern?\" Kyra dachte nach, was sie vorhatte, zu tun. War es ihr möglich, ihre beste Freundin auszuliefern? Konnte sie so etwas tun? ,,Habe ich denn eine Wahl?\"

Kapitel 2

,,Kyra, süße!\" Jessica rannte ihr gerade entgegen. ,,Hey\", erwiderte Kyra leise, als Jessica sie umarmte. Kyra´s Handy vibrierte in ihre Hosentasche. Sie zog es heraus. Eine neue Nachricht. Unbekannt. Sie achtete darauf, dass Jessica nicht mitlas, löste sich aus der Umarmung und las die SMS.
Mike wird zum Park kommen. Dann werden du und Jessica dort sein. Lauft einfach durch den Park, ihr werdet ihn dann schon sehen.
Kyra antwortete nicht und sah zu Stayren hinüber, der vor der Tür stand und an einer Wand lehnte. Die Sache mit Kendra hatte ihn wieder...gut gemacht. Zu dem, was er einmal war. ,,Stayren!\", rief sie, welcher sofort aufsah. Er hatte kaum drei worte mit ihr gesprochen, seitdem sie diesen Brief gelesen hatte. ,,Kommst du mal her?\" ,,Wow.\", flüsterte Jessica. ,,Wer ist das?\" ,,Stayren.\", sagte Kyra, während jener auf sie zukam. ,,Er ist der Bruder eines Freundes von mir.\" ,,Stellst du uns vor?\", bat Jessica und schenkte Stayren ein Lächeln. ,,Nein. Er macht gerade ´ne verdammt beschissene Depri-Phase durch.\" Als Stayren nun direkt vor Kyra stand, hielt sie ihm das Handy hin mt der geöffneten Nachricht von Joe. Stayren blickte Kyra missbilligend an. ,,Du hast ihm deine Nummer gegeben?\", fragte er und versuchte, zu Lächeln. ,,Hm.\", dachte Kyra sich. ,,Er beginnt schon wieder seine Masche aus Wut und seiner Bösartigkeit aufzubauen. Also ist seine Phase wohl vorbei. Ist egal. Ich kenne den richtigen Stayren.\" ,,Nein. Aber Joe hat mich manipuliert.\", sagte Kyra jedoch. ,,Vielleicht habe ich ihm meine Nummer gegeben, während er mich manipuliert hat.\" ,,Hm.\", machte Stayren und wandte sich an Jessica. ,,Du bist wohl Jessica?\", fragte er dann und ergriff ihre Hand. Mit einem verführerischen Lächeln küsste er ihre Hand. Leider stellte Kyra nun fest, dass er die Masche wieder aufgesetzt hatte. Aber dennoch war sie sehr erfreut, dass Stayren lächelte, selbst wenn es falsch war. ,,Ich bin Stayren.\", hörte sie Stayren sagen. Jessica kicherte. ,,Ich werde mit euch durch den Park gehen.\"
,,Ich bin so froh, dass wir uns wieder vertragen haben!\", rief Jessica, während sie durch den Park liefen und Kyra ihr lächelnd zustimmte. ,,Und ohne dich war es total...du hast die letzte Schulwoche geschwenzt. Wo warst du nur, Kyra?\" Kyra dachte kurz nach. ,,Ich...hatte vieles zu erledigen.\", sagte sie schließlich nachdenklich und dachte an die letzte Woche zurück. So viel war passiert...Und all das würde Kyra Jessica niemals erzählen können, allein schon deswegen nicht, weil Joe Jessica haben wollte und sie auch bekommen würde- und töten würde. So falsch war Kyra nicht.Kyra hatte jetzt noch die Möglichkeit, das ganze nicht zu tun, und einfach umzudrehen, denn so konnte Kyra nicht sein. Sie konnte Jessica nicht verraten. Zögernd setzte sie einen Schritt vor den anderen. ,,Was ist denn hier los?\", fragte Jessica, als sie Kyra´s Zögern bemerkte. Stayren warf Kyra einen kurzen Blick zu, dann begann er Jessica mit der Wahrheit zu konfrontieren. ,,Jessica, du bist Teil eines Plans. du wirst es nicht glauben, aber du solltest es trotzdem wissen. Ein Vampir- verlangt nach dir.\" Jessica begann zu lachen. ,,Was soll das den heissen?\", scherzte sie. ,,Will er mich affressen?\" Kyra seufzte. ,,Sie will uns nicht glauben.\", sagte sie zu Stayren. Als ob Stayren nicht hier wäre, flüsterte Jessica Kyra zu: ,,Der Typ ist richtig heiß, wo hast du den her?\" Stayren schnaubte und verdrehte die Augen. ,,Jessica!\", rief er. ,,Ich habe jedes Wort gehört! Ich bin heiß, da hast du Recht.\" Er brach kurz ab, um überheblich zu Lächeln. Dann setzte er fort. ,,Ich bin ein Vampir! Ich muss so aussehen, um dich anzulocken. Damit ich dein Blut bekomme!\" Stayren leckte sich provozierend über die Lippen. Jessica kicherte. ,,Vielleicht will ich dir mein Blut ja geben.\",sagte sie und flirtete ihn mit den Augen an. Stayren blickte verführerisch zurück. ,,Du gefällst mir.\", meinte er und stand blitzschnell neben ihr. ,,Aber du weisst doch, dass du nur mein Spielzeug sein wirst, oder?\" Wieder kicherte Jessica. ,,Natürlich.\", sagte sie dann und sah Stayren an. Sie war ungefähr 5 Zentimeter kleiner als er. ,,Und es gefällt mir.\" ,,Könntet ihr bitte aufhören, zu flirten?\", rief Kyra und stellte sich zwischen die beiden, bevor dir ganze Sache zu weit ging. Jessica wich zurück. ,,Tut mir Leid\", murmelte sie dann etwas verlegen. Stayren war dies kein bisschen. Er genoss das ganze. ,,Kyra, mach dich mal locker.\", meinter er nur und nahm Jessica´s Hand. Doch Kyra schenkte seinem Rat keinerlei Beachtung. ,,Ich mache mich nicht locker!\", sagte sie außer sich. ,,Du bist ein Vampir, wie könntest du Jessica das einfach so verraten?! Ich dachte, Vampire halten alles geheim und sowas und gehen nicht hin und sagen ´Ich bin ein Vampir! Ich muss so aussehen, um dich anzulocken.´\" Kyra machte eine tiefere Stimme bei ihrem letzten Satz, die sich etwas dämlich anzuhören vermochte, woraufhin Stayren lachte. ,,So höre ich mich doch gar nicht an.\", bemengelte er und erklärte dann: ,,Roiben geht es


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